Dolchstoßlegende - Ist das Zitat auf dem Plakat der DNVP von 1924 echt?

2 Antworten

Jemandem, der seit 1919 nicht mehr lebte und sich nicht wehren konnte, konnte man 1924 natürlich alles mögliche unterstellen. Und mit der Wahrheit hat es die dt. Rechte noch nie besonders genau genommen.

Es spielt aber objektiv keine Rolle, ob Vater so etwas gesagt hat, denn die Ursache für die Niederlage war nachweislich militärischer und wirtschaftlicher Natur. Bereits mit der verlorenen Marneschlacht von 1914 - also zu Beginn des Krieges, war klar, daß Deutschland den Krieg verlieren würde (Moltke nach der Schlacht zu Wilhelm II: "Majestät, wir haben den Krieg verloren!"). Nach der Marneschlacht war man gezwungen, in einen Stellungskrieg überzugehen, denn das Blitzkriegskonzept des Schlieffenplanes war damit gescheitert. Einen Stellungskrieg aber konnte Deutschland auf Dauer nicht gewinnen, da es deutlich weniger Ressourcen als die Entente mit ihren Kolonien hatte.

Fakt ist, der Zerfall der Front und die Auflösungserscheinungen sind auf die militärische/wirtschaftliche Übermacht der Entente zurückzuführen ("Schwarzer Tag des Deutschen Heeres"). Erst lange nachdem Ludendorff am 29. September Waffenstillstandsverhandlungen forderte, wurde die Revolution (ab Anfang November!) von den Soldaten/Matrosen in die Heimat getragen - und nicht umgekehrt.

Danke für die Geschichtsstunde. Aber eine Antwort auf meine Frage ist das nicht.

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@Trevrizent

Gut, dann noch mal ganz langsam zu Mitmeißeln: Wenn die Behauptung stimmen würde, müßte auch die Quelle nachvollziehbar sein. Ist sie aber offensichtlich nicht. Demnach dürfte es sich um nichts weiter als um eine unbewiesene Behauptung handeln - bei der deutschen Rechten keine Seltenheit. Falls Du anderes recherchieren könntest, wäre es Dir sicherlich bereits gelungen.

Und falls Du doch noch etwas finden solltest, laß es uns wissen.

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@FloydPepper

Die Behauptungen von Rechtsaußen zum Ursprung dieses Zitats widersprechen sich zudem. Einmal habe es Vater nach der Revolution "gesagt", ein anderes Mal stand es angeblich in der "Täglichen Rundschau" vom 15.12.1918. Glaubwürdig geht anders. Aber zumindest die letztere Behauptung sollte sich ja überprüfen lassen.

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Das Problem ist, dass es darauf keine endgültige Antwort geben kann. Einige werden dir sagen, dass es eine Erfindung ist, einige werden dir sagen, dass es Albert Vater gesagt hat. Jeder hat dafür so seine Gründe, aber wenn es eindeutig feststellbar wäre, dann gäbe es solche Fragen wie deine ja nicht.

Für viele Zitate gibt es bessere Belegstellen als das Wahlplakat einer rechten Partei. Mich würde interessieren, ob es dafür auch eine seriöse Belegstelle gibt.

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@Trevrizent

Wenn es sie gäbe, dann würdest du die Frage nicht stellen, weil dann so eine Umdeutung von rechter Seite nicht möglich wäre. Du könntest ja die eindeutige Quelle aufrufen und sehen, wer die Wahrheit sagt.

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@hydralernae

Es wird gerade in der Politik viel behauptet, was aus dem Zusammenhang gezogen ist. Das hindert aber niemand daran, es plakativ zu verwenden. Außerdem konnte man damals nicht mal schnell im Internet nachschauen und eine Quelle "aufrufen", um festzustellen, ob eine Aussage richtig oder falsch zitiert ist.

Und die Umdeutung von rechter Seite ist so oder so möglich. Sie haben es ja auch geschafft, viele Leute davon zu überzeugen, dass die Streiks in der Heimat Schuld an der mangelnden Versorgung mit Kriegsgütern gewesen seien, obwohl das nicht wahr war und es eindeutige Quellen gab, die das Gegenteil besagten.

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@Trevrizent

Du, auch wenn man heute im Internet mal schnell nachschauen kann, muss das nicht stimmen, was man da liest. ;-) Siehst du ja schon an diesem Beispiel...

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Hat mein Urgroßvater (1. Weltkrieg) eine Ähnlichkeit mit Hitler im 1. Weltkrieg?

Ich betreibe seit einem Jahr Ahnenforschung, über meinen Großvater und Urgroßvater väterlicher Seits. Vor zwei Jahren habe ich 3 Gruppenbilder bayerischer Artilleristen des 1. Weltkriegs entdeckt. Auf beiden war mein Urgroßvater abgebildet. Mit 13, also vor zwei Jahren, habe ich mich auch sehr über Hitlers Biographie von 1933-45 beschäftigt. Jetzt mit 14, interessiere ich mich manchmal für Hitlers Kriegsleben im 1. Weltkrieg. Ich entdeckte ein Bild des Frontsoldaten, mit seinem Schnurrbart, dieser war nicht der Spitzschnurrbart, mit dem Hitler 1914 zur Front kam. Sein Schnurrbart entwickelte sich schon halbwegs zum Unterlippenbart, wie Hitler ihn auch später in den 30er hatte. Auf dem Kriegsbild sieht man 11 freundlich wirkende Soldaten, darunter mein Urgroßvater der genau den gleichen Schnurbart, wie Hitler auf dem Bild hatte. Das beste ist, das mein Urgroßvater nach dem Krieg auch einen Unterlippenbart bekam. :D Auf den ersten Blick, habe ich gemeint: ,, Sieht er nicht aus wie Hitler'' ? Aber ich habe das Bild unter einer Lampe gehalten, und es war natürlich klar, das es ein Familienangehöriger ist. Und zudem war Hitler bei der Infanterie, und mein Urgroßvater bei der Artillerie. Aber ich denke auf den ersten Blick, könnte man ihn mit Hitler verwechseln. Ich wollte wissen, ob auch andere diesen Soldaten mit Hitler verwechseln.

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