Genau diese Frage hat ein Mann namens Nikodemus mal Jesus gestellt. "Wie kann ein Mensch denn geboren werden, wenn er schon alt ist? Er kann doch nicht in den Bauch seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden!"

Johannes hat diese Geschichte aufgeschrieben, und weil der immer ziemlich philosopisch schreibt, ist die Antwort auch nicht so ganz einfach. Die Geschichte Findest du in Johannes 3,1.

Meine Interpretation ist: Es geht nicht um eine leibliche Wiedergeburt, sondern darum, sein Denken und Handeln zu ändern, und so "ein neuer Mensch" zu werden. Das kann aber - gemäß der Aussage in Johannes - nicht durch eigene Kraft geschehen, sondern es braucht dazu einen Anstoß von außen, so etwas wie "geistige Eltern". Die Ideen, nach denen wir unser Leben ausrichten, stammen ja meistens nicht von uns selbst, sondern jemand hat sie schon vor uns gedacht und der hat unser Denken "befruchtet". Wir sollten uns also genau überlegen, welche Lehrer wir uns suchen, und von den Ideen welcher Menschen wir uns beeinflussen lassen wollen. Wenn man dann "seinen Platz" in dem verwirrenden Gefüge menschlicher Ideen und Ideale gefunden hat, dann kann es sich durchaus so anfühlen, als sei man in eine neue Familie hineingeboren worden.

Aber vielleicht hast du ja eine ganz andere Interpretation zu dem Text. Hier kannst du ihn selbst nachlesen:

https://www.bibel-online.net/buch/neue_evangelistische/johannes/3/#1

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Ich kenne mich zwar bei den Jesiden nicht aus, aber bei allen Religionen gibt es liberalere und konservativere Gläubige. Das und andere Dinge sind zu bedenken:

  • das eigene Alter. Ab der Volljährigkeit kann dir in Deutschland niemand mehr eine Beziehung / Ehe verbieten. Ob du das gegen Widerstände "durchziehen" willst, ist die andere Frage. Auch wenn sich Liebe immer so absolut anfühlt, als müsse sie ewig andauern, zeigt doch die Erfahrung, dass dies nicht immer der Fall ist. Es empfiehlt sich daher, keine zu schnellen Entscheidungen zu treffen.
  • Die Gemeinschaft. In jeder Gemeinschaft (vom Sportverein bis zur Religion) stimmt nicht jedes Individuum immer mit allen Grundsätzen überein. Der einzelne fügt sich, weil ihm seine abweichende Teilansicht nicht wichtig genug ist, um die Gemeinschaft aufzustören oder zu verlassen. Allerdings gibt es Abweichungen in Überzeugung oder Handlungsweisen, die zu einem solchen Bruch führen, dass du nicht mehr Teil der Gemeinschaft sein kannst. Gehört deine Frage zu dieser Art von Entscheidungen? Das ist nicht allgemein, sondern nur im Einzelfall zu beantworten (siehe nächsten Punkt).
  • Die konkreten Beteiligten. Gehört diese Frage zu der Art von Abweichungen, die zum Bruch führen würden? Das kannst du nur im konkreten Fall mit allen konkret Beteiligten klären. Würden es deine Eltern akzeptieren? Würden es seine akzeptieren? Und könnten sie damit leben, dass dies eventuell von ihrem weiteren Umfeld / den Würdenträgern der Gemeinschaft kritischer gesehen wird? Da ihr in Deutschland so wenige seid, könnte ich mir allerdings vorstellen, dass sich die Heiratsregeln innerhalb der Gemeinschaft mit der Zeit lockern, sonst wird es immer schwieriger, überhaupt jemanden zu finden. Ein Shex ist dann vermutlich immernoch besser, als jemand, der gar kein Jeside ist.
  • Deine eigene Überzeugung. Ist dieser Glaube dir wichtig? So wichtig dass du bereit bist, deine Lebensentscheidungen danach auszurichten? Entspricht er deiner eigenen Überzeugung? Oder lebst du deinen Glauben nur, um nicht in der Gemeinschaft "anzuecken"? Bist du selbst der Überzeugung, dass diese Trennung der Kasten (ganz unabhängig vom Jahrhundert, in dem wir leben) richtig für uns Menschen ist? (Und natürlich ist auch die Frage, wie dein Freund das sieht). Zum Erwachsenwerden gehört auch die Entscheidung darüber, welcher Religion du angehören möchtest (oder vielleicht überhaupt keiner). Das ist in Deutschland leichter, als in vielen anderen Ländern, weil du für so ziemlich jede Überzeugung wiederum eine Gemeinschaft finden kannst.

