gab es poenichen in hinterpommern wirklich?

11 Antworten

Ist schon Jahre alt, diese Frage, aber Interessierte stellen sie an dieser oder anderen Internetstellen immer wieder.

Hier gab es schon Antworten, die korrekt sind:
a) C. Brückner hat den Ort erfunden,
b) als Orientierung nahm sie den als Kind besuchten Gutshof eines Onkels und
c) relativ am Anfang des ersten Buches werden die "Koordinaten" des fiktiven Poenichens angegeben (s. Antwort von Liza Dee). 

Nun ein paar vielleicht noch nicht bekannte Zusatzinfos:

1.) einen Ort mit Polnischen Namen "Penicyn" (s. dazu in den vorhanden Antworten) gibt es nicht;
2.) eine befreundete ehemalige Buchhändlerin aus Bad Godesberg, zu deren ihrerzeitigen Kunden viele Angehörige des "ostpreussischen Adels" gehörten, hat mir glaubhaft versichert, dass einer Ihrer Kunden einmal bestätigt hat, dieses Buch sei verfremdet das Schicksal einer tatsächlich geflüchteten, bekannten "von-Familie" - den Namen möchte ich hier nicht nennen, da das auch nicht bewiesen, sondern nur gesagt wurde und lang her ist.
3.) Aber zum obigen Punkt c): Wenn man das (Dreieck aus den Orten bilden und Mittelpunkt bestimmen) macht, kommt etwas sehr interessantes heraus:

Ziemlich genau im Mittelpunkt liegt ein Ort, der bis 1945 Pammin hieß; heute heißt er polnisch Pomierzyn , Anfang und Endung - richtig ausgesprochen - dem Namen Poenichen nicht ganz unähnlich. Der Ort hat Gutshaus und Teich und auch, und das ist besonders interessant, im nordöstlich gelegenen Wald mehrere Truppenübungsplätze (den ersten in 6,25km Entfernung). Das ist sehr gut bei Google Maps/Satellit zu sehen. Und wie Leser des Buches wissen, verkaufte Baron von Quindt auf Drängen des Militärs etliche Hektar seines Waldes ans Militär, damit dieses ihren bestehenden Truppenübungsplatz vergrößern können...

Nur 41m üN (s. auch weitere Antworten) liegt Pomierzyn nicht, es sind 123m, aber das kann ja auch eine falsche Spur sein. C. Brückner hat das Geheimnis mit ins Grab genommen.

Aber, wer einmal in Polen war und auch in Pommern mit offenen Augen durch die schönen Landschaften gegangen ist, wird wirklich feststellen: Poenichen ist überall!

Im 1979 erschienenen Buch von Christine Brückner und ihrem Mann Otto Heinrich Kühner "Erfahren und erwandert" beschreibt CB eine Urlaubsreise nach Pommern mit dem Titel "Auf der Suche nach Poenichen".

Darin schreibt sie wörtlich: " ...aber wir wollten ein Dorf, einen Herrensitz und einen See in Hinterpommemrn suchen, die es nie gegeben hat: Poenichen, der frei erfundene Schauplatz für einen Roman. Als Vorlage hat mir das Gut eines Onkels gedient, auf dem ich Sommer- und Winterferien verbracht hatte: als dort noch Frieden war und überall sonst Krieg. Ich habe das Gut der Freiherrn von Quindt topographisch genaus beschrieben; zwischen Dramburg, Deutsch-Krone und Arnswalde in einem imaginären Dreieck gelegen, pommersche Sandbüchse, pommersche Schweiz, die höchste Erhebung 41m ü. N: der Innicher Berg, wo unter Eichen seit Jahrhunderten die Quindts begraben wurden. Es sind nun fast fünf Jahre, dass ich mit diesen Quindts zusammen lebe, als wären es meine eigenen Angehörigen. Man hält mich für eine Pommerin, und ich verbessere jedesmal: keine geboren, nur eine erschriebene Pommerin. Ich habe mir dieses Land ins Herz geschrieben. In Poenichen, das nun Penicyn heissen muss, wird der zweibändige Roman über die Quindts zu Ende gehen..." (c.b.,1978)

Daraus muss ich schliessen: Nirgendwo ist Poenichen, und trotzdem ist es da, in den Köpfen von uns LeserInnen.

Wenn es diesen Ort oder dieses Gut überhaupt gab ist er bestimmt im 2. weltkrieg völlig zerstört worden . Wie so viele Orte die zerbombt oder abgefakelt wurden.

Ist schon etliche Jahre her, seit ich das gelesen hatte, aber ich dachte nur das GUT hieß Poenichen, war also kein Ort der auf Karten verzeichnet wäre...

Ich weiß nicht mehr ob es in "Nirgendwo ist Poenichen" oder in "Die Quints" geschieht, aber ich erinnere mich, dass die Protagonistin im hohen Alter eine Reise in ihr altes Poenichen unternimmt. Und da wird auch der neue polnische Name des Ortes genannt. Diesen könnte man dan googlen und wenn er ebenfalls fiktiv ist wüsste man Bescheid. Habe die Bücher leider nicht mehr, sonst hätte ich nachgeschlagen. Die einfachste Lösung des Problems wäre also das Buch zu lesen ;)

Grüße

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