Absage nach zu hohen Gehaltsvorstellungen?

8 Antworten

Die geschilderte Situation ist nicht ungewöhnlich. Ich warne davor, einem ersten Fehler, einen zweiten folgen zu lassen. Folgende Aspekte solltest Du berücksichtigen: 1. Wenn Deine Qualifikation optimal für das Unternehmen gepasst hätte, dann hätte der Personaler das Gehalt mit Dir verhandelt und keine Absage erteilt. 2. Gehaltswunsch, Qualifikation und Stellenausschreibung sollten "zusammen passen". Hier hast Du offensichtlich einen gravierenden Fehler gemacht. Ein Gehaltswunsch kann durchaus 10% über dem vergleichbaren Gehalt für die Stelle liegen. Das wäre auch noch verhandelbar. 3. Sich nun nochmals zu melden und 20% quasi Nachlaß zu gewähren wäre ein weiterer Fehler. Du musst schon gute Gründe haben, um hier zu argumentieren. Du kannst nicht angeben: "habe mich nicht richtig informierte"; heißt: Nachlässigkeit bei der Bewerbung oder "Tipfehler bei der Erstellung"; heißt: unsaubere Kontrolle der Bewerbung. Du würdest damit dem Personaler signalisieren, daß Du nicht korrekt arbeitest. 4. Du musst davon ausgehen, daß die Stelle nun mit einem anderen Bewerber besetzt ist und die Zusage bereits erfolgt ist. Die Stelle wird jetzt nicht mehr anderweitig vergeben. Wenn mehrere Stellen in dem Unternehmen besetzt werden sollten, oder kontinuierlich offen sind, dann und nur dann gibt es eine Möglichkeit, sich nochmals zu melden. Dann muss das Argument wie folgt lauten: Ich möchte gerne in Ihrem Unternehmen arbeiten, weil ich sicher bin, daß ich mit meiner Qualifikation und mit meinem Einsatz diese Stelle sehr gut ausfüllen kann. Ihr Unternehmen ist für mich die herausragende Adresse. Daher bin ich auch bereit, am Anfang die Gehaltsstruktur des Unternehmens zu berücksichtigen und mit einem geringeren Gehalt einzusteigen. Mittelfristig möchte ich aber beweisen, daß ich das von mir angestrebte Gehalt wert bin. Das klingt dann selbstbewusst und Du hast Deine Bewerbung nicht als "fehlerhaft" dargestellt. Ob es dann zur Einstellung kommt, ist trotzdem fraglich. Möglicherweise schießt der Personaler noch einen weiteren Fehler nach, weil er Dich erst gar nicht einstellen wollte und der Gehaltswunsch nur Dir gegenüber als Vorwand verwendet wurde. In Deiner Situation ist also größte Vorsicht geboten.

Qualifikation hätten laut Personalverantwortlichen gepasst. Da ich gesagt habe 55.000 ist meine unterste grenze, wird er damit wohl gemeint habe das sich damit auch nichts zu verhandeln gibt. 
Die stelle ist seit knapp 8 Monaten offen. also denke ich dass diese auch in zukunft noch etwas offen sein wird. 
Ist meine Annahme richtig, "mehr als ein zweites Nein bekommen kann ich nicht. wenn ich glück habe bekomme ich die stelle tatsächlich trotzdem noch zu einem Gehalt das für beide Patein ok ist" ?  oder muss ich mit Folgen im nachhinein "Jährliches personalgespräch/Gehaltsverhandlung" rechnen?

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@W8ne3

Ich würde mich auf gar keinen Fall mit einer erneuten Bewerbung "billiger" verkaufen. Als Personalchef würde ich sagen, der hat bei seiner ersten Bewerbung gepokert und gehofft, dass er die Stelle bekommt.

Wenn er sich nun "billiger" verkauft so lässt das den Schluss zu, dass er doch Zweifel daran hat, dass das geforderte Gehalt, nicht seinem Leistungsvermögen entspricht. Wenn er der Meinung ist, dass 55 000.--€Jahresgehalt seiner Qualifikation entsprechend gerechtfertigt sind, dann sollte man auch darauf bestehen, das deutet auf Selbstbewusstsein hin.

Der Personalchef hätte ja mit dem Bewerber bem Vorstellungsgespräch die Gehaltsfrage endgültig klären können, so er wirklich Interesse an dem Bewerber gehabt hätte. So kam ihm für die Absage die Gehaltsforderung des Bewerbers recht.

Ich hatte als Abteilungsleiter, kurz nach Wiedervereinigung mit Bewerbern aus der ehem. DDR zu tun. Die kamen mit einer Erwartungshaltung zu mir, was Gehalt betraf, die weit über dem lag, was bei uns üblich gewesen ist.

Einem dieser Bewerber stellte ich die Frage, warum er eine so hohe Gehaltsforderung stelle ? Daraufhin gab er mir die Antwort, dass wir im Westen alles bekommen hätten was wir wollten, sie im Osten quasi nichts bekamen. Damit meinte er, dass uns die USA alles geschenkt hätten, die Russen aber nichts dergleichen taten.

Seine Gehaltsforderung begründete er damit, dass er ein Recht darauf habe, dass hier ein Ausgleich erfolgen müsse. Das war dann auch das Ende des Gesprächs.

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Wenn du damit Leben kannst, 10.000€ weniger zu verdienen, würde ich dir vorschlagen, dich zu melden.

Er hat es dir ja auch schließlich noch angeboten.

Wenn du drüber stehen kannst dann würde ich mich nochmal melden. Vor allem wenn das eine Stelle für dich ist die du gerne hättest oder auf die du angewiesen bist. Mehr als ablehnen können sie dich ja nicht.

Dass als Bachelor Maschinenbau 55k deutlich zu hoch sind wurde dir aber bereits in einer deiner Fragen gesagt. Selbst 40k liegt schon an der oberen Grenze. Außer du hast ne 1,0 als Note.

Beides. 1. Was hast du zu verlieren, bei einem Gegenangebot? 2. Ja lerne daraus oder mache deutliche klar, warum du das Geld wert bist. Der AG muss na noch mal ca.25% Sozialkosten draufrechnen und liegt dann ca. bei 80.000€ Arbeitgeberkosten.

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