Ich weiß nicht, ob dir das jetzt weiterhilft. Klar ist, dass ein steiniger Weg mit vielleicht sogar schmerzhaften Entscheidungen vor dir liegt. Ich wünsche dir dafür viel Kraft und jemanden an deiner Seite, dem du vertrauen kannst.

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Danke für den Stern :o)

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Im Alten Testament gibt es Hinweise darauf, dass es im alten Judentum (aus dem sich das Christentum ja entwickelt hat) auch keinen Glauben an ein Weiterleben nach dem Tode gab. Die "unsterbliche Seele" ist wohl eher etwas, das aus dem Greichischen "herübergeschwappt" ist, wo es sehr früh diese Idee von "Körper" und "Seele" als zwei getrennter Dinge gab . Für die Juden hing (ähnlich wie das heutige Neurologen sehen) das Bewusstsein offenbar am Körper. Wie bei Software, die eben auch kaputt ist, wenn du die CD-ROM zerbrichst. (Das hindert den Softwareschreiber aber nicht daran, das Programm nochmal auf unverwüstliche Hardware zu schreiben ;o). Du stehst mit dieser Ansicht also nicht völlig außerhalb der Tradition.

Ich stimme einigen hier aber zu, dass es im Chistentum ja gerade nicht darum geht, sich mit guten Taten selbst von der Sünde zu befreien. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Weil ich weiß, dass ich geliebt bin, kann ich auch Liebe weitergeben und in Freiheit und ohne Druck das Richtige tun. (Aber wie die Kirchengeschichte zeigt, ist es ziemlich leicht, das zu vergessen ;o)

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Irgendwie habe ich umgekehrt das Gefühl, dass Religionen immer dann an Kraft und Sinn gewinnen, wenn jemand sich auf das ursprüngliche der Lehre besinnt. Jesus, der das Judentum reformieren wollte, Franziskus, Benedikt und später Luther, die den Katholizismus auf seine Ursprünge zurückverwiesen haben.

Mein Eindruck ist, dass der Glaube wie ein Goldstück im Wasser ist, das im Laufe der Jahrhunderte immer mehr Kalkschichten ansetzt, und hin und wieder kommt einer, und schlägt die Schichten wieder ab.

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Da sich Religionen in allen menschlichen Kulturen entwickelt haben, gehen Biologen davon aus, dass sie irgendeinen evolutionären Vorteil haben müssen - wohlmöglich die Punkte, die du genannt hast. Diese Tatsache kann aber auch einen anderen Grund haben. Zum Thema Beweis sagte C.S. Lewis mal: "Durst ist der beste Beweis für die Existenz von Wasser."

Ich denke, man kann weder die Existenz noch die Nichtexistenz Gottes beweisen - also läuft es auf eine Entscheidung hinaus (was "will" ich glauben?). Als Agnostiker lebst du mit beständiger Ambivalenz, und das erfordert viel Kraft. Die meisten entscheiden sich irgendwann für die eine oder andere "Seite" - Atheismus oder Religion, wobei es bei letzterem ja auch noch verschiedene "Geschmacksrichtungen" gibt.

