Was ist Gelebte Demokratie?

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2 Antworten

Im folgenden handelt es sich um meine persönliche Meinung, also nicht als bloße Informationsquelle nutzen, sondern hinterfragen ;-)

Ein Demokratieverständnis kann sich von Person zu Person sehr unterscheiden.

Möchte ich möglichst viele Menschen mitnehmen/ einbeziehen oder mich gegen scheinbare Minderheiten durchsetzen?

Natürlich sollten für eine gelebte Demokratie die Strukturvoraussetzungen stimmen. Das heißt, ich brauch Alternativen, um mich zu entscheiden und kann im besten Fall eigene Vorschläge in ein solches System einbringