Was wären Argumente für und gegen die Abtreibung bei Trisomie 21 (Down-Syndrom)?

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Hallo Marlies,

Ich bin ein Vater mit einer Tochter, die mit Trisomie 21 geboren wurde.

Vorab möchte ich dir sagen, dass ich froh bin vor der Geburt nicht gewusst zu haben, dass unsere Tochter Trisomie 21 hat. Sie ist echt wunderbar und ich will sie nicht mehr missen.

Allerdings muß jeder die Entscheidung zur Abtreibung selbst treffen und kann und will niemanden der sich für eine Abtreibung entscheidet ver(vor)urteilen.

Argumente zur Abtreibung kann man immer finden, wenn du dir anschaust, wie unterschiedlich stark eine Trisomie ausgeprägt sein kann.

Es kann durchaus vorkommen, dass Kinder nie wirklich sprechen können, oder für immer inkontinent sind oder mehr im Krankenhaus sind, als zu hause. Denn es können alle möglichen Körperlichen Beschwerden dabei sein.

Verkürzter Darm, keine Nebenhöhlen, schwere Muskelhypertonie, Schwer geistig behindert, Epilepsie, höhere "Anfälligkeit" zu Leukämie, Schilddrüsenerkrankungen. u.s.w.

Unabhängig davon wird ein Kind mit Trisomie entweder sehr spät erwachsen oder eben nie.

Wer sich selbst nicht in der lage fühlt sein eigenes Leben mit all den negativen Effekten der Trisomie zu gestallten, da eine Lebenslage Pflege evt. nötig ist ist durchaus imho berechtigt eine Abtreibung vorzunehmen.

Grüße,

oliver

Hallo Oliver, Vielen Dank für deine Antwort! Sie hat mir sehr geholfen... Ich wünsche dir und deiner Tochter noch viel Glück! Liebe Grüße Marlies:)

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vor der geburt hat man meiner schwägerin zur abtreibung im 6. monat geraten da das baby diese kranheit haben soll, es wurde nicht gemacht nd der junge ist heute kern gesund also kann auch die medizin ich irren und ich bin froh das der kleine lebt.

Das ist eine sehr heikle Angelegenheit. Menschen mit Behinderungen haben in unserer heutigen Gesellschaft noch immer massive Probleme anerkannt zu werden. Sie werden benachteiligt. Eltern die sich für eine Abtreibung entscheiden fühlen sich oftmals überfordert. Ein Kind mit Down-Syndrom bedeutet mehr Aufwand, mehr Fürsorge. Es hört sich komisch an, ich weiß. Aber sie sind in der Erziehung oftmals schwieriger, da sie mehr Aufmerksamkeit benötigen. Viele fühlen sich dazu nicht in der Lage, auch wenn es viele Anlaufstellen oder Hilfegruppen gibt. Jede Familie wünscht sich ein Kind das makellos ist. Ein Kind mit Down-Syndrom ist das eben nicht. Ich finde, daß jeder dies selbst entscheiden soll. Ein Kind mit Down-Sydrom ist eigentlich nicht anders als ein KInd ohne diese Behinderung. Es ist überlebensfähig, wenn man es so sagen kann; es stirbt nicht "sofort" an seiner Behinderung. Die Lebenserwartung ist zwar geringer, aber das glaube ich kaum, ist ein Arguement für eine Abtreibung.

Man sollte kein Paar dazu zwingen ein Kind großzuziehen wenn sie sich es nicht zutrauen= Selbstbestimmungsrecht der Eltern. Weniger gutes Argument: Die Kosten die der Gesellschaft und der Familie entstehen. Die Möglichkeit dass das Kind viel früher sterben und so zu viel Trauer führen kann.

Wahrscheinlich gibt es keine Argumente, die gleichzeitig für das Kindeswohl sprechen. Du könntest aber erörtern, ob das Leben eines Behinderten lebenswert ist.

Gegenargumente sind Kosten/Zeit für die Pflege. Es stellt eine große Belastung für die Eltern dar.

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