Wie führe ich einen Luftröhrenschnitt durch?

22 Antworten

Also wir sind uns glaube ich alle einig, das ein schlimmerer Zustand als "tot" nicht möglich ist. Wer auch immer so einen Quatsch erzählt "Meine Mutter ist Ärztin und der haben sie beigebracht, dass es angenehmer ist, zu ersticken, als von der Infektion, die am Küchenmesser, der Gartenschere oder was auch immer hängt, zerfressen zu werden. Kurz, da wird ne Körperhöhle eröffnet und das darf man nur steril" , hat den ersten Satz nicht begriffen. Ich habe mich mit einigen Ersthelfern und Ärzten unterhalten, normalerweise macht man das nicht, aber wenn der Tod 100% bevorsteht, ist eine egal wie geringe Überlebenschance besser als garkeine. Und zum Thema steril, wenn eine Arterie verletzt ist, sagst du ja auch nicht "Nein, ich drück dem Verunfalltem nicht in die Wunde und versuche die Blutung zu stoppen, weil ich meine Finger nach der Toilette nicht gewaschen habe." Darauf weißt man den Notarzt speziell hin und spätestens dann, bekommt der im Krankenhaus die volle Breitseite an Antibiotika, rein profylaktisch, reingedrückt. Und wer immer glaubt, das der Arzt nach 7 Minuten da ist, lebt in der Großstadt, mit super Infrastruktur. Auf dem Land kann es auch mal 20 Minuten dauern, darf nicht sein, ist aber so. Zu merken ist eins, es gibt viele Dinge die man normalerweise nicht darf. Aber den Zustand "Tot" verschlimmern, kann man nicht. Korrigiert mich, wenn ich das falsch sehe.

Ist zwar schon eine Weile her, aber dennoch interessant. Klar ist die Argumentation, dass der Betroffene unbehandelt innerhalb von ein paar Minuten ohnehin tot ist, unangreifbar. Aber man muss, gerade wenn du im RD arbeitest, mal bei der Realität bleiben: Tendenziell ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, überhaupt Ersthilfe zu leisten, schwach wie nie. Man muss sich schon glücklich schätzen, wenn jemand wenigstens die 112 wählt.

Dass ein medizinisch Unbedarfter es jemals über das Herz bekommt, einem anderen Menschen eine Gartenschere o.ä. in die Trachea zu rammen, wage ich sehr zu bezweifeln. Dabei ist der rationale Grund, dass man "nichts falsch" machen kann, nebensächlich. Denn im Notfall können nur Profis (begrenzt) rational denken. Bei allen anderen laufen Notfallskripte ab, die einerseits auf der genetischen "Tötungshemmung" basieren, andererseits von irrationaler Angst geprägt sind, jemandem zusätzlich Schaden zuzufügen. Überlagert wird das ganze noch vom psychologisch gut untersuchten Bystander-Effekt.

Kurzum, ich arbeite selbst in der Klinik und in der Praxis ist mir noch kein Fall bekannt geworden, in dem ein Ersthelfer eine Luftröhre "freigeschnitten" hat. Vielleicht zum Glück. Ich persönlich würde jedenfalls davon abraten. Denn mit einer durchtrennten A. carotis ist das Opfer noch schneller verblutet als erstickt! Darüber hinaus ist der Ersthelfer ohnehin meistens beim ersten Blutspritzer ohnmächtig und handlungsunfähig.

Nun zum Wesentlichen. Deine Argumentation übersieht, dass es durchaus Alternativen gibt, die den Betroffen bis zum Eintreffen des NAW minimal versorgen können. Zum ersten sollte jeder die entsprechenden Handgriffe beherrschen (und zügig anwenden), mit denen man verschluckte Fremdkörper vielleicht wieder heraus bekommt. Bei allergiebedingter Schwellung könnte man auch als Laie versuchen, einen Güdel-Tubus oder irgendeine andere Atemhilfe einzusetzen - macht deutlich weniger Schaden. Und das Wichtigste bei Atemstillstand: Eine effektive HERZDRUCKMASSAGE!

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@Docvomdorf

Ih habe als laie immer ein Tubus in der Tasch. Ich würde ihn im Notfall auch ein Kugelschreiber Reinrammen. Besser als tot.

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@Krypto1357

Würde ich so nicht unterschreiben. Mit solchen Methoden aus sehr schlechten Filmen ist der Patient oft schneller tot als mit einer sinnvollen Laienrettung, die im wesentlichen (bei Atemnot durch Verschlucken) aus dem Heimlich Handgriff und ansonsten aus einer Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Notarztes besteht. Auch die RTW-Besatzung macht normalerweise ohne Notarzt keine Koniotomie, selbst wenn das mit dem dafür vorgesehenem Tracheotomie-Besteck besser läuft als mit einem Kugelschreiber. Ich habe so eine Zweckentfremdung zwar noch nicht durchgeführt, würde aber aus anatomischen Erfahrungen behaupten, dass der ohnehin abbricht. Und mit "reinrammen" ist da schon gar nichts, denn die richtige Stelle ist Millimeterarbeit. Aber selbst wenn man als Laie diese träfe, reicht das Lumen des Kugelschreibers nicht aus, um effektiv zu belüften. Ergo: Der/die Betroffene erstickt also trotzdem, nur mit schwerwiegenden Schädigungen der Kehlkopfstrukturen, während eine sinnvolle Laienrettung unterlassen wird.

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ja es ist schon gefährlich wenn man nicht weiss wie ,jedoch wenn z.b. der kehkopf eingedrückt ist oder ähnliches kann z.B. die person in wenigen sekunden sterben und wenn man dann auf den notarzt wartet ist es meist schon zu spät...theoretisch kann man nicht viel falsch mac´hen bei so einen schnitt man muss ihn eigentlich ziemlich mittig der luftröhre setzen die frage dabei ist eigentlich nur ob derjenige sich das zumuten kann

Bin durch Zufall auf dieses Thema gestoßen, und würd auch gerne etwas dazu sagen.

Also der angebliche Mythos mit dem Kugelschreiber ist keiner, sondern ein Fakt. Ich habe mit Internisten gesprochen und die haben gesagt, im Notfall wirklich einen Kugelschreiber nehmen. Natürlich ist das nicht unbedingt das Beste, aber sollte man in abgelegenen Gebiet sein, werden die Überlebenschancen drastisch erhöht und auch der Hubschrauber ist nicht immer so schnell vor Ort.

Grundsätzlich sei gesagt, sollte man einen Notarzt rufen und wenn möglich auf diesen warten. Nur wenn man sich absolut sicher ist, dass er es nicht rechtzeitig schafft (abgelegenes Gebiet) sollte man es machen. Ich finde es gut, wenn sich Leute darüber informieren, denn in einer Notsituation kann das helfen. Keinesfalls sollte man aus Neugier bei der kleinsten Kleinigkeit solche Eingriffe machen, wie gesagt das ist wirklich der absolut letzte Schritt.

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