Könntet ihr das dem Menschen, den ihr liebt verzeihen?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Also jetzt melde ich mich auch mal zu Wort - und sicher aus einem vollkommen anderen Blickwinkel, da ich Beziehungen in einer solchen Form gar nicht eingehe.

Ich hab auch Deine anderen Fragen mal überflogen - weiß also grundlegend, dass es um Vertrauen, Eifersucht, Betrug und Verzeihen in einer festen Zweierbeziehung geht.

Fangen wir mal mit Vertrauen an... Das Problem an Vertrauen ist, dass es ein Vorschuss ist, sozusagen wie ein Kredit bei der Bank. Es gibt allumfassendes Vertrauen - das so genannte Urvertrauen - das quasi ohne Auslöser da ist (auch wenn wir das aktuell immer mehr verlernen).

Dann gibt es Vertrauen, das an eine Bedingung oder eine Regel geknüpft ist. »Ich vertraue Dir, dass Du mich liebst« oder »Ich vertraue Dir, dass Du in unserer Beziehung nicht mit anderen Frauen schläfst«. Darum geht es ja hier.

Und da würde ich auch sofort widersprechen. Brauchen wir wirklich selbst für Vertrauen eine Regel? Die einzige »Bedingung«, die mir da gelten lassen würde, ist »Ich vertraue Dir, dass Du mir nicht weh tust«.

Aber wer macht denn die Regel, dass man in einer Beziehung keinen sexuellen Kontakt haben darf außer mit dem Partner? Und wie soll man sich an eine Regel halten, wenn sie noch nicht einmal kommuniziert wurde?

Die Frage lässt sich leicht beantworten: Die Gesellschaft und - geschichtlich - die Religion.

Seit über 2.000 Jahren wird uns so eingetrichtert, dass wir Partnerschaft als Besitz sehen sollen, dass wir uns Anderen gegenüber sexuell enthaltsam zeigen sollen (und das obwohl wir von Natur aus polygam sind), dass wir am besten bis zum Lebensende mit einem Partner verbringen sollen.

Was hat das ganze jetzt damit zu tun? Ganz einfach: In unserer Gesellschaft sagen wir unserem Partner, was er zu tun und zu lassen hat. Dann vertrauen wir darauf, dass er diese Regeln einzuhalten hat. Beim kleinsten »Vergehen« sprechen wir von Betrug. Und selbst, wenn er die kleinsten Regungen gegenüber Anderen zeigt, werden wir eifersüchtig.

Die Lösung liegt eigentlich im Wort »fremdgehen«: Man kann gar nicht fremd gehen, weil man trotzdem seiner selbst ist!

Ich für meinen Teil verknüpfe an mein Vertrauen keine Bedingungen. Sie kann meinetwegen chatten, umarmen, küssen, anfassen, Sex haben, mit wem sie will. Sie kann sogar andere Leute lieben (oder in sie verliebt sein). Ich genieße es einfach so wie es ist, es gibt keine Regeln (bis auf die Absprachen zu Vorlieben, Wünschen... aber das sind ja auch keine Regeln). Es gibt keinen Betrug, weil niemandem geschadet wird. Und keiner hat einen Grund, eifersüchtig zu sein.

Zugegeben, ich lebe in sehr offenen Beziehungen. Und ich will Dich nicht dazu überreden. Sieh es eher als Anstoß, um mal Deine Vertrauens- und Eifersuchtsprobleme in den Griff zu bekommen. Und auch für ihn - um kein schlechtes Gewissen für eine Lappalie zu haben.

Erste und einzige Regel für welche Beziehungsform auch immer ist und bleibt natürlich die Kommunikation. Auf Deutsch: Sprecht miteinander!

  • Ich finde es höchst bedenklich, dass Streitereien Sexentzug zur Folge haben -- das ist niemals ein probates Mittel! Streitereien sollten vor dem Zubettgehen geklärt werden und im Bett sollte es immer möglich sein, sich aneinander zu kuscheln und lieb zuhaben. Sexualität sollte niemals als Belohnung oder Strafe eingesetzt werden. Diese Grundregel verletzt ihr offensichtlich drastisch.
  • Ihr müsst euch dringend ein besseres Kommunikationsverhalten zulegen und lernen, Streitereien verbal und zeitnah zu lösen und euch dann auch wieder versöhnen und in die Arme nehmen. An mangelndem Kommunikationsverhalten kann eine Partnerschaft genauso zerbrechen wie an mangelnder Sexualität -- ihr habt gleich zwei wichtige Baustellen und begeht pausenlos zwei krasse Fehler, die eine erfüllte, glückliche Partnerschaft verhindern.
  • Fremdgehen bedeutet, ohne Einvernehmen des Partners mit einem Dritten sexuelle Handlungen auszuüben. Fremdgehen sollte niemals geduldet werden, sondern immer die sofortige und endgültige Trennung zur Folge haben.
  • Ob aber Cybersex für dich zu "sexuellen Handlungen" dazugehört oder nicht, musst du selbst entscheiden und klare Abmachungen mit deinem Freund treffen. Wenn du Cybersex nicht schlimm findest und damit leben kannst, warum nicht? Das kannst nur du für dich selbst entscheiden. Virtuelle Kontakte bedrohen im allgemeinen keine reale Beziehung und Cybersex wird im allgemeinen nicht als Fremdgehen angesehen. Gleichwohl kann ich durchaus sehr gut verstehen, dass Cybersex als "geht gar nicht" in festen Beziehungen angesehen wird, denn es geht ja nicht nur um Fremdgehen im engeren Sinne, sondern auch um das Teilen von Sexualität im weiteren Sinne, das einen stören kann.
  • Cybersex kann eine Beziehung belasten und birgt natürliche auch reale Gefahren wie zum Beispiel Veröffentlichung von Kamera-Mitschnitten, Erpressung, Reputationsverlust und dergleichen. 
  • Ratschlag: Verbessert euer Kommunikationsverhalten und eure Sexualität. Nutzt Sex niemals als Strafe oder Belohnung, sondern stets als Zeichen eurer Liebe und Partnerschaft. Trefft klare Absprachen bezüglich Fremdgehen und zieht eine klare, einvernehmliche Grenze, was erlaubt und was verboten ist. An diese Grenze müssen sich dann beide halten.

