Selbstmord wird im Koran bzw. auch in der Sunna verboten. Aber warum gibt es dann diesen Hadith?

»Wir sind es, die leisteten

an Muḥammad den Treueschwur,

dass wir für ihn opfern

unser Leben ja nur!«

Quelle: Auszüge aus dem Ṣaḥīḥ Al-Buḫāryy Mo n o l i n g u a l e Or i g i n a l a u s g a b e ( D e u t s c h ) Aus dem Arabischen übertragen und kommentiert von Abū-r-Riḍā’ Muḥammad Ibn Aḥmad Ibn Rassoul, Seite 310

Sie opfern sich also für Mohammed, das ist Selbstmord. Andererseits kann man unter anderem folgendes lesen:

Selbstmord

Selbstmord ist genauso verboten wie das Töten anderer. Das Leben ist eine Leihgabe Allahs des Erhabenen, und nur Er hat das Recht, Leben zu nehmen.

Im Edlen Quran heißt es dazu:

"Und bringt euch nicht selbst ums Leben; wahrlich, Allah ist barmherzig gegen euch."

Hungerstreik

Wird das Leben oder die Gesundheit des Hungerstreikenden durch einen Hungerstreik gefährdet, dann ist dieser nicht erlaubt. Sollte man an den Folgen eines Hungerstreiks versterben, so gilt dies als Selbstmord.

Sich den Tod wünschen

Sich aus Wut oder Verzweiflung den Tod zu wünschen ist mekruh.

Der Gesandte Allahs (s.a.w.s.) sagte dazu:

"Keiner von euch soll sich den Tod wünschen! Entweder handelt es sich um einen Wohltuenden, dann wird sich sein Gutes hoffentlich noch mehren, oder es handelt sich um einen Missetäter, der sich (dann) hoffentlich selbst tadelt (und so zur Besinnung kommt)."

Selbstmord wegen unerträglicher Schmerzen 

Es ist nicht erlaubt, dass eine Person, die unter starken Schmerzen leidet, Selbstmord begeht. Wer unerträglichen Schmerzen hat, der wende sich Allah dem Erhabenen zu und vertraue auf Seine Barmherzigkeit. Denn auch in einer solchen Situation ist Selbstmord verboten.

Quelle: Halal und Haram - Erlaubtes und Verbotenes im Islam von Hasip Asutay, Erstauflage 2013, Seite 68-69

Das passt nicht zusammen.

Religion, Islam, Schule, Koran, Sunna
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Widerlegt eine Aussage des Propheten Mohammed in der Sunna den Koranvers 5,32?

Ich zitiere Sure 5,32:

Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Isrāʾīls vorgeschrieben: Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (daß es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält. Unsere Gesandten sind bereits mit klaren Beweisen zu ihnen gekommen. Danach aber sind viele von ihnen wahrlich maßlos auf der Erde geblieben.

Quelle: http://islam.de/13827.php?sura=5 (Übrigens talmudischen Ursprungs)

In der Sunna steht hingegen folgendes:

6878 - ... ‘Abdullāh berichtete, dass der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Friede

auf ihm, sagte:

”Das Blut eines Muslims, der bezeugt hat, dass kein Gott da ist außer Allāh, darf

nicht vergossen werden, außer in einem der drei Fälle: Im Fall der

Wiedervergeltung für Mord, im Fall der Unzucht durch einen Verheirateten, und

wenn derjenige von seinem Glauben abfällt und seine Bindung zur Gemeinschaft

(der Muslime) löst.

Quelle: Auszüge aus dem Ṣaḥīḥ Al-Buḫāryy Mo n o l i n g u a l e Or i g i n a l a u s g a b e ( D e u t s c h ) Aus dem Arabischen übertragen und kommentiert von Abū-r-Riḍā’ Muḥammad Ibn Aḥmad Ibn Rassoul, Seite 546

Wer den Islam verlässt oder Ehebruch begeht, hat ja keinen Mord verübt. Demnach tötet man die ganze Menschheit, wenn man etwa einen Apostaten hinrichtet.

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