Es gibt diverse Studien zu dem Thema, dass Religion offenbar auch für den Einzelnen (nicht nur für die Art) Vorteile hat:

https://www.welt.de/wissenschaft/article1821028/Religion-macht-gluecklich-und-stressresistenter.html

Aber offenbar hängt das auch damit zusammen, dass in vielen Ländern das "religiös sein" noch immer zur sozialen Anerkennung führt:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/studie-zur-religiositaet-wer-glaubt-wird-nicht-unbedingt-gluecklich-a-789365.html

Wenn es um Menschen geht, (Soziologie, Psyche etc) kann man Dinge eben nicht so absolut messen wie in der unbelebten Natur. Auch hier glaubt am Ende jeder das, was er glauben will.

Inzwischen gibt es auch viel Forschung zum Thema Meditation, und wie diese das Gehirn (messbar!) beeinflusst und zum Beispiel die Fähigkeit zur Stressbewältigung erhöht.

https://www.dasgehirn.info/handeln/meditation/warum-meditation

Interessant auch die Geschichte von Bert Brecht zu dem Thema:

Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe. Herr K. sagte: "Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallen lassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott."

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Wenn man bestimmte ("standardisierte") Erwartungen an die Welt hat, die Welt aber bunt und vielfältig ist und sich nicht in ein Schema pressen lässt ("nichtstandardisiert"), dann kann es passieren, dass man verunsichert ("prekär") wird über das Bild, das man von sich selber hat ("Wahrnehmung der eigenen Existenz").

Interessant ausgedrückt - vom wem stammt denn das Zitat?

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Meistens Bilder, die eine der Bibelgeschichten zeigen. Die Emmausjünger, zum Beispiel. Paulus' Bekehrungserlebnis vor Damaskus. Jesus und die Ehebrecherin. Heilung des gelämten. Bergpredigt (OK, viele Statisten benötigt ;o). Kreuzigung. Der ungläubige Thomas. Und, und und. Im Grund kannst du in die katholische Kirche nebenan gehen und auf dem "Kreuzweg" findest du schon 14 Bilder, bei denen Jesus und mindestens eine Person drauf ist. Wie berühmt das jeweilige Werk ist, sei dahingestellt ...

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Meiner Meinung nach kann es viele Gründe geben, und ein solches Phänomen auf nur einen Grund zu beschränken, kann nicht allen gerecht werden. Nach meiner Beobachtung der Diskussion wählt jeder die Begründung, die ihm in seiner Weltsicht am ehesten in den "Kram" passt. Konservative behaupten oft, es wäre anerzogen (damit gäbe es dann auch die Möglichkeit, es wieder "abzuerziehen"). Liberale argumentieren eher auf der genetischen Ebene (dann muss man es ja akzeptieren).

Ich selber habe mal mit einer Frau gesprochen, die aufgrund von Missbrauchserfahrungen mit Männern lesbisch geworden ist (war ihre eigene Deutung). Wenn aber jemand von sich sagt, er sei schon immer homosexuell gewesen und so geboren - wer kann behaupten, dass das nicht stimmt? Und warum sollte es nicht beides geben?

Es gibt musikalische Menschen, die in einem musikalischen Umfeld so geprägt wurden, und andere, die ganz ohne eine solche Prägung musikalisch sind. Wir Menschen sind halt toll flexibel gebaut ;o)

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Niemand entscheidet sich dazu, der Böse zu sein. Jeder tut das, was er tut, weil er es für richtig, sinnvoll und gerechtfertigt hält. Und dann gibt es immer Menschen, die das genauso sehen, und solche, die es anders sehen. Du musst dich also mit solchen Themen - wenn sie dich interessieren - inhaltlich auseinandersetzen, und dir deine eigene Meinung bilden.

Mir persönlich geht es dann meistens so, dass ich mir die Haare raufe und irgendwie alle Seiten verstehen kann. Die Welt ist echt nicht einfach.

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Hi Aurina!

Ich denke, bei diesem Thema geht es im wesentlichen darum, was mit hassen und lieben überhaupt gemeint ist.

