Gute Freundin will, dass ich als Atheist für sie bete?

Ich habe eine gute Freundin, die sehr gläubig ist. Immer, wenn sie etwas Anstrengendes vor sich hat z.B. Klassenarbeit, Prüfung bittet sie mich darum, für sie zu beten. Das meint sie nicht nur als Redewendung, sondern als ernstgemeinte Aufforderung.

Ich bin nicht gläubig, sondern Atheist. Ich habe aber kein Problem damit, dass andere (z.B. besagte Freundin) an Gott glauben. Ich würde nie jemanden für ihren/seinen Glauben kritisieren. Ich akzeptiere die Glaubensvorstellungen von jeder und jedem, erwarte mir das Gleiche aber auch von meinem Gegenüber.

Damit komme ich aber auch schon zu meinem Problem. Ich verstehe, dass es ihr am Herzen liegt, dass andere für sie beten. Ich habe ihr aber schon mehrmals klar gemacht, dass ich nicht an Gott glaube und deshalb aus Prinzip nicht bete. Sie fordert mich dennoch regelmäßig dazu auf. Ich weiß nicht, wie ich darauf reagieren und was ich ihr sagen soll. Ich akzeptiere ja ihre Religiösität, hätte aber gern, dass sie dasselbe tut. Ich habe das Gefühl, sie ignoriert meine Weltvorstellungen, indem sie mich, obwohl ich ihr meinen Standpunkt mehemals eindeutig und trotzdem freundlich erläutert habe, dazu auffordert für sie zu beten.

Ich akzeptiere ihren Glauben. Das heißt aber nicht, dass ich meinen Nicht-Glauben ignoriere und für sie bete.

Was soll ich als Atheist tun, wenn sie als Christin mich dazu auffordert, für sie zu beten?

(Ich bedanke mich bei all jenen, die sich das angetan haben und alles gelesen haben.)

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Freunde beten für mich als Atheisten, wie reagieren?

Ich bin Atheist und glaube an keine Gottheiten oder andere übermächtige Kräfte. Ich habe aber viele gute Freunde, für die Religion sehr wichtig ist und das respektiere ich auf jeden Fall.

Nun kommt es aber regelmäßig dazu, dass mir Freunde z.B. vor einer wichtigen Prüfung versichern, sie würden für mich beten. Mich beleidigt das oft, da ich weiß, dass ihnen bewusst ist, dass ich nicht an Gott glaube. Das habe ich ihnen nämlich oft genug erklärt. Wenn sie aber regelmäßig davon sprechen, sie würden in einer bestimmten Situation für mich beten, so wirkt das auf mich, als ob sie meine Vorstellungen einfach ignorieren würden, ganz nach dem Prinzip: Du glaubst zwar nicht daran, aber es ist richtig, daher mache ich es und rate dir auch dazu. (So ähnlich hat mir das einer einmal erklärt.) Ich empfinde das schon als Intolleranz.

Meine übliche Vorgehensweise ist folgende: Ich bin zwar beleidigt, denke mir aber gleichzeitig, dass diese Person das nur gut meint und ihr nicht bewusst ist, dass sie mich damit beleidigt, wenn sie sagt, sie würde für mich beten. Ich bedanke mich dann auch oft bzw. tue so, als ob alles in Ordnung wäre, da ich in so einer Situation (Das kommt eben oft vor Tests vor.) keine Lust habe, darüber zu diskutieren, das ich nicht an Gott glaube. Ich sage dann oft "Danke", fühle mich innerlich aber beleidigt, da das meinen Glauben oder Nichtglauben total ignoriert.

Wie soll ich auf soetwas reagieren bzw. wie würdet ihr reagieren?

(Ich hoffe, ihr versteht die lange Erklärung.)

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