Fotografisches Gedächtnis, wie geht das?

4 Antworten

Wenn, du ein fotografisches Gedächtnis besitzt, dann kennt dein Gehirn keinen Unterschied zwischen „wichtig“ und „unwichtig“. Es filtert mehr Einzelheiten.

Über unser Arbeitsgedächtnis (präfrontaler Kortex) werden Informationen abgespeichert und in den Hypothalamus (Langzeitgedächtnis) befördert.

Je nach Individum ist das Arbeitsgedächtnis funktionaler. Bei jemanden mit einem fotografischen Gedächtnis verarbeitet das Arbeitsgedächtnis schneller Informationen. Der Vorgang zwischen präfrontaler Kortex und Hypothalamus geht direkt durch.

Mit der Lebenszeit hat das wenig zu tun. Das Gehirn verliert je nach Funktionalität des Arbeitsgedächtnisses mehr/weniger Energie und führt dann zur Reizüberflutung (was bei ADHS/Autismus häufig vorkommt).

Je nach Person führt das zu Unterentwicklung in anderen Hirnregionen.

Es ist stressig mit einem fotografischen Gedächtnis zu leben, wenn zusätzlich Autismus/ADHS vorkommt. Man verliert den Überblick und ist leichter zu reizen.

Meiner Meinung nach heißt fotografisches Gedächtnis, dass man sich nur einmal etwas ansehen muss und das sein Leben lang behält. Kenne einen Arzt, der trotz vieler Patienten alles im Kopf hat und kaum etwas nachsehen muss.

Das man dadurch sein Leben verkürzt, kann ich mir auch nicht vorstellen. Je mehr das Gehirn arbeitet, je älter wird man. Das sieht man an Schauspielern, Politikern. Falls sie keine anderen Krankheiten haben.

Das ist meine persönliche Erklärung.

LG

Tagchen - ich habe zwar kein "volles" eidetisches Gedächtnis, sondern lediglich leicht ausgeprägt, vielleicht kann ich dir aber trotzdem helfen.

Ich bin nicht schneller müde und habe auch nicht das Gefühl, dass sich mein Gehirn schneller abnutzt. Andere Prozesse sind auch nicht eingeschränkt, und dass ich davon meine Lebensdauer verkürzt, wäre mir auch neu - allerdings ein interessanter Gedankengang.

Personen mit einem eidetischen - oder fotografischem Gedächtnis - speichern ein Erlebnis quasi in Bildern ab. Sobald sie das Bild vor Augen haben, fällt ihnen auch das Erlebnis dazu wieder ein - zumindest ist das bei mir so: Wenn ich an meinen Teppich in meinem alten Kinderzimmer denke (damals war ich 4) fällt mir sofort wieder ein, wie eine Kindergartenfreundin von meinem Hochbett gesprungen ist und sich den Arm gebrochen hat. Kurz gesagt, ich kann mir Erlebnisse besser und über einen langen Zeitraum hinweg merken, solange ich das Bild dazu abrufen kann.

Ich hoffe, die Erklärung war halbwegs verständlich :)

Was möchtest Du wissen?