Erfahrungen mit Soziotherapie?

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Da die Begriffe der Soziotherapie und der Sozialtherapie identisch verwendet werden, habe ich hier eine Übersicht von Aufgaben im Rahmen einer Sozialtherapie.
http://www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/ros/faz/therapie/art/00849/

Vielleicht hilft dir das weiter.

Diese Sozialtherapie scheint aber mit der Soziotherapie nach § 37 a SGB V nichts zu tun zu haben. Bei der Soziotherapie geht es doch um die Inanspruchname ärztlicher und ärztlich verordneter Leistungen. Da gehören doch Schuldnerberatung, Bewerbungstraining usw nicht dazu. Sozialtherapie und Soziotherapie haben doch kaum Überschneidungen. Wieso meinst Du, daß die Begriffe identisch verwendet werden?

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@crunch87

Vielleicht hilft dir das noch weiter:
http://www.caritas-stuttgart.de/63751.html

So wie ich es verstehe, soll die Soziotherapie dazu beitragen, dass die Betroffenen ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen können bzw. dafür sorgen, dass ärztliche Leistungen nicht in Anspruch genommen werden müssen, wenn sich dies durch eine Soziotherapie vermeiden ließe. Hierzu fällt mir z.B. der ambulante sozialpsychiatrische Dienst ein, der eine solche Aufgabe wahrnehmen kann.

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@crunch87

"Wir gehen ausdrücklich nicht auf die Soziotherapie nach SGB V, §37a ein, die aus unserer Sicht einen Sonderfall darstellt. Bei ihr handelt es sich um eine Leistung im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung, die ausschließlich für den Personenkreis der schwer psychisch kranken Menschen gedacht ist. "

Ich hätte also na "Soziotherapie nach SGB V" fragen müssen. Um die geht es mir. Die ist si eingeschränkt, daß ich in ihr keinen Sinn erkenne.

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@crunch87

Solche theooritischen Texte hatte ich einige gefunden. Ich kann mir durch sie aber nicht vorstellen, wie das dann in der Praxis ausshen kann.

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@koten

Inwieweit meinst du eingeschränkt? Was genau in der Soziotherapie durchgeführt wird, wird gemeinsam zwischen den Betroffenen und z.B. den Mitarbeitern des sozialpsychiatrischen Dienstes zusammen erarbeitet. Dies ist abhängig von der Problemlage der Betroffenen. Diese sollen dabei in ihrem sozialen Umfeld bleiben, so dass sie nicht in eine psychiatrische Einrichtung müssen. Ihnen wird aber z.B. auch geholfen nach einem Klinikaufenthalt die Übergangszeit nach Hause zu meistern. Sie sollen zur Krankheitseinsicht geführt werden, so dass sie an ihren Problemen arbeiten können. Manche werden zu Ärzten oder Therapeuten begleitet, wenn sie das nicht von alleine schaffen würden. Auch können sie z.B. zu einem Verein oder anderen öffentlichen Veranstaltungen begleitet werden, so dass sie wieder einen sozialen Anschluss finden, wenn sie vorher isoliert gewohnt haben. Sollte eine vermüllte gesundheitsgefährdende Wohnung vorliegen, kann ihnen geholfen werden, dieses Chaos zu beseitigen, insofern die Betroffenen das wollen. Das was die Soziotherapie leistet, wird also deswegen nicht explizit ausgeführt, weil es vom individuellen Problemfall abhängt. Um eine Soziotherapie nach SGB V in Anspruch nehmen zu können, bedarf es einer ärztlichen Verordnung. Wenn die Krankenkasse das genau so sieht, übernehmen diese die Kosten für die Soziotherapie und die Betroffenen können sie in Anspruch nehmen. Zumindest fasse ich so die Aufgaben der Soziotherapie auf.

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@crunch87

Was da erarbeitet wird, wird doch wohl kaum gegen die Soziotherapie-Richtlinien verstoßen.. Und gemäß diesen Richtlinien geht es in der Soziotherapie ausschließlich um die "Inanspruchname äztlicher und ärztlich verordneter Leistungen". Wie kommst Du auf die Idee, daß die Soziotherapie-Richtlinien nicht eingehalten werden?

Der Soziotherapeut will doch auch für seine Arbeit bezahlt werden. Und die Richtlinien wurden auch erarbeitet, um zu klären, wann was bezahlt wird.

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@koten

Falsch. Es geht nicht um die Inanspruchnahme ärztlicher und ärztlich verordneter Leistungen. Es geht um Menschen, die dazu nicht in der Lage sind. Die Soziotherapie stellt eine Methode dar, die Klienten wieder zu selbstständigem Leben befähigen soll. Das Hauptziel ist, dass Patienten den Arzt/Ärztin wieder selbstständig besuchen können. Um das zu erreichen gilt es den Klienten auf allen Ebenen zu stärken.
§ 37 a SBV V (1) Versicherte, die wegen schwerer psychischer Erkrankung nicht in der Lage sind, ärztliche oder ärztlich verordnete Leistungen selbständig in Anspruch zu nehmen, haben Anspruch auf Soziotherapie, wenn dadurch Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird oder wenn diese geboten, aber nicht ausführbar ist. Es geht nicht um die Inanspruchnahme ärztlicher Leistung. Die Soziotherapie stellt eine Lösung dar, wenn Menschen ärztliche Leistungen nicht in Anspruch nehmen können. Der soziotherapeutische Leistungserbringer analysiert die häusliche, soziale und berufliche Situation der PatientInnen und kann zur Unterstützung Familienangehörige, Freunde und Bekannte einbeziehen. Um die Therapieziele zu erreichen, kann er die PatientInnen an komplementäre Dienste heranführen.

