die Pest

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5 Antworten

Hallo :)!

Was ihr in der Schule nicht lernt, aber trotzdem die Wahrheit ist! ;)

2 Virologen , Duncan und Scott erklärten 2004 im Buch Return of the Black Death, dass es sich beim Schwarzen Tod, der im mittelalterlichen Europa wütete, nicht um die vom Bakterium Yersinia pestis verursachte Krankheit handelt, die als Pest bezeichnet wird, sondern um ein direkt von Mensch zu Mensch übertragenes hämorrhagisches Fieber (The History of the Black Death). Also eine Viruserkrankung, deren bekannteste Form das Ebola-Fieber ist.

Der Begriff Pest ist Latein und bedeutete ursprünglich schlicht ansteckende Krankheit oder Seuche. Die Ursache des Massensterbens kannte man nicht, die Vermutungen reichten von giftigen Dünsten bis zu Brunnenvergiftungen (Das Wüten der Strafe Gottes :(). Seit der Entdeckung des Erregers Yersinia pestis Ende des 19. Jahrhunderts!!!!! gingen die Mediziner davon aus, dass diese Bakterien für die Epidemien des Schwarzen Todes verantwortlich seien, hauptsächlich in Form der durch Bisse des Rattenflohs übertragenen Beulen- oder Bubonenpest.

Allerdings breitete sich der Schwarze Tod schon bei seinem ersten Auftreten in Europa zwischen 1347 und 1352 rasend schnell aus, die Überlieferungen berichten, dass Reisende die Krankheit von Dorf zu Dorf und Stadt zu Stadt brachten. Das spricht für eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch. Zudem war die Wanderratte, die Trägerin des Rattenflohs, zum Zeitpunkt des ersten Auftretens der Seuche noch nicht nach England und auch nicht nach Island zugewandert – dennoch wütete der schwarze Tod. Die Sterberate betrug fast 100 Prozent, während an der Beulenpest durchschnittlich nur weniger als die Hälfte der unbehandelten Infizierten sterben. Und nicht zuletzt spricht die Genmutation CCR5-delta 32(entnommen aus Knochen + Zahnwurzeln + Haare die an der "Pest" verstorbenen) für eine Viruserkrankung wie HIV/AIDS oder ein hämorrhagisches Fieber,denn das Bakterium Yersinia pestis wird von Veränderungen des Rezeptors CCR5 nicht ausgebremst.

Ohne sich genauer festzulegen, war schon 2002 der Anthropologe James Wood von der Pennsylvania State University zu dem Schluss gekommen, dass der Schwarze Tod wahrscheinlich nicht die Pest war. Er hatte Kirchenbücher und andere kirchliche sowie weltliche Dokumente des 14. Jahrhunderts aus England analysiert. Als ein Indiz wertet er das Fehlen von Berichten über tote Ratten in den Straßen, denn die Pest rafft auch die Wirtstiere der Flöhe in Massen dahin. Vieles spricht nach seinen Quellen-Studien für eine direkte Infektion von Mensch zu Mensch (Medieval Black Death unlikely to be bubonic plague).

Der Genforscher Stephen O`Brien (Kalifornien) schrieb: Etwas begann in der Vergangenheit, Millionen von Menschen zu töten und dieses Etwas, was auch immer es ist, wurde wahrscheinlich in den Menschen ausgebremst, die die Mutation von CCR5 entweder einfach oder verdoppelt in sich trugen und diese Verlangsamung erlaubte dieser Genvariation wahrscheinlich, sich in Schüben zu vermehren, nicht nur einmal, sondern immer wieder im Verlauf der letzten Jahrtausende.

Wir konnten zurückrechnen, wie lange es seit dem letzten starken Selektionsdruck [dem die Mutation ausgesetzt war] gedauert hat und kamen auf ungefähr 30 Generationen oder etwa 700 Jahre, und damit sind wir im Mittelalter, mitten in der verheerendendsten Epidemie und Seuche der aufgezeichneten Geschichte: dem Schwarzen Tod.

Der Schwarze Tod schwang seine Sense von 1347 bis 1660 in Europa. Hämorrhagische Fieber, die durch Viren übertragen werden, ließen die Menschen um 1500 vor c. im Tal des Nils wie die Fliegen sterben, weitere Seuchen tobten von 700 bis 450 v.c. in Mesopotamien, 430 v.c. in Athen, im römischen Reich unter Justinian von 541 bis 700 n.c. und im frühen islamischen Reich von 627-744.

Als der Schwarze Tod im 14. Jahrhundert auftauchte, betrug die Rate der Genmutation in der Bevölkerung 1:20.000. Heute trägt in Europa jeder Zehnte CCR5-delta 32 in sich. Wer die Genvariation hatte, überlebte viel eher den immer wieder durch die Lande ziehenden Schwarzen Tod und konnte es deshalb seinen Nachfahren vererben. Die Hochrechnungen der Wissenschaftler ergaben, dass die Häufigkeitsverteilung von CCR5-delta 32 im geschichtlichen Verlauf einen Zusammenhang nahe legt. Sogar die Tatsache, dass im Norden und Osten Europas wesentlich mehr Menschen diese Erbgutveränderung besitzen, kann mithilfe der Computersimulation erklärt werden. Duncan erläutert: Die Präsenz der hämorrhagischen Seuche sorgte dort für einen kontinuierlichen Selektionsdruck auf die Mutation CCR5-delta 32 und erklärt, warum man sie heute häufiger in Skandinavien und Russland findet.

(Die Ausscnitte stammen aus mehreren aktuelllen Fachbüchern, und leider finden sich auch keine Linka dazu im deutschen Netz :()

Gruß: I.B.

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