Kontaktabbruch zur Familie - Wie?

Im Zuge meiner Selbstwertarbeit habe ich mehr und mehr erkennen können, dass das, was meine Familie mir angetan hat und weiter getan hat, definitiv abnormal ist und ich deren Scheiße quasi aufarbeite. Ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, indem ich mir sagen kann, dass mehrere Kriterien meiner Borderline-Störung nicht mehr nachweisbar sind, ich kurz gesagt, immer mehr in den Dauermodus komme, zwischenmenschliche Beziehung realistischer pflegen zu können.

Den Kontakt zu meiner Mutter habe ich bereits abgebrochen.Ich habe auch den Mut zusammengenommen und meinem Bruder und Vater endlich gesagt, was ich von denen halte. Ich bin familiär gesehen alleine, habe allerdings Freunde, die mich unterstützen und für mich da sind. Im Zuge dieses Prozesses spüre ich eine Art des Erwachsenwerdens. Es ist schön, aber auch sehr schwer.

Meine Oma ist die einzige Person aus meiner Familie, die mir was bedeutet, sie war der einzige Mensch, der mich immer mit Respekt und Wohlwollen behandelt hat. Im Jugend- sowie im Erwachsenenalter. Ich möchte mir gerne eine neue Nummer machen lassen, damit meine Familie zu mir - zumindest via Online-Medien - keinen Kontakt mehr herstellen kann. Nachdem ich andere Probleme gelöst habe, werde ich dieses oder nächstes Jahr auch für immer aus dieser Stadt wegziehen.

Ich habe diesbezüglich folgende Probleme: Wenn ich das tue, dann grenze ich auch meine Oma aus. Sie könnte ich beispielsweise unterdrückt anrufen und mit ihr über diese Themen reden.

Was ist mit meinen Cousins, meiner Tante und meinem Onkel? Diese Menschen haben mich ebenfalls mit Respekt behandelt und mir nie was angetan. Vertrauen kann ich denen jedoch nicht. Die denken sich da nicht viel bei und da ich langsam die Schnauze voll habe von Familiendrama, da ich mit Bruder und Vater etliche Male die gleiche Diskussion hatte, werde ich das auch nicht mehr tun.

Kurz gesagt: Wenn ich mich für diesen Weg der physischen Abspaltung von der Familie entscheide, bedeutet das eigentlich, dass ich mich familiär in Isolation begebe und ich finde das an sich gar nicht mal so schlecht. Sei es LGBTQ oder meine Hobbys (Bin Tänzer und Jongleur). Meine Familie hat gegen alles, was ich mache, etwas einzuwenden. Ich rechtfertige mich schon lange nicht mehr weil ich auch nichts davon halte.

Doch was ist, wenn mal jemand aus der Familie stirbt? Diese Nachricht würde mich nie erreichen. Ich weiß nicht so genau, wie ich das machen soll. Ich kümmere mich derzeit intensivst darum, mich von meiner Familie auch emotional abzukapseln, doch das krieg ich hin ... was diesen Schritt betrifft, bin ich überfragt.

Familie, Freundschaft, Angst, Psychologie, Borderline, Liebe und Beziehung, Selbstvertrauen, familiendrama, Kontaktabbruch, wegziehen
2 Antworten
Weitere Inhalte können nur Nutzer sehen, die bei uns eingeloggt sind.