Beileidskarte: Wie lange nach Tod ist noch angemessen?

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2 Monate würde ich sagen geht gut. Da ist die gröbste Trauer "verdaut", obwohl der Hinterbliebene trotzdem ständig noch an den Verstorbenen denkt und sogar meint, andere hätten ihn längst vergessen. So ging es mir zumindest, nach dem Tod meines Vaters.Da kam auch nach Monaten noch ein Kondulenzschreiben und ich freute mich sogar, dass es noch jemand gab, der an ihn dachte.

Hallo ... also ich würde nach zwei Monaten keine klassische Beileidskarte mehr schicken ... also nicht mit so einem richtigen Trauermotiv vorne drauf, mit schwarzem Rand usw. ... das finde ich nur die ersten 1 - 2 Wochen passend. Jetzt ist die akute Trauer schon ein bisschen vorbei und ich würde einen persönlichen Brief, vielleicht mit einem schönen Spruch schreiben ... das passt sicher besser.

Vielen Dank an alle für die guten Antworten!!!

Ich werde eine selbstgestaltete Doppelkarte mit gepressten Blumen verschicken und ansonsten wie in einem normalen Brief schreiben. Dabei werde ich eher kurz aber einfühlsam mein Beileid aussprechen.

Schöne Grüße an alle Sternum

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Wenn Ihr damals einen engen Kontakt hattet, ist es wohl nie zu spät für eine Beileidskarte. Es ist ein aufrichtiges Zeichen für dein Mitgefühl. Ich denke, der Tod ist immer schwer zu verkraften und natürlich werden evtl. mit deiner Karte Gefühle aufgewühlt. Aber das wird immer passieren.

Hallo, wenn es für die ungewöhnlich lange Zeit deinerseits eine Begründung gibt, z.B. längere Abwesenheit durch Urlaub, Krankheit, Reha-Aufenthalte, etc., denke ich schon, dass man noch mit einer Beileidskarte kondolieren kann. Aber überlege, ob es da nicht doch besser ein "normaler" Brief auch tut.

LG Bundus

Hallo Sternum, wie Sandra schon vorgeschlagen hat finde ich es auch besser einen Brief zu schreiben, statt der Karte. Ich finde, die Karte wäre nach 2 Monaten "etwas verspätet". Natürlich, wenn du von dem Trauerfall erst jetzt erfahren hast kannst du das auch in einer Karte erklären, aber ein Brief ist meines Erachtens angemessener.

Bei meiner Freundin starb kurz vor Weihnachten die Mutter. Da hatte ich es recht zeitnah erfahren und konnte ne Karte schreiben in der ich ihr Hilfe angeboten hatte... Die folgende Zeit habe ich oft mit ihr telefoniert und ihr das Gefühl gegeben für sie da zu sein, das ist viel wichtiger als eine "einfache" Karte.

Mein Rat an dich: wenn es dir möglich ist für diese Person da zu sein, ihr das Gefühl zu geben, dass sie mit dem Kummer nicht alleine ist, dass du sie mal ablenkst (nicht mit Gewalt), aber z.B. nach 2 Monaten mal mit ihr Essen gehst, ihr die Chance gibst sich auszutauschen, über die Themen zu sprechen, die für sie wichtig sind (sei es der Todesfall, Verlustgefühle oder was immer grade aktuell Probleme macht...) ist sicherlich hilfreicher. Meiner Freundin hatte ich z.B. angeboten sie zum Friedhof zu fahren, da der Bus oft Verspätung hat (grad im Winter). Oder was immer hilfreich ist.

Auch wenn du sie lange nicht gesehen hast und wenig Zeit hast, Telefon, Email etc. sind ja immer griffbereit - oft wollen Hinterbliebene nicht die ganze Zeit an ihren Verlust erinnert werden, aber da hast du sicherlich ein Gespür bei einem Gespräch dafür, wie es ihr geht. Muss ja kein stundenlanges Gespräch sein, dafür aber ehrlich von dir aus.

Ich wünsche dir alles Gute. Kiarafindus

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