Mit "lieben" ist nicht einfach ein positives Gefühl gemeint. Wie schon in dem Zitat, das du selbst gewählt hast, herauskommt, geht es um viel mehr: "segnet", "tut wohl", "bittet für". Es geht immer darum, tätig zu werden. Wenn Jesus sagt "liebet", meint er nicht einfach "gern haben". Er meint: sich für jemanden einsetzen, ihm Gutes tun.

Und umgekehrt bedeutet "den Satan hassen" nicht "nicht mögen". Es bedeutet eher: ihm nicht folgen, ihm nicht zuhören, sich nicht von ihm verführen lassen. Nicht seine Nähe suchen, sich nicht ständig mit ihm beschäftigen, ihm keine Macht geben. Und überall dort, wo man ihn am Werk sieht, gegenhalten.

Interessanter Artikel zu dem Thema: https://www.jesus.ch/information/bibel/neutestamentliches_woerterbuch/146202-hassen.html

"Hassen" wird im neuen Testament eben in ganz unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht, und auch als "aufgeben", "sich abkehren von" verstanden.

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In der Vergangenheit und auch in vielen heutigen Kulturen wird das Wissen um die Vergänglichkeit geradezu als Quelle der Weisheit gesehen (Psalm 90,12: Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.). Im Mittelalter hatte man zu diesem Zweck makabere Statuen (sogenannte Memento Mori), und pflegte die "Kunst des guten Sterbens" (Ars moriendi).

Wie hier schon mehrfach gesagt, macht die Endlichkeit das Leben auf ganz andere Weise wertvoll. Es gibt allerdings Phasen im Leben, die einen auf ganz besondere Weise in die Auseinandersetzung damit zwingen (etwa wenn nahestehende Personen sterben, oder man selbst lebensbedrohlich erkrankt). In solchen Zeiten findet man meistens nochmal ganz andere (und viel weniger theoretische) Antworten zu dem Thema.

Weil du nach der persönlichen Strategie fragst: Ich habe mich für einen Glauben entschieden, bei dem ich meine Endlichkeit vertrauensvoll in die Hände eines Größeren legen kann, der mir unendlich liebevoll gegenübersteht. Bisher funktioniert dieser Weg für mich.

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Du hast völlg Recht - es ist eine Entscheidung. Wir kommen nicht drum rum. Religiöse Menschen, Spirituelle, Atheisten, sie alle erklären, ihre Auffassung ließe sich irgendwie beweisen. Tatsächlich aber hat jeder nur eine Entscheidung getroffen - anhand dessen, was er selbst für plausibel und/oder hilfreich hält.

Das ist deine Verantwortung, und die kann dir auch leider niemand abnehmen. Du kannst dir anschauen und beobachten, welche Menschen mit ihren Entscheidungen gut oder schlecht fahren, welchen Vorbildern du in welchen Teilbereichen des Lebens nachstreben willst, und welchen nicht. Du kannst selber "ausprobieren", womit es dir gut geht, was dich weiterbringt und was dich eher runterzieht/dich behindert. Du kannst in dich hineinhorchen und herausfinden, wovon du im tiefen Inneren vielleicht schon überzeugt bist. Aber irgendwann (oder immer wieder neu) musst du die Entscheidung treffen. Die Wahrheit werden wir erst erfahren, wenn es "Game Over" heißt (oder auch gar nicht).

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Ich finde den Wikipedia-Artikel hierzu sehr interessant. Geht auch auf Satanismus in unterschiedlichen Religionen ein. https://de.wikipedia.org/wiki/Satanismus#Islam

Diesem Artikel nach gibt es im Islam eher keine Sekten, die sich mit Satan (oder Iblis) auseinandersetzen, weil er nicht als "Gegenspieler" Gottes verstanden wird. Nur Gott ist der absolut Mächtige, Iblis ist einzig Versucher der Menschen, dem Gott eine Frist gesetzt hat.