Folgender Text stammt aus dieser Quelle: http://www.pinel-online.de/index.php?id=413 Folgende Leistungen können vom soziotherapeutischen Leistungserbringer erbracht werden:

•Motivations- (antriebs-) relevantes Training (praktische Übungen zur Verbesserung von Motivation, Belastbarkeit und Ausdauer) •Training zur handlungsrelevanten Willensbildung (Einübung von Verhaltensänderungen, Übungen zu Tagesstrukturierung und planerischem Denken, Bewältigung von Konflikten, selbständige Konfliktlösung) •Anleitung zur Verbesserung der Krankheitswahrnehmung (Erkennen von Krisen (Frühwarnzeichen) zur Krisenvermeidung, Förderung der Compliance und von gesunden Persönlichkeitsanteilen)

Ich weiß immer noch nicht was genau dein Problem ist. Du kannst auch mal den ambulanten psychiatrischen Dienst in deiner Nähe aufsuchen und fragen, was sie genau im Rahmen der Soziotherapie leisten. Vielleicht fällt es dir dann leichter, dir darunter was vorzustellen.

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@crunch87

Mein Problem ist folgendes: Bevor ich hier meine Frage stellte, hatte ich mich bereits bemühnt, im Internet hilfreiches zu finden. Von der Wikipedia über die Soziotherapie-Richtlinien bis hin zu den Seiten des Berufsverbandees Sozialtherapie hatte ich mir reichlich theoritisches reingezogen. Ein konkretes Fallbeispiel habe ich aber nirgens entdeckt. Deshalb fragte ich hier nach "praktischen Erfahrungen". Als Antwort bekam ich aber nur Verweise auf theoritischen Quellen, die keinerlei zusätzliche Informationen enthielten. Da haben sich einige Leute richtig Mühe gemacht, aber wie hieß es dann früher in der Schule: "Thema verfehlt, ungenügend".

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@crunch87

Unhöflichkeit war micht meine Absicht. Ich kann auch keine erkennen. Sagst Du mir, was Du als unhöflich ansiehst?

Deine Links kann ich mir leider erst in ein paar Stunden anschauen. Aber schon mal besten Dank-

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@crunch87

Ich hätte aber dennoch gerne gewußt, was Du als unhöflich betrachtetest.

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Ich bearbeite für eine Kunden gerade folgende Seite: soziotherapie.eu

Dort stehen viele Informationen, vielleicht hilft das ja weiter.

Gruß
Michael

Da hatte ich schon längst nachgeschaut: Das typische Wikipedia-Gelaber, mit dem man nur dann etwas anfangen kann, wenn man sich mit dem Thema auskennt.

Gemäß Wiki koordiniert die Sozialtherapie medizinische Behandlungen bei Patienten. Also den Psychater, den Psychotherapeuten und eventuell noch KBT. Das ist doch Pipi-Kram. Oder gibt es noch andere medizinische Behandlungen? Bei manchen Depressiven wäre sicherlich eine Schuldnerberatung sinnvoll. Lauf Wiki hat Soziotherapie damit aber nichts zu tun.

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@koten

Wie in Wiki steht, und so Gelaber ist das finde ich nicht, versteht sich die Soziotherapie als Mittler zwischen dem "Bedürftigen" und helfenden Institutionen. Sie kann also bei Schuldenproblemen auch an eine Schuldnerberatung vermitteln. Es mag dir als Pipikram erscheinen, aber manche Leute sind eben nicht so informiert und selbstständig, dass sie sich einfach selbst Adressen von Schuldnerberatungen raussuchen und da nen Termin machen etc.

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@scben

Nach meiner Erahrung sind Wiki-Beiträge recht häufig nichtssagend für jemanden, der Erstinformationen sucht. Aber um die Wiki soll es hier ja gar nicht gehen.

In den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen heißt es: "Soziotherapie nach § 37 a SGB V soll ihnen die Inanspruchname ärztlicher und ärztlich verordneter Leistungen ermöglichen."

Als ich den Begriff Soziotherapie erstmalig las, dachte ich: "Toll! Eine Stelle die einem Patienten mitteilt, was es alles gibt (Schuldnerberatung, Mieterverein, Krisennothilfe, Krebsberatung, Integrationfachdienst etc)". Gemäß den Richtlinien des BA gehören diese Dinge, die für einen psychisch Kranken wirklich wichtig sein können (ich spreche da aus eigener Erfahrung), aber leider nicht zu den Aufgaben der Soziotherapie.

Wieso meinst Du, daß das anders wäre? Hast Du da eigene Erfahrungen?

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