Was sind gute Pen and Paper Spiele? Besonders für Einsteiger.

6 Antworten

ABOREA ist sehr einsteigerfreundlich, eignet sich aber auch für den gestandenen Rollenspieler :)

Vorteile:

  • günstiger Preis (knapp 20€)
  • prall gefüllte Spielbox (3 Hefte, 2 Karten, 2 Würfel)
  • vollständige Regeln (Kein "Teaser"-Regelwerk!)
  • freie Spielwelt
  • hervorragende Community
  • zahlreiche kostenlose Downloads (Regelerweiterungen, Abenteuer etc)

Eine kurze Regelübersicht und Links zu Blog und Forum findet man unter www.aborea.de

Auf Amazon gibt es neben den sehr positive auch sehr negative Bewertungen welche strickt vom Kauf abraten. Kannst du die negativen Bewertungen nachvollziehen oder kannst du das Spiel ohne weiteres empfehlen?

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@AchimElremmuek

Also ich kann das Spiel ohne Weiteres empfehlen.

Zu dem 1-Sterne-Bewertungen: 3 von 4 sind offenbar von Personen verfasst worden, die sich unter einem Tischrollenspiel etwas ganz anderes vorgestellt haben. Einen Stern dafür zu vergeben, dass man nicht die Beschreibung gelesen hat oder es zu mühsam war, ein kurzes Regelheft zu lesen, finde ich schon unfair. Die vierte Bewertung scheint mir fast schon ein Fake zu sein (Der Rezensent hat nur diese eine, schlechte Bewertung verfasst). Ob es ein Fanboy oder ein bewusstes Schlechtschreiben ist, kann ich nicht sagen. Unverschämt ist insbesondere der Vorwurf, dass die "Macher ... unkreativ, schlampig und faul" seien. Erstens stimmt es nicht, zweitens: Nicht meckern. Erstmal selbst besser machen.

Ähnlich schaut es bei den fünf 2-Sterne-Bewertungen aus: Da ist von "wissenschaftlicher Abhandlung" die Rede, was kompletter Unsinn ist. Aber was soll man von jemanden halten, der seine Rezension mit "Ich erfreue mich einer hohen Intelligenz..." einleitet. Fehlende Selbsteinschätzung würde ich hier attestieren ;) Die anderen bemängeln u.a. ein "Durcheinander", was sich aber zum Teil auf die erste Ausgabe bezieht und in der aktuellen Ausgabe so nicht mehr zutrifft. Auch die Behauptung, die Regeln seien über "drei Hefte verteilt" ist falsch. Alle benötigten Regeln befinden sich im Spielerheft. Optionale Regeln und Erweiterungsregeln (zT auch zusätzliche Regelerläuterungen für den SL) finden sich im Spielleiterheft. Im Spielmaterialheft sind lediglich Abenteuer, keine Regeln.

Bei den zwei 3-Sterne-Bewertungen sieht es ähnlich aus.

Damit sind gerade mal 11 von 60 Bewertungen mittelmäßig bis schlecht. Der Rest (über 80%) ist gut bis sehr gut. Das spricht eigentlich für sich.

Eine manchmal gelesene Behauptung, bei Aborea handele es sich nur um ein Einsteigerset, mit dem man nicht lange spielen könne, ist falsch. Das Regelwerk richtet sich zwar auch an Einsteiger und versucht diesen den Einstieg ins Rollenspiel so einfach wie möglich zu machen, es ist aber genauso für die alten Hasen geeignet, die sich ein regelleichteres Rollenspiel wünschen. Die Regeln sind vollständig und für langes Kampagnenspiel geeignet.

Durch die Bank weg wird übrigens die Ausstattung gelobt: 3 Hefte (davon eines voll mit Abenteuern), 2 Würfel, eine riesige Weltkarte und eine kleinere Dorfkarte (beide auf stabilem, beschichtetem Papier). Dazu noch der günstige Preis. Da kann man nichts falsch machen.

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Zwar lange her, aber mal eine Antwort für Google-Reisende mit ähnlicher Grundfrage.

Pen & Paper ist eigentlich kein einheitliches Spiel in dem Sinne. Eher ein Oberbegriff für eine bestimmte Art, interaktive Geschichten zu spielen. Das lässt sich gut mit Computerspielen vergleichen. Wo wir bei Computerspielen verschiedene Spiele haben, haben wir beim Pen & Paper verschiedene Systeme. Alle Computerspiele haben gemeinsam, dass man den Computer nutzt um sie zu spielen. Alle Pen & Paper Spiele haben gemeinsam, dass man sie traditionell in einer Runde mit Freunden spielt, wobei man durch Miteinander-reden und Einander-erzählen eine Geschichte erschafft.

Die Grundregeln, die bei den meisten Systemen gleich sind, sind folgende: Man denkt sich eine Figur aus, die in die Welt passt in der man spielen will. Nach den Regeln der entsprechenden Welt (dazu Näheres später) stattet man die Figur mit bestimmten Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken und Schwächen aus - und schreibt diese mit einem Bleistift auf Papier auf (daher der Name). Dann gibt es gewöhnlich einen Spielleiter, der sich eine Geschichte ausdenkt. Er erzählt diese Geschichte, und die Figuren der Spieler können sich darin entsprechend ihrer Eigenschaften, vom Spieler gesteuert, frei bewegen. Messen zwei Figuren ihre Kräfte miteinander oder versuchen sie etwas zu tun, das Spannung erfordert, so entscheiden Würfel anhand der aufgeschriebenen Eigenschaften darüber, welcher Figur ihr Vorhaben gelingt.