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Ich denke, neben dem rein inhaltlichen Thema Homophoie geht es hier noch um etwas anderes.

Wenn irgend jemand auf der Straße sowas gesagt hätte, hätte dich das auch geärgert, aber es hätte dich sicherlich nicht auf die gleiche Weise wütend gemacht. Aber hier geht es um deine Mutter, und Eltern stehen einem auf besondere Weise nah. Als Kind bildet man (notgedrungen) so etwas wie eine Einheit mit ihnen. Aber dann kommt die Zeit, wo man sich abkoppelt und entscheidet, was für ein Mensch man werden will. Und dann zu erkennen, dass es Bereiche gibt, in denen eine "Einheit" nicht möglich ist, und vielleicht niemals möglich sein kann - das tut unendlich weh. Man ist plötzlich sehr einsam.

Es ist Teil des Erwachsen-Werdens. Als Kind lernt man von den Erwachsenen. Erwachsene lernen voneinander. Vielleicht kann deine Mutter irgendwann von dir lernen, aber das braucht Zeit und viel Geduld (und eine Zeit, in der ihr Beide nicht mehr so emotional seid sondern zu einem gegenseitigen Respekt gefunden habt), und vielleicht wird es niemals geschehen. So wie deine Mutter akzeptieren muss, dass du ein "eigenständiger" Erwachsener wirst/bist, so musst auch du das akzeptieren - und entscheiden, ob du dieses Thema ausklammern willst, um den Rest eurer Beziehung nicht zu gefährden, oder ob du es als Anlass zu einem größeren Bruch nehmen willst.

Ganz nebenbei: so eine Aussage wie "alle abschlachten" kann in einer wütenden Auseinandersetzung fallen, bei der man sich gegenseitig hochschaukelt, auch wenn sie nicht so gemeint ist. (Manchmal sagt man bei einer Brüllerei Dinge und weiß schon in dem Moment, dass das Mist ist, aber man kann sich nicht mehr stoppen).

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Beides - man sollte nur "katholisch leben", wenn man das auch will. ;o)

Im Übrigen leben nicht alle Katholiken gleich. Jeder Glaubende ist auf einem Weg, und der muss nicht für jeden derselbe sein. Wenn Gott uns alle gleich haben wollte, hätte er uns nicht so verschieden geschaffen. Was er aber offenbar will ist, dass wir uns entscheiden, dass wir uns beschäftigen mit den Fragen nach richtig und falsch und unseren Weg finden (siehe Römer 12,2 - einer meiner Lieblingsverse). Und er hat uns dazu auch in eine Gemeinschaft gestellt.

Meine Empfehlung wäre also, dass du dir Menschen suchst, die dich nicht "komisch angucken" mit deinen Fragen und Gedanken, sondern wo du dich aufgefangen fühlst. Menschen, die nicht alle Antworten haben, sondern die auch auf dem Weg sind, und mit denen du zusammen "deine" Antworten finden kannst.

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Warum muss eine Frau in gewissen Familienkreisen einen Mann aus dem gleichen Land heiraten?

Hallo zusammen,

es dreht sich bei mir heute (mal wieder) um eine Frage die mit dem Islam zu tun hat.

Ich habe seit knapp 2 Jahren eine Freundin und bin mit ihr überglücklich! Sie ist aus Serbien, mit 4 Jahren hier her nach Deutschland gezogen. Ihre Schwester ist mit einem Serben verheiratet. Ihre Eltern sind muslimisch, bei mir ist meine Mutter muslimisch (sie ist aus Marokko und mein Vater ist Deutsch). Meine Eltern sind recht locker was das mitbringen einer Freundin betrifft. Sie haben sie kennengelernt und mögen sie auch.

