Ist es sinnvoll, Wing Tsun mit anderen Disziplinen zu kombinieren?

7 Antworten

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Meine Ansicht ist, dass man erstmal eine Sache mittelmäßig können sollte, bevor man urteilt, dass etwas fehlt und gleichzeitig darüber urteilt, womit man die "fehlenden Tools" ersetzen kann.

Wenn Dir Wing Tsun nicht gefällt, dann lass es und nimm etwas Anderes. Aber mach erstmal eine Sache richtig. Investiere all deine Kraft in ein Konzept und verzettel deine Kraft nicht, um völlig unterschiedlichen Konzepten folgen zu wollen. 

Also im Klartext: Nein, ich halte es für eine schlechte Entscheidung.

Wing Tsun hat alles, was man zum Kämpfen braucht, wenn es vollständig gelehrt wird. 

Das ist in der von Dir genannten Organisation leider erst nach über 20 Jahren der Fall (siehe Pass), wenn überhaupt. Andere Schulen sind da wesentlich offener und unterrichten wesentlich praxisorientierter. (Mein Urteil aus eigener Erfahrung nach über 13 Jahren Wing Tsun, viele davon in o.a. Organisation).


Die Frage, die Du Dir stellen solltest ist: Was sind Deine Ziele?  Willst Du ein gutes System vollständig lernen, willst Du Dich auf eine reale SV-Situation vorbereiten, willst Du Sport machen oder Dich (nur) austoben?

Ein Kampfkunstsystem ist, was der Name schon hergibt, ein "System". Dieses erfordert ein in sich geschlossenes, logisches Handeln. Alles, was Du im WT lernst, ist aufeinander abgestimmt und bildet ein harmonisches Ganzes, das auch nur dann zuverlässig funktioniert, wenn es nicht durch unpassende Elemente gestört ist. Unpassende Elemente sind solche, die dem Handlungskonzept widersprechen. Im WT wirst Du eine sehr genaue Struktur aufbauen, mit der Du im Kampf erfolgreich sein kannst. Störst Du diese Struktur durch Bewegungen oder Bewegungsfolgen, die eine andere Struktur erfordert, störst Du das Gesamtkonzept des Systems.

Daher rate ich dazu, zunächst erst intensiv zu lernen, sich an das System zu gewöhnen, lernen, die Handlungsweise zu verstehen und Deinen Körper darin zu schulen, die Inhalte des Systems auch im Kampf anwenden zu können.

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Es gibt artverwandte Systeme, die dem Handlungskonzept des Systems nicht widersprechen. Z.B. einige KungFu-Systeme, die als innere Systeme bezeichnet werden. Hier kann ein erfahrener Lehrer sicherlich Ergänzungen einbringen. - ABER! - Wenn es darum geht, erst einmal die Grundlagen zu beherrschen, sich an ein geschlossenes Konzept zu gewöhnen um es auch im Realfall anwenden zu können, sollte man sich auf eine Sache zur Zeit konzentrieren.

Später, wenn Dein Körper und Dein Geist im Einklang das System sicher beherrschen, zumindest zu weit, dass Erfahrungen mit anderen Dingen keinen störenden Einfluss auf Dich haben, kannst Du - und solltest Du auch - über den Tellerrand des Systems hinaus Deine Fähigkeiten erweitern. Dazu bietet sogar die EWTO selbst Möglichkeiten an, wie Escrima oder Bodenkampf.

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Positive Ergänzungen neben dem System sind allgemeine Fitness, wie Schwimmen, Laufen oder System unterstützendes Krafttraining. Es gibt da genug, um Dich vollkommen auszulasten. 

Ich bin irritiert von den verschiedenen Antworten.

Also hier mal ein klares "Nein".

Gerade am Anfang ist es nicht gut, verschiedene Kampfsportarten gleichzeitig zu betreiben.

Warum?

Im Kampfsport lernt mal nicht nur einfach "Techniken", sondern Herangehensweisen, Taktiken.

Was bedeutet das? Beispielsweise ist das Ziel beim WT, in den Partner hineinzugehen und zu traktieren. Aufgrund der Durchführung, Art und Weise der Techniken hat man eine geringere Reichweite.

Wenn du jetzt mit Kickboxen anfangen würdest, würde man dir komplett was anderes zeigen. Du würdest anders stehen, du würdest Hiebe unterschiedlich ausführen und Tritte anders machen.

Gerade als Anfänger ist sowas verwirrend. Du würdest länger brauchen, um eine Sache zu lernen.

Es gibt Kampfsportarten, die man besser kombinieren könnte, aber gerade als Anfänger würde ich dir den Tipp geben, erstmal nur eine Sache zu trainieren.

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