Gedichtinterpretation "an eben dieselbe" von Andreas Gryphius?

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1 Antwort

Das Sonett ist ja die Fortsetzung des vorhergehenden Sonetts "An eines hohen Standes Jungfraw", in der die  Adressatin in typisch barocker Sprachmanier in überquellenden Bildern gepriesen wird. Nun, wie du ja richtig erkannt hast, wird "dieselbe" in schönster Barockmanier auf die "Eitelkeit" alles Irdischen  hingewiesen (vllt. kennst du   den Totenschädel, der als eine Art Briefbeschwerer auf zahlreichen Barockgemälden abgebildet ist),  und wieder  wird in reichen, künstlich-unnatürlichen  Bildern das zu erwartende Ende  der Pracht  beschrieben. Aber im Gegensatz zu Hoffmann von Hoffmannswaldau bietet Gryphius da auch nicht ein   bisschen Trost, da ist keine Andeutung vorhanden,  dass sie aus ihrer  prächtigen Schönheit doch ihr Vergnügen  ziehen könne,  da ist keine Empfehlung,  sie solle doch gefälligst das Dasein auskosten und das Leben genießen, so lange es währt.

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Kommentar von Koschutnig
28.10.2015, 09:41

Zur Sprache: Da im Barock das Künstliche über das  Natürliche  gestellt wird (Perücke : Naturhaar, frz. geometr. Garten : Natur, Reifröcke :menschl.Körperformen u.v.a.), ist die Dichtersprache unnatürlich, voller "Schwulst". Eine Ausnahme ist da nur Johann Christian Günther mit seinen leidenschaftlich-wilden Gedichten.    Ein Grimmelshausen, der in natürlicher Sprache seinen Simplicissimus verfasste, wollte ja keine Dichtung schreiben.  

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