Nun gibt es aber viele verschiedene Systeme für Pen & Paper. Jedes System wiederum hat seine eigenen Regeln. Fast alle verwenden Würfel, aber während du für die einen zehn- oder zwanzigseitige Würfel brauchst, musst du für andere sechs- oder zwölfseitige benutzen.

Für Anfänger habe ich zwei Haupttipps. Wenn du schon ein paar mal Rollenspiele im Internet betrieben hast (nicht der Fetischkram sondern die Variante bei der du eine von dir erdachte Figur verkörperst), dann bietet Projekt Kopfkino (http://www.projekt-kopfkino.de) einige Systeme an, die kostenlos erhältlich und ganz einfach gestrickt sind. Dort werden vor allem gewöhnliche sechsseitige Spielwürfel benutzt und die Regelwerke sind kurz und übersichtlich gehalten. Sie eignen sich toll, um mit der Benutzung von Werten und Würfeln warm zu werden. Allerdings geben diese Regelwerke nicht viel vor, setzen also ein halbwegs großes Maß an Phantasie voraus, und behandeln sehr ungewöhnliche Szenarien. Zum Beispiel Ratten in einem verlassenen Kaufhaus oder 70er-Jahre-Polizeiserien.

Falls du noch nie Rollenspiel in irgendeiner Form betrieben hast, und/oder sehr unkreativ bist und lieber viele feste Vorgaben hast, sind Dungeons & Dragons und Das Schwarze Auge eher zu empfehlen. Diese Systeme spielen in Mittelalter-Fantasy-Welten, ganz klassisch mit Elfen und Zwergen, und besitzen Unmengen an Regelwerken die es möglich machen wirklich alles irgendwo nachzulesen und auszuwürfeln. Leider sind diese Regelwerke allerdings nicht kostenlos, sondern relativ teuer. Man kann sich vorübergehend mit Varianten aus dem Internet behelfen (PDFs kosten auch weniger als Druckvarianten), aber auf Dauer wirst du schnell merken, dass man mit den Digitalversionen nicht halb so gut arbeiten kann wie mit echten Büchern.

Hast du bisher weder Rollenspiel betrieben noch wirst du schnell mit viel Regellektüre warm, dann such dir am besten eine schon bestehende Gruppe in deiner Nähe um mit Pen & Paper anzufangen. Für viele Systeme muss man Feuer und Interesse mitbringen, um sich die Regelwerke durchzuwälzen. Und das Interesse kommt beim Spielen.

Es gibt noch andere berühmte Systeme, wie zum Beispiel den Regelwerkkomplex World of Darkness, der Systeme zu Vampiren, Dämonen, Werwesen, Dämonen, Feen, Magi, Geister und Monsterjägern enthält, Scion, welches von Gottverwandten handelt oder Engel, in dem es um Engel in einer postapokalyptischen Welt geht. Auch Shadowrun (Postapokalyptische Cyberpunk-Welt) ist sehr beliebt. Allerdings würde ich diese Regelwerke keinem blutigen Anfänger empfehlen, da sie rollenspielerisch ganz schön abstrakt sind und eigentlich am meisten Spaß machen, wenn man mit Pen & Paper an sich warm geworden ist.

Nun zum letzten Teil der Frage: Kann man Pen & Paper mal eben zwischendurch spielen? Das kommt drauf an. Manche Leute wollen nur ihre Figuren durch Höhlen jagen, ein paar Fieslinge moschen und hier und da mal eine Prinzessin retten oder eine Truhe voll Gold finden. Diese Leute können das auf jeden Fall mal eben zwischendurch machen, wobei selbst da ein bis zwei Stunden pro Session (plus eine Viertelstunde extra pro Gegner) vorhanden sein sollte. Der eigentliche Reiz im Pen & Paper liegt aber für viele Langzeitspieler darin, Figuren zu verkörpern und mit ihnen spannende Geschichten zu erleben. Und wenn man eine Geschichte spielen will, die interessante Wendungen und vielschichtige Figuren hat, in der auch mal zusammen am Lagerfeuer gelacht und auf dem Schlachtfeld geweint wird, dann muss man sich Zeit lassen. Man sollte sich die Zeit nehmen, am Anfang jeder Runde wieder ins Geschehen einzutauchen, und auch die Zeit miteinander im Spiel zu reden, zu diskutieren oder Geschehnisse Revue passieren zu lassen. Das geht selten mal eben so, sondern wenn man richtig drin ist dann möchte man sogar auch mal sechs, sieben Stunden am Stück minimal spielen. Mal abgesehen davon verbraucht man schon bei der Erstellung der Figuren häufig Zeit, genauso wie jedes Mal, wenn sie sich weiterentwickeln. Durch diese Vorbereitungsphase ist es selten möglich, in zwei Stunden mal eben ein paar Figuren zusammenzuschustern und mit diesen ein Abenteuer zu bestehen.

Am besten macht man sich gar keinen Druck, sondern organisiert die Runden mit Open End. Das hat sich bisher in den meisten Fällen als die beste Variante bewährt, denn so kommt jeder auf seine Kosten und niemand braucht sich künstlich quälen.

Wer Papier und Stifte-Spiele sucht, sollte einmal Talong ausprobieren:

Es ist ein Spiel für Bleistift und Papier. Eine wundervolle Alternative zu anderen Knobelspielen. Sie unterscheidet sich von anderen Spielen, weil sie stets innovativ bleibt und immer erneuert werden kann. Die meisten Leute reagieren mit einem Aha-Effekt und sind fasziniert von der simplen Spielidee. Mögliche Interessenten sind alle Kreuzworträtsel- und Gehirnjogging-Profis!

http://issuu.com/talong

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