Wie ist die Preisaufteilung bei einer Pauschalreise?

3 Antworten

Eine Pauschalreise ist meist die Vermittlung von Organisation sowie einen Programm vor Ort.

Reisebüros bekommen meist 5-20% vom Reisepreis als Provision, was aber bereits im Preis berücksichtigs wurde (Mischkalkulation). Exklusiv sind meist Zusatzbuchungen wie AI-Verpflegung oder Zubringer vom Flughafen oder Abfahrtsortzuschläge bei Busreisen.

Fluggesellschaften verkaufen ihren Flug meist zu regulären Marktpreisen an die Reiseveranstalter. Da kann es ein paar Prozenz Skonto geben, aber am Flugpreis ist meist nichts zu machen. Man rundet als Anbieter eben oft auf 10er Zahlen auf oder schlägt bei den Bustransfers ein paar Euros mit drauf. Flugpreise sind natürlich auch meist günstiger, je eher man sie bucht, weshalb ja auch so viele Veranstalter mit Frühbucherrabatten kommen. Aber Allgemein sind die Rabatte auch in die Mischkalkulation einkalkuliert.

Busunternehmer verkaufen Ihre Leistung (Bus + Fahrer + Fahrt) für einen KM-Preis. Ein großer Reisebus hat meist ca. 55-60 Sitzplätze (Doppeldecker). Wenn er jetzt von Deutschland nach Spanien fährt (hin- und zurück z.B. 2400km) verlangt er z.B. 2€ pro gefahrenem Kilometer also z.B. 4800€ (unabhängig wieviel Gäste mitfahren oder es z.B. eine Leerfahrt gibt, wie es am ersten und letzten Reisetag oft der Fall ist in einer Saison).

Pro Gast ergeben sich also in dem Beispiel grob 80€ p.P. an Buskosten.

Ein Hotel macht seine Preise meist kurz nach der Hauptsaison für das neue Jahr. Also z.B. 30€ p.P. im Doppel/Mehrbettzimmer p.P von April - Ende Mai und 45€ p.P. in der Hauptsaion bis Ende August. Nun kann der Reiseanbieter die Zimmer fest buchen und muss mit dem Risiko leben, dass er seine bereits gekauften Zimmer auch alle loswird und nicht mit Last-Minute verschenken muss. Da geben manche Hotels 2-5% Skonti, was dann wieder der Gewinn der Veranstalters ist. Viele Hotels haben das aber gar nicht nötig - kommt auf das Hotel an.

Zum Schluss eine Pauschalreiserechnung für dich:

1 Woche Goldstrand mit AI-Verpflegung im Hotel Gladiola Star vom 01.08-08.08.2019 für 679€ (Beispielrechnung)

Einkaufspreise für den Veranstalter:

  • Hin- und Flug von Stuttgart p.P 360€
  • Hotel für eine Woche p.P mit AI: 245€
  • Kosten für den Reiseleiter (bereits vor Ort, aber auch mit Flug und Hotel), welcher aber wiederum durch alle Gäste geteilt werden muss. 1 RL auf ca. 15-30 Personen also pro Woche (inkl. kleinem Gehalt) 25€

Alles zusammen wären dann ca. 630€ Kosten.

Der Verkaufspreis sollte eigentlich stets eine Marge von 20% beinhalten. Da aber viele Veranstalter nicht gut kalkulieren können und dem Preisdruck der Konkurrenz ausgesetzt sind, machen Sie dann Preise von so 679 - 699€, was ca. 30€ zu wenig sind, um rentabel zu verkaufen.

Die versuchen sie, ähnlich wie Türkeireisen, mit Extraangeboten wieder wett zu machen in Form von Clubkarten oder anderen Verkäufen wie Ausflügen bzw. Verkaufsfahrten mit Provision bei den angesteuerten Geschäften.

Dabei will man, wenn möglich noch einmal 20-50€ Reingewinn machen (oft auch mit Schwarzgeldkassen).

So gesehen wäre dann ein Ertrag von ca. 50-70€ pro Gast da + eben etwas Schwarzgeld.

Dem Gegenüber stehen aber die Kosten von Personal, Miete, Homepage, Werbeschaltungen, Öffentliche Veranstaltungen usw..

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig Aufklärung geben ;).

Hallo,

bei einer Pauschalreise verpflichtet sich der Anbieter dieser oftmals, dass Einzelpreise nicht offengelegt werden dürfen, sonst würde er nämlich die Einkaufsraten, die er bekommt, nicht bekommen.

Bei einer Pauschalreise nicht kann man nicht pauschal sagen, wer wie viel abbekommen.

Mal ganz extrem ausgedrückt kann es ja sein, du fliegst First Class und lässt dich dann in einem 2*-Hotel unterbringen. Dann wäre die Preisverteillung ja deutlich anders als bei einem Eco-Flug mit anschließender Unterbringung in einem Luxus-Hotel.

Reisebüros erhalten eine Provision. Wie viel liegt zum einen am Veranstalter zum anderen aber auch an der Beschaffenheit des Reisebüros. Ein Ladenlokal hat mehr Kosten als ein Online-Anbieter und bekommt von einigen Veranstaltern insofern auch etwas mehr. Auf den Preis hat das übrigens keinen Einfluss, da der Handelsvertreter-Status beiden Vermittlern zusichert, die gleichen Preise verkaufen zu dürfen.

Margen, wie es sie in der Möbelbranche gibt, brauchst du hier aber nicht vermuten. Die Provision kann bei nur 5% liegen, bei Anbietern, die auf den Service von Reisebüros wirklich Wert legen auch mal bei bis zu 13%.

Der Reiseveranstalter selbst kalkuliert den gleichen Einkauf zu verschiedenen Verkaufspreisen. Er verspricht einem Hotel beispielsweise pauschal 2000 Übernachtungen in einer Saison und bekommt dafür die Übernachtung zu 70 € angeboten. Dann wird der Veranstalter erst mal versuchen, diese für 90 € weiterzuverkaufen, läuft das gut an, und er hat nach kurzer Zeit schon 600 Zimmer verkauft, steigt der Preis...

LG, Chris

Woher ich das weiß:Beruf – seit 2006 in verschiedenen touristischen Bereichen tätig

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