Eine sehr interessante und wichtige Frage.
So klar und eindeutig wie in deinen Abstimmungsmöglichkeiten ist es allerdings nicht.
Gebet und Selbstreflexion muss man hier etwas genauer definieren. Ich fange mal mit Gebet an:
Das Gebet ( Vater unser ) das Jesus seinen Jüngern gegeben hat richtet sich nicht an uns selbst, sondern es geht weg vom Ich zum Du also zum himmlischen Vater an den wir glauben und ist eine umfassende Bitte also ein Bittgebet das sich an Gott richtet was impliziert das wir uns unter seinem Schutz und seiner Führung stellen.
" Dein Reich komme "
Bekehrte Christen können dieses Gebet ebenso gut auch als Dankgebet sprechen weil das Reich Gottes bereits in ihnen Gestalt angenommen hat wo man anderen ihre Schuld vergibt weil man erfahren hat, das Gott einem die Schuld in und durch Jesus Christus vergeben hat, wo man Gottes Willen im eigenen Leben erkannt hat und diesen hier auf Erden umsetzt und weil man davon überzeugt ist das Jesus das Böse am Kreuz überwunden hat, das er vom Tod auferstanden ist und in uns lebt.
Es kann für bekehrte Christen daher auch ein Lob-Preis-Gebet sein. Gebete die sich an Gott richten sollten immer aus Anbetung, Lobpreis und Bitten als auch Fürbitten bestehen und diese kann man nun mal nicht an sich selbst sondern nur an Gott richten.
Jene Zwiesprache mit Christus in uns die einer Selbstreflexion gleichkommt ist ungefähr so wie jene die wir mit unserem " älteren " Freund/Bruder halten dem wir fragen stellen wie seine Sichtweise/Meinung auf diese oder jene Situation ist in der wir uns gerade befinden weil wir keine Antwort in der Bibel finden.
Jesus sagte selbst das seine Jünger die ganze Wahrheit die er ihnen mitzuteilen hatte nicht ertragen würden können und erst der " Geist der Wahrheit " ( Heiliger Geist ) kommen müsse um sie in alle Wahrheit zu leiten.
" Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. " Johannes 16.12-14
Selbstreflexion als Christ ist im Prinzip der Wille sich unter Gottes Führung zu stellen wo man den göttlichen Maßstab sucht und nicht den eigenen. Das ist der kleine aber feine Unterschied wenn von Selbstreflexion die Rede ist.
Selbstgespräche kann man oft bei sehr einsamen Menschen sehen die zu einer imaginären Person ihres Wunsches sprechen was niemals als Gebet zu sehen ist.
Ein Gebet nach göttlichem Willen richtet sich daher immer an Gott und der Mittler dafür ist Jesus Christus.
Wenn wir Fürbitte für andere halten damit deren Glaube gestärkt wird oder sie von einer Krankheit genesen sollen, richten wir diese Bitte ja nicht an uns selbst sondern an Gott durch Jesus Christus.
Somit ist ein Selbstgespräch etwas anderes als Selbstreflexion durch den Heiligen Geist als auch das Gebet wie ich es oben beschrieben habe das aus Anbetung, Bitte, Lobpreis und Danksagung bestehen muss.
LG