Wie kann man erreichen, einen alkoholkranken Menschen "einweisen" zu lassen?

8 Antworten

hallo guten tag ich finde es auch sehr traurig das erst was passieren muß bevor man was tun kann. bei mir ist die situation so: mein mann hat sich mit 59 jahren totgetrunken . mein sohn (38)trinkt seit er 14 ist....das schlimme ist: er weiß es ..er sagt selber er ist alkoholiker aber er will nichts ändern....ich kann doch nicht nochmal hilflos zusehen wie sich ein mensch den ich liebe umbringt....ihr sagt : es kann einem erst geholfen werden wenn er einsieht das er alkoholiker ist...mein sohn weiß es aber er lässt sich nicht helfen...wie sieht denn da die sachlage aus? er hat mitlerweile die räumungsklage , arbeit eh seit jahren nicht und frau und kinder gingen schon vor 5 jahren. was bitte kann ich tun? übrigens könnte mein sohn durchaus arbeiten und er müßte auch wissen das es nur noch ein schritt zum abgrund ist ...er beendete die schule mit 1,2 durchschnitt. mein jetziger mann und ich haben ihm immer geholfen auch geld gegeben für miete usw...aber ich denk so wird er es nie einsehen das er was tun muß...nun lass ich ihn finanziell hängen...so schwer mir das auch fällt. was mach ich richtig? was mach ich falsch? vielen dank für euer zuhören:) vielleicht habt ihr ja auch hilfe für mich marion

Leider kann ich Andrea nur zustimmen.

Allerdings war bei meinem Onkel der Entzug erst dauerhaft wirksam, als er das zweite Mal aus Überzeugung, dass es so nicht weitergeht, in die Klinik gegangen ist. Das erste Mal hielt gerade mal 2 Jahre, das zweite Mal jetzt über 20 Jahre.

Das wird ein echtes Problem!!! Ich spreche aus Erfahrung! Man muss jemanden "entmündigen" lassen und das ist nicht ganz einfach. Der einfachste Weg ist, wenn der Kranke selbst zugibt, Hilfe zu benötigen und dann sich einweisen lässt. Ich weiß, es ist ein schlimmes Thema, aber hier kann ich nur sagen: Ich musste hilflos mit zusehen, wie sich meine Mutter zu Tode getrunken hat :-(((

So weit ich weiß, ist seit einigen Jahren nicht mehr möglich, jemanden "entmündigen" zu lassen. In meiner Familie terrorisiert ein 72-jähriger Mann seine Frau mit Wahnvorstellungen. Jetzt schickte er die Frau aus dem Haus, schlug einiges im Haus zusammen und droht mit "Haus anzünden", "aufhängen" usw. Die Polizei war einige Male bei ihm, konnte jedoch angeblich nichts unternehmen. Die Familie hat angst, zu ihm zu gehen. Was kann man machen? Nur zusehen, bis etwas Schlimmes passiert?

0
@suheyl2005

ich weiß, ich weiß - das ist ein schlimmes Thema! In der Klinik gibt es die Entgiftung, das hilft aber nicht so wirkilch! Eine erfolgreiche Therapie muss über eine Einweisung erfolgen, aber leider nicht ohne Zustimmung des Patienten. Im Krankenhaus konnten die mir leider nicht weiterhelfen, trotz Ärzte, Psychologen usw. Die Entgiftung wurde durchgezogen, aber danach ist der große Schritt zu machen!! Grausam, wirklich!!

0
@Andrea1204

Es gibt auch Hilfen über den Kreuzbund bzw. die AA (Anonymen Alkoholiker), aber die können auch nur helfen, wenn der Kranke zu Ihnen kommt, die kommen zu niemandem.....

0
@suheyl2005

Statt des Entmündigungs- gibt es seit 1992 die Betreuungsverfahren. Die Errichtung einer Betreuung kann von einem Angehörigen, einem Arzt oder einer Amtsstelle angeregt werden. Auskunft gibt hierüber das zuständige Amtsgericht - Vormundschaftsgericht -

0
@Andrea1204

Vielen Dank für Eure Hilfen. So wie ich es sehe, müssen wir tatsächlich eben doch warten, bis etwas passiert. Das ist wirklich grausam für die ganze Familie!!!!!!

0
@suheyl2005

@suheyl Bei so etwas wie dem 72 jährigen ist Gefahr im Verzug, den kann man doch mit der Polizei zwangseinweisen lassen, nur muss die Familie dafür hart genug sein, um das durchzustehen und das ist oft ein Problem. Amtsgericht benachrichtigen, Polizeiprotokolle mit einreichen und dann sollen die alles weitere regeln.

0

So schlimm es in dem Fall klingen mag: Man darf sich nicht über die Person eines Anderen stellen und ihn entmündigen lassen. Es ist die Freiheit jedes Einzelnen, so zu leben, wie es ihm Spass macht, wenn er niemanden damit schädigt. Und wenn er sich zu Tode trinkt, ist das sein gutes Recht. Wie würde es einem der Antwortenden gefallen, wenn morgen jemand zu ihnen käme und sagte: "Dein Leben gefällt mir nicht, deshalb lasse ich dich entmündigen"?

Zur Situation: Der Mann wurde inzwischen "zwangsweise" eingewiesen. Nach knapp 3 Wochen musste er entlassen weil, weil er keiner Therapie zustimmte. Obwohl wir ihm klar machten, dass seine Familie nicht mehr für ihn da sein wird (und in erster Linie seine Frau), wenn er keine Therapie macht, bestand er auf eine Entlassung. Bereits 2 Tage später wurde er mit dem Notarzt nach einem Zusammenbruch (Alkohol und Hitze) ins "normale" Krankenhaus eingeliefert - nach 2 Tagen wiederum entlassen. Heute, nach weiteren 5 Tagen, ist er so weit, er will freiwillig eine Therapie machen. Jetzt hoffen wir, dass er tatsächlich morgen auch noch damit einverstanden ist - er merkt, dass er ganz alleine ist, die Familie hält sich jetzt fern (nach Anraten der Ärzte).

Was möchtest Du wissen?