Zusammenfassung Fragmentenstreit?

... komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Reimarus, ein Bekannter von Lessing, hatte ein Traktat geschrieben, das er nicht veröffentlichen wollte, es verstoße allzu sehr gegen die herrschende Theologie. Nach seinem Tod hat seine Tochter den Text Lessing anvertraut, und dieser hat ihn auszugsweise (nach langem Zögern der Tochter) veröffentlicht. Er hat dabei zu einer List gegriffen: die Handschrift gehöre dem Fonds seiner Bibliothek (Wolfensbüttel) an, was eine Veröffentlichung in den Beiträgen zur Geschichte und Literatur (1773) rechtfertige. Wichtig ist, dass diese Beiträge nicht der Zensur unterlagen.

Die Schrift von Reimarus heisst: Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes.

Es geht also um eine rationalistisch orientierte Kritik an der Religion, die an sich damals nicht neu ist. Es geht grob gesagt darum, alles in Frage zu stellen, was nicht mit Vernunftgründen zu erfassen ist - also z.B. Wunder und alles Übernatürliche überhaupt. Lessing hat dieses Thema auch in Nathan der Weise (1779) thematisiert, besonders im Gespräch zwischen Nathan und seiner Tochter Recha (Recha glaubt an eine Rettung durch einen "Engel", Nathan will sie überzeugen, dass es ein Tempelherr war, was natürlich der Wahrheit entspricht).

Neu ist vielmehr, dass sie durch Lessing an die Öffentlichkeit gelangt, und zwar nicht, wie damals für theologische (Streit)schriften üblich, in Latein, sondern in der allgemein verständlichen Sprache Deutsch. Das ist der Auslöser der Kontroverse zwischen Lessing und Goeze, verbunden mit der Tatsache, dass Lessing eine Kritik irrtümlicherweise Goeze zugeschrieben hat und sich deshalb direkt gegen ihn gewandt hat. Da Goeze in der Beziehung "unschuldig" war, hat er natürlich überreagiert...


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Johnny336
13.04.2016, 19:02

Sauber, dankeschön ! :) von wo hast du die Informationen, also die Quelle

0

Was möchtest Du wissen?