Wir hatten aus "Respekt" ihren Eltern erst einmal nichts von unserer Beziehung erzählt, da ihre Eltern nur einen Freund akzeptieren würden wenn sie ihn auch heiratet. Darüber habe ich zwar meine eigene Meinung aber gut - ich habe es akzeptiert. Jetzt wollen wir zusammenziehen und dazu mussten wir das natürlich auch ihren Eltern sagen. Wir haben auch die Absicht zu heiraten - unabhängig von ihren Eltern.

Nun machen die Eltern einen riesen Stress und Ärger weil ich kein Serbe bin. Sie haben mich nicht ein einziges mal kennengelernt und trotzdem wollen sie mich nicht akzeptieren - ich bin von Haus aus gut erzogen, immer freundlich und zuvorkommend, meine Familie hat meine Freundin wie die eigene Tochter aufgenommen. Warum wollen ihre Eltern mich nicht akzeptieren? Ich habe mittlerweile die Einstellung: Wenn sie nicht wollen, dann können die Eltern mich am Ars*h lecken! Ihre Eltern sagten zu meiner Freundin sie sei eine Schande für die Familie und sie wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben.

NUN MEINE FRAGE (AUCH AN DIE DIE DIESEN SCHEI* bei ihrer eignen Familie durchziehen):

Was ist der Grund (??????) das es ein Mann die gleiche Nationalität haben muss? Sei es bei Türken, bei Serben oder was auch immer!!! Reicht es nicht wenn er muslimisch ist? Was soll dieser ganze Mist mit Ehre und Stolz? Wisst ihr überhaupt was das ist?? Meine Mutter ist auch aus Marokko und hat problemlos einen Deutschen geheiratet. Mein Vater wird von meiner Familie in Marokko immer herzlich willkommen. Also was ist bei euch schief gelaufen?

Erklärt mir nur bitte

WARUM MUSS ES EIN MANN MIT GLEICHER STAATSANGEHÖRIGKEIT SEIN???

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Kommentar gelöscht - liegt ja schon 7 Jahre zurück ...

Würde mich aber interessieren, wie es ausgegangen ist.

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Wie hier schon verschiedentlich gesagt, bedeutet "heuchlerisch" = "unehrlich". Und das bist du ja gerade nicht, wenn du sagst, was du denkst.

Offenbar hast du aber trotzdem ein "Störgefühl", sonst hättest du das nicht so gefragt und formuliert. Ich könnte mir vorstellen, das du dich mit dieser Haltumng irgendwie schuldig fühlst, denn: Du liebst deine Eltern, und die lieben ihr Land. Wenn du aber das nicht liebst, was sie lieben, dann tut das weh.

Du bist als Kind von Einwanderern "zerrissen" zwischen zwei Kulturen, und das ist keine leichte Bürde. Da haben es Menschen, die seit Generationen im gleichen Dorf leben, viel leichter. Aber es ist auch eine Chance, denn du hast viel mehr Möglichkeiten, dich selbst und deine Ansichten durch Nachdenken selbst zu definieren. Denn wer immer im gleichen Dorf gelebt hat, der macht eben auch viele Dinge bloß, weil "alle das so machen", ohne das jemals zu hinterfragen (und nicht jeder ist glücklich mit dem, was "alle so machen"). Es würde jedem guttun, seine Meinungen und Ansichten ab und zu mal zu hinterfragen, aber die wenigsten werden (wie du) vom Leben dazu gezwungen.

Also: es ist anstrengend, aber es lohnt sich. Finde nicht alles gut, bloß weil es deutsch ist, und nicht alles schlecht, bloß weil es marrokanisch ist (und dein Post zeigt ja, dass du das auch nicht tust). Bleibe kritisch und aufgeschlossen. Und sei dir bewusst, dass du Menschen (wie z.B. deine Eltern) lieben kannst, auch wenn du nicht alle ihre Ansichten teilst. Das ist sogar ein notwendiger Schritt beim Erwachsenwerden.

