Welches Buch von Kafka soll ich zuerst lesen?

6 Antworten

> Fang doch erstmal mit einer Kurzgeschichte an. Wieso die volle Dröhnung nehmen, wenn es die Lightversion für den Anfang auch tut. Wichtig bei Kafka ist auf jeden Fall der persönliche Hintergrund von ihm. In vielen Werken bringt er das stark zum Ausdruck und erst, wenn man weiß, mit welchen Konflikten er zur Zeit seines Schaffens zu kämpfen hatte, versteht man wirklich seine Werke. Ganz grundlegend ist da zB seine familiäre Situation zu Hause, der klassische Vater-Sohn-Konflikt, Kafkas Interessen, etc. Wenn man sich näher beschäftigen will damit und nicht nur stupide runterlesen will, ist "In der Strafkolonie" (Kurzgeschichte) sehr gut zum Einarbeiten. Viel Spaß mit dem Franzerl!

Ich würde dir zum Einstieg eher die Romane, also "Der Prozess" und "Das Schloss" empfehlen. Die Erzählungen sind zwar kürzer, dafür aber umso schwerer zu verstehen, wenn man nicht schon einiges an Sekundärliteratur zu Kafka gelesen hat, ich würde sogar sagen, für den "unbelasteten" Leser absolut unverständlich. "Prozess" und "Schloss" sind zwar auch wie die Erzählungen parabelhaft, aber wenigstens ist eine klare Handlung zu erkennen. Längerfristig musst du aber unbedingt zu Sekundärliteratur greifen, um richtig in die kafkaeske Welt einzutauchen. Versuch's mal mit der Biografie "Der ewige Sohn". Übrigens sind fast alle Werke Kafkas Fragmente, da erst nach dessen Tod von seinem Freund Max Brod veröffentlicht.

Ohne Zweifel: "Die Verwandlung", die vielleicht beste Kurzgeschichte, die je geschrieben wurde. Ansonsten bin ich mit allen anderen einverstanden: Es gibt sehr viele gute Kurzgeschichten von Kafka, viele sind auch seinen Romamen entnommen. "Vor dem Gesetz" hat mich stark beindruckt und taucht im Prozess wieder auf.

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