Weder noch. Ladungen von Atomen in Verbindungen bestimmst du normalerweise indem du ihre Valenzelektronen zählst. Dabei zählt jede Bindung als ein Elektron - unabhängig davon wie hoch die Elektronegativität der Bindungspartner ist (Freie Elektronenpaare zählen logischerweise als 2). Die ermittelte Zahl ziehst du dann von der Anzahl der Valenzelektronen ab, die das Atom im ungebundenen Zustand hat (also Gruppennummer im PSE). Das ergibt dann die Ladung.

Beispiel: NH3. Das N hat drei Bindungen (jeweils 1 Elektron) plus freies Elektronenpaar (2 Elektronen), macht insgesamt 5 Valenzelektronen. Stickstoff hat normalerweise 5 laut PSE, also Ladung 5 - 5 = 0.

DAnn beim NH4+: N hat 4 Bindungen also jeweils 1 Elektron, macht 4 Valenzelektronen. Heißt Ladung vom N ist 5 - 4 = +1.

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Mehr Ladungen bedeutet für gewöhnlich weniger Beitrag weil instabiler. Viel mehr kannst du nur an der Struktur kaum ablesen, das muss man dann berechnen.

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Das nennt sich "fluorophober Effekt". Vollständig fluorierte Alkane sind sowohl lipophob als auch hydrophob. Woran das genau liegt ist meines Wissens nach immer noch Gegenstand von Debatten. Fest steht aber, dass der Grundsatz von Polaritäten bzw. "Gleiches löst sich in Gleichem" hier versagt.

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Die Si-O Bindungen sind zwar polar, aber es gibt zwei davon, die sich ausgleichen. Noch dazu ist die Si-O-Si Einheit sehr beweglich. Dadurch gleichen sich die Polaritäten quasi komplett aus. Außerdem sind sie durch die Silicium gebundenen Methylgruppen zusätzlich abgeschirmt. Das führt zu einer bemerkenswerten "Unpolarität". So ist z.b. HMDSO eines der unpolarsten Lösungsmittel überhaupt. Selbst Pentan und Hexan sind "polarer" bzw. im Vergleich zu HMDSO viel besser löslich in Wasser.

Silikone haben noch eine weitere Eigenschaft, die sich hydrophob macht: Das sind riesige Polymere. Allein durch ihre schiere Molekülmasse sind sie schon kaum wasserlöslich. Dieses Prinzip sieht man auch gut an Stärke und Cellulose, die aus Zuckern bestehende Polymere sind. Zucker an sich ist extrem gut wasserlöslich, Stärke und Cellulose aber quasi nicht.

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Stabiler mein in der Chemie immer einen Zustand niedriger Energie. Soll heißen, wenn ein stabilerer Zustand erreicht wird, wird dabei Energie freigesetzt. Danach ist es erstmal vorteilhaft für das Molekül, diesen Weg zu gehen.

Jetzt könnte man natürlich annehmen, dass dabei einfach eine Methylgruppe ab geht, zum kationischen Zentrum wandert und sich da wieder dran hängt. Praktisch passiert das aber nicht, weil du dann zwischenzeitlich ein Molekül mit zwei positiven Ladungen hättest. Und ein Methyl-Anion. Das ist ein wirklich energieungünstiger Zustand.

Was man sich aber immer wieder vor Augen führen sollte: Moleküle sind keine starren Gebilde, die können sich bewegen. Und genau dadurch findet so eine Umlagerung statt. Die Methylgruppe nähert sich also dem kationischen Kohlenstoff an und dabei "rutscht" die Bindung dann mit rüber.

Wie (fast) alle Reaktionen ist sowas natürlich theoretisch auch reversibel. Allerdings ist eine Rückreaktion umso unwahrscheinlicher, je größer der energetische Abstand zwischen beiden Zuständen ist. Und in diesem Fall ist der relativ hoch, also kannst du davon ausgehen, dass eine Rückrealtion quasi nicht stattfindet.

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Also 1. existiert Diaminomethan nur in Lösung und ist da nicht mal stabil. Dementsprechend sind alle pKs/pKb Werte, die man dazu findet, mit Vorsicht zu genießen.

2. Finde ich nicht mal einen pKs Wert dazu, es ist also fraglich, ob den überhaupt mal jemand ermittelt hat. Wobei sich mir dann natürlich die Frage stellt, wie du überhaupt darauf kommst, dass das so ist?

3. Kann man sich das trotzdem einigermaßen sinnvoll überlegen. Siehe dazu das Beispiel der Methylamine:

Der höhere pKs-Wert von 9,81 – d. h. die stärkere Basizität – im Vergleich zum Ammoniak (9,25) erklärt sich aus dem +I-Effekt der drei Methylgruppen. Die dennoch schwächere Basizität im Vergleich zu den beiden Aminen mit weniger Methylgruppen – Methyl- und Dimethylamin mit pKs 10,66 bzw. 10,73 – lässt sich aus der sterischen Hinderung am freien Elektronenpaar des Stickstoffatoms, das für die Basizität verantwortlich ist, erklären.

Dementsprechend müsste also Diaminomethan weniger stark basisch sein als Methylamin, weil es den +I Effekt der Methylgruppe mit einer zweiten Amin-Einheit teilen muss.

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Naja, zweiatomig sind sie nur im elementaren Zustand.

Sobald sie in einer Verbindung mit irgendeinem Atom einer anderen Sorte sind, ist diese Regel hinfällig.

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Weil du alles anschauen musst, was an den jeweiligen Atomen hängt (CIP-Konvention) und nicht nur eins aussuchst, wo du unterscheiden kannst. Dafür kann man sich auch eine Liste schreiben.