Ich weiß, dass er das "nur" so macht, weil wenn wir ganz ehrlich sind, er wäre zu dämlich um mich im "realen" zu betrügen, da ich ohnehin immer alles herausbekomme. Und er würde mich dann auch gar nicht mehr anfassen bzw. er hatte einmal sogar ein schlechtes Gewissen, weil er jemanden umarmt hat, den ich nicht leiden kann. Also um es wirklich und richtig durchzuziehen, dazu wäre er nicht fähig, dessen bin ich mir mehr als sicher.
Sieht ganz so aus, als hättest du ihn schon zu einem richtigen Schoßhündchen trainiert. Allein der Satz >er wäre zu dämlich< ist sowas von abwertend, das man ihm das fremdgehen beinahe wünschen würde.

Diesem Mann kann man eigentlich nur eine neue Frau wünschen. Ganz ehrlich, ihr seid verlobt, also werdet ihr auch mal heiraten. Wie er da wohl eingeschränkt wird von dir? ..

Kommentar von BelleSalvatore
03.02.2016, 14:01

Du bist einfach nur abartig, um ehrlich zu sein! Ich habe alles für ihn aufgegeben und möchte doch nur, dass er treu ist. Mehr nicht. Man kann ihm nur eine andere Frau wünschen? Eine, die all das auch durchmacht, so wie ich es bisher durchgemacht habe? Seine Krankheiten (und nein, es waren nicht nur Erkältungen), seine Untreue, seine Ausraster? Er schlägt, ich bin die Böse. Er betrügt, ich bin die, die verlassen werden soll. Ich bin das Heimchen am Herd geworden, arbeite Vollzeit, während er arbeitssuchend ist. Also komm du mir nicht mehr damit, dass man ihm eine neue Frau nur wünschen kann und ihm wünschen kann, dass er fremd geht. Ganz ehrlich: denke das nächste Mal nach, bevor du solche Antworten gibst.

0

Was auch immer das ist; Irgendwann hat man genug verziehen und es wird zeit,dem allem ein Ende zu setzen ! Mach Dir nichts vor und rede Dir die Sache nicht schön,es ist nicht schön und auch nichts in Ordnung,bei Euch. Der könnte mir mal den verlängerten Rücken runter rutschen und ich fang ein neues Leben an !

Kommentar von BelleSalvatore
02.02.2016, 16:29

Rede ich mir wirklich die Sache schön? So einfach Schluss machen geht nicht. Wir sind verlobt, wohnen zusammen, haben so viele gemeinsame Möbel. Wir wollen ja ein gemeinsames Leben haben. Doch manchmal bin ich zu verklemmt. Habe ich schon einmal von ihm und von anderen Leuten gehört..

0

Du nennst ihn dämlich, er geht dir fremd. Tolle Beziehung...Macht Schluss und geht getrennte Wege. Alles andere ist Verschwendung wertvoller Lebenszeit

Kommentar von BelleSalvatore
02.02.2016, 16:26

Wir wollen aber nicht Schluss machen, das ist es ja. Wir lieben uns ja eigentlich und wollen auch bald heiraten...

0

Sorry wenn ich das sage, aber er ist der kluge...
Ich hätte es sofort beendet!

Kommentar von BelleSalvatore
03.02.2016, 13:57

Er ist der Klügere? Warum bitte. Weil er mich betrügt? Weil ich alles für ihn aufgegeben habe? Meine Wohnung, meine Freizeit? Weil ich zu ihm gezogen bin, in eine andere Stadt? Ja, dann ist er der Kluge. Weil er nix aufgegeben hat. Nicht einmal das Hintergehen.

0
Kommentar von Sarahlilalu
03.02.2016, 14:07

Du selbst sagst es. Er ist in der Hinsicht der Kluge, weil er nicht viel dafür gibt und dennoch alles bekommt. Du hast es erkannt und selbst beantwortet.

1

Was möchtest Du wissen?