Wieviel Geld verdient man an einem Buch?

5 Antworten

Dabei könnte die Homepage des Verlages Bastei Lübbe weiterhelfen.

Ja man verdient recht wenig, außer dein Buch wird Millionenfach gekauft, dann wird es noch verfilmt, PC-Spiele dazu kommen heraus und es wird Lego! Dann kannst du richtig Geld machen, aber die wahrscheinlichkeit ist sehr gering, auch aus dem Grund das heutzutage ja immer weniger Kinder lesen!

Hallo...

sowas kann man sich leicht selber ausrechnen. Zumindest "über den Daumen gepeilt". Ich benutze glatte Zahlen zum einfacheren Rechnen.

Setze mal voraus, dass ein durchschnittlich bekannter Schriftsteller im Bereich Belletristik ca. 10 % des Ladenverkaufspreises für jedes verkaufte Hardcoverexemplar bekommt.

Setze weiterhin voraus, dass das Buch im Laden 20 € kostet.

Nun gehen wir mal davon aus, dass die Erstauflage 10.000 Exemplare beträgt (für ein Hardcover nicht schlecht - kein Grisham, aber nicht schlecht), und dass ein Jahr später nochmal 10.000 nachgedruckt werden.

Das sind also 10% von 400.000 €, also 40.000 € - allerdings auf den gesamten Verkauszeitraum verteilt... wenn wir 2 Jahre ansetzen, bis alle Hardcovers verkauft sind, dann wäre das ein monatliches "Gehalt" von ca. 1700 Euro im Monat. Brutto.

Wenn man Glück hat, gelingt es dem Verlag, die Taschenbuchrechte oder die Verfilmungsrechte zu einem guten Preis zu verkaufen. Hiervon bekommt der Autor in der Regel einmalig 50% und keine weiteren Tantiemen. So können möglicherweise nach ein paar Jahren nochmal ein paar zehntausend Euro hinzukommen.

Man sieht: soange man nicht mindestens 2 oder 3 Bücher pro Jahr herausbringt (die dann auch je 20.000 mal verkauft werden müssen) oder man nicht gerade ein Bestsellerautor ist, dessen Bücher hundertausendmal oder häufiger verkauft werden, kann man davon nicht ohne weiteres leben.

Ob es einem gefällt oder nicht: Hier wird auch deutlich, weshalb es so viel schlecht geschriebene Massenware gibt: je mehr man als Schriftsteller "herausrotzt", umso eher kann man davon leben. Dass hierbei eine andere Qualität entsteht, als wenn man ein Jahr an einem Buch arbeitet, sollte klar sein. Und am Erfolg von Seifenopern im Fernsehen ist zu sehen, dass herausragende Qualität nicht notwendig ist, um Massen anzusprechen. Ein solcher Schriftsteller profitiert also doppelt: er schreibt nicht eins sondern vier Bücher pro Jahr, und statt je 20.000 "Intellektuelle" lesen jedes seiner Bücher 100.000 "Normalos" - statt 20.000 verkauft er also 400.000 Exemplare. Selbst wenn seine Bücher wegen einfacherer Qualität für nur 12 Euro statt für 20 Euro über den Tisch gehen, liegen seine Einnahmen nicht bei 40.000 sondern bei 480.000 Euro.

Das soll keine Lanze für schlechte Qualität brechen. Aber so ist das Leben. Bücher sind Produkte. Kunst oder Kommerz ist nicht nur eine Gewissensfrage, oder des Anspruches, sondern mithin auch eine Frage des simplen Überlebens.

Es sei denn natürlich, man hat Glück oder ist besonders gut, und das aufwändige, anspruchsvolle Buch, an dem man ein Jahr oder länger gearbeitet hat, wird ein Bestseller. Geht durch die Decke, und verkauft sich plötzlich mehrere hundertausendmal, wird in viele, viele Sprachen übersetzt und verfilmt, und man bekommt riesige Beträge als Vorschuss für den Folgeband, und kann verdient Millionen mit Merchendising-Artikel. Zum Beispiel Rowling. Dreimal darfst du raten, wie oft sowas passiert... aber: es passiert.

Viel Erfolg weiterhin und trotzdem nicht unterkriegen lassen!

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