Ich gehs mal durch, dabei trenne ich die beiden "Wege" durch |. Auf der linken Seite steht der Weg nach oben, auf der rechten der nach unten:

1. Sphäre: C | C

Sind identisch. Nach der CIP Konvention ersetzen wir jetzt die beiden Atome jeweils durch die Atome, die an sie gebunden sind und ordnen sie entsprechend ihrer Ordnungszahl. Das ist dann die zweite Sphäre:

2. Sphäre: N, C, H | N, C, H

Auch wieder gleich. Wir gehen also in die dritte Sphäre. Vorgehen wieder identisch. Alle Atome ersetzen durch die an sie gebundenen Atome und sortieren nach Ordnungszahl. Man erhält:

3. Sphäre: C, C, C, H, H | C, C, C, C, H

Hier können wir jetzt unterscheiden. Der rechte bzw untere Weg hat die höchste Priorität und du bekommst letztlich ein R konfiguriertest C-Atom.

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Der Prozess des Antriebs selbst mit Fluor (oder Pentaboran) mag an sich effizienter sein als der mit der üblichen Wasserstoff/Sauerstoff Mischung. Allerdings schaust du dir da nur einen Bruchteil des Prozesses an. Der Gesamtaufwand mit Gewinnung, Lagerung, Sicherung und Handhabung von Fluor-basierten Treibstoffen kann aber in Sachen Kosteneffizienz nicht mit der Wasserstoff/Sauerstoff-Kombination mithalten.

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Um mal mit den anderen Antworten ein bisschen aufzuräumen, weil da ein bisschen sehr viel Halbwissen zusammen kommt.

Bei beiden Molekülen kann ein freies Elektronenpaar vom O bzw. N delokalisieren, weil es konjugierte bzw. alternierende C-C-Doppelbindungen hat (wie du schon richtig sagst).

Die Moleküle sind aber beide trotzdem keine Aromaten. Das liegt daran, dass die zweite Voraussetzung der Hückel-Regel - nämlich ein cyclisch konjugiertes System - nicht erfüllt ist. Das jeweils oberste C in beiden Ringen besitzt keine Doppelbindung, das heißt es ist sp³ hybridisiert und kann daher nicht am delokalisierten Elektronensystem teilnehmen.

Du hast also delokalisierte Elektronen, auch mit Teilnahme der Heteroatome, aber eben kein cyclisch delokalisiertes System und daher keinen Aromaten.

[Anmerkung: Eine positive Ladung tritt in beiden Fällen in mesomeren Grenzstrukturen an O und N auf. Das ist aber kein Ausschlusskriterium für Aromatizität oder Delokalisierung]

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Verkaufen wird nicht in Frage kommen, da du meines Wissens nach für giftige Stoffe (was Quecksilber ja ist) eine spezielle Berechtigung brauchst.

Du kannst aber beim lokalen Entsorger oder - weil wegschmeißen wär schade drum - bei einem Forschungsinstitut in der Nähe fragen, ob die das gebrauchen können.

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Kalk ist auch im Wasser, das dir über die Birne läuft...

Sogar in dem, das du trinkst. Also nein, das ist nicht schlimm...

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Wenn du "photocaging" googlest, kommt direkt das hier als erstes Ergebnis:

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Photolabile_protecting_group

Und da findest du auch den Mechanismus fürs decaging direkt als erstes unter "main classifications"

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Ich hab nach meinem Bachelor für ein Jahr bei einem kleineren Unternehmen in der Entwicklung gearbeitet. Möglich wäre auch zu einer Einrichtung der Landes- oder Bundesregierung zu gehn. Da gibts viele verschiedene Stellen.

Im Prinzip kannst du alles machen, was Chemielaboranten machen. Wobei du dafür dann eigentlich schon überqualifiziert bist, aber nicht qualifiziert genug für eine höhere Stelle. Deswegen ist das immer etwas schwierig da was vernünftiges zu finden.

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PTFE und Silikon kannst du mit Mitteln, die man als Normalbürger erwerben kann, nicht chemisch angreifen.

Von Erhitzen von PTFE würde ich schon allein deswegen absehen, weil dabei ab etwa 200 °C aufwärts fluorierte Verbindungen entstehen, die gesundheitlich nicht ganz unbedenklich sind.

Außerdem verfügst du nicht über die technischen Mittel eine poröse Struktur der beiden Materialien zu erzeugen, geschweige denn die Porengröße irgendwie zu kontrollieren. Das ist selbst im industriellen Maßstab nicht ganz einfach (bei Silikon bin ich mir nicht mal sicher, ob das überhaupt vernünftig geht).

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Du kannst annehmen, dass es immer dieselben sind.

Es macht sowieso keinen Unterschied, ob es dieselben sind oder sie untereinander austauschen. Elektronen sind ununterscheidbar. Soll heißen, ob in einem Orbital jetzt Elektron 1 sitzt oder Elektron 25, kannst du nicht wissen. Du weißt nur, dass eins drin ist.

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Ein Kohlestück aus Aktivkohlepulver bauen? Wieso? Willst du auch gleich noch ein Weizenkorn aus Mehl bauen?

Du kannst die Aktivkohle in eine Form pressen. Das sollte die grundlegende die Porenstruktur nicht allzu sehr beeinflussen. Allerdings dürfte die Adsorptionswirkung trotzdem deutlich nachlassen, weil durch das Pressen die Oberfläche des Pressstücks weniger gut durchlässig ist für Flüssigkeiten und Gase im Vergleich zum Pulver.

Und nein, die entsteht grade nicht bei einer Verbrennung. Das Produkt einer Verbrennung ist CO/CO2 und nicht Kohlenstoff. Kohle bzw Kohlenstoff entsteht z.b. bei Pyrolyse oder Dehydratisierung von organischen Verbindungen.

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