ethische Aspekte FÜR die Präimplantationsdiagnostik (PID)

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2 Antworten

Nuja, meiner Meinung nach gibts da ein ganz einfaches Argument: Es werden ohnehin mehrere Eizellen befruchtet, weil die Befruchtung nicht immer gelingt- häufig hat man dann zuviele, die auch "vernichtet" werden- was die PID macht, ist Folgendes: Sie geht sicher, dass man die Eizellen einsetzt, die die besten Startchancen haben, konkret: Die keine Anzeichen für die Anfälligkeit gegenüber bestimmten schweren Erbkrankheiten haben.

Alles, was durch die PID gemacht wird, ist sicherzugehen, dass man nicht gerade die "gesunden" Zellen auf den Müll wirft und die geschädigten Zellen einsetzt. Stark vereinfacht formuliert, zumindest.

Das "Designerbaby" zieht eigentlich nicht, da an den Zellen nichts verändert werden kann- es kann nur aus den vorhandenen befruchteten Zellen ausgesucht werden, welche eingesetzt wird, nichts weiter- die Behindertenproblematik verstehe ich auch nicht so ganz. Bei aller Political Correctness, aber ich bin der Ansicht, das Behinderungen erstmal nichts erstrebenswertes sind- weder für die betroffenen Eltern, noch für die Kinder selber, und die Vorstellung, dass gewisse schwere, Lebensqualität und Lebenserwartung massiv beeinträchtigende Erkrankungen etwas seltener auftreten (die PID wird ja nur bei künstlicher BEfruchtung angewandt, für die breite Masse der natürlichen Zeugungen ist sie ja überhaupt nicht relevant) kann ich nicht als Horrorszenario und Herabwürdigung behinderter Menschen betrachten.

Vielleicht noch ein Punkt: Künstliche Befruchtungen mit PID werden ja sehr häufig von Menschen gewählt, die Grund zu einer gewissen Sorge haben und ein hohes Risiko haben, kranke Kinder zu bekommen, beispielsweise weil in der Familie eine schwere Erbkrankheit auftaucht- durch Anwendung der PID ist es also möglich, dass Eltern guten Gewissens Kinder bekommen können, ohne sich Sorgen zu müssen, dass diese Kinder es aufgrund der elterlichen gene im Leben mal sehr schwer haben werden. Es können also konkret Kinderwünsche erfüllt werden, die sich die Eltern sonst vielleicht aus Angst versagt hätten.

Übrigens: Tatsächlich gibts sogar im Wikipedia Artikel zum Thema PID eine Auflistung mit Argumenten Pro und Contra- da könntest du auch noch reinschauen, vielleicht ist da auch was dabei, worauf du noch nicht selbst gekommen bist.

Dank PID können sich auch solche Eltern für Kinder entscheiden, die es aufgrund hohen vorhandenen und bekannten Risikos für eine Erbkrankheit normalerweise für unethisch halten, ein (mit hoher Wahrscheinlichkeit krankes) Kind in die Welt zu setzen. Es ist imho eigentlich falsch, die PID immer mit "Designerbaby" gleichzusetzen. Die PID wählt nur aus - gesunder Embryo, kranker Embryo - aber sie kann nichts hinzufügen, was nicht bereits vorhanden ist. Da wird nur ausgewählt, aber nichts "designed". "Design", also genetische Optimierung durch einen gezielten Eingriff am Embryo mit Zufügen von gesundem oder Entfernen von krankem Erbgut, ist ein ganz anderes Gebiet...

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