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Es geht doch nicht ums "nicht für möglich halten", sondern ums "nicht für wahr halten". Zum Beispiel halten die Juden es für "möglich", dass Gott einen Messias schickt, aber nicht für "wahr", dass dieser Messias Jesus gewesen ist. Genauso halten die Moslems es nicht für "unmöglich", dass Gott als Mensch reinkarniert, sie halten es nur nicht für "wahr" das dies in Jesus geschehen sein soll. Und ein Christ hält es nicht für "unmöglich", dass Gott die Seele eines Verstorbenen in einem neuen Kind wiedergeboren werden lässt, er hält es nur nicht für "wahr", dass dies permanent geschieht. Und ein Agnostiker hält grundsätzlich mal alles für "möglich", aber darum noch lange nicht für "wahr".

Das sind einfach unterschiedliche, in sich geschlossene Glaubenssysteme und Weltsichten.

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Kann man den Segen Gottes daran messen, wie schnell eine Kirche oder Sekte wächst also wie viele Mitglieder sie im Jahr gewinnt?

Grund der Frage ist folgende Aussage in einem Wachtturm der Zeugen Jehovas:

Die Zahl der Diener Gottes ist bemerkenswert angestiegen, denn Jehova steht hinter seinen Zeugen. Diese Zunahme wurde wie folgt vorausgesagt: „Der Kleine selbst wird zu einem Tausend werden und der Geringe zu einer mächtigen Nation. Ich selbst, Jehova, werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit“  Dank des Segens Jehovas ist auch die große Volksmenge über die Jahre immer größer geworden. Beispielsweise ließen sich in den Dienstjahren 2003 bis 2012 über 2 707 000 zum Zeichen ihrer Hingabe an Gott taufen. Auf der ganzen Erde gibt es jetzt weit über 7 900 000 Zeugen. Mit ihnen versammeln sich weitere Millionen, besonders bei der jährlichen Feier zum Gedenken an den Tod Christi. Wir wollen uns nicht mit Zahlen hervortun. Es ist Gott, der es wachsen lässt

Aus dem Wachtturm, Studium Ausgabe Mai 2014

Die Frage macht deshalb Sinn, weil wenn es also Gottes Segen ist und eine Erfüllung einer Prophezeiung das sich innerhalb von 9 Jahren 2,7 Millionen Menschen haben taufen lassen, dann muss Gott ja Campus für Christus viel mehr lieben.

Diese predigen nämlich auch und haben innerhalb von 30 Jahren mehr als 200 Millionen Menschen zu Jesus geführt und getauft. Der Erfolg war also um ein Vielfaches größer als bei den Zeugen Jehovas. Also hat wenn man die Aussage aus dem Wachtturm nimmt, Gott viel mehr Segen auf Campus für Christus ausgeschüttet.

Auch andere Sekten und Kirchen wachsen viel schneller. Die STA haben mehr als doppelt so viele Mitglieder und sind genauso lange "auf dem Markt".

Wenn wie die ZJ behaupten Wachstum ein Zeichen dafür ist, dass Gottes Segen wirkt liegen ZJ in der Gunst Gottes ziemlich zurück. Oder wissen das ZJ gar nicht weil sie keinen Kontakt zu anderen Sekten und Kirchen haben?

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Nein das Wachstum einer Kirche zeigt nicht den Segen Gottes

Ach, solche Argumentationen Erfolg = Segen = Gottes Wille gab es im Laufe der Geschichte immer wieder, bezüglich Gruppen oder Individuen. In der Apostelgeschichte ("an jenem Tag wuden der Gemeinde sounsoviele hinzugetan"), bei den Calvinisten (wer Reich ist, tut offenbar Gottes Willen) und sogar Hitler sah sich, nachdem er einen Anschlag überlebt hatte, als "Werkzeug der Vorsehung". So leicht lässt sich Gott offenbar nicht in die Karten schauen, und Erfolg basiert meistens auf ganz weltlichen, nachvollziehbaren Mechanismen (sonst sollten wir uns überlegen, Apple als neue Religion zu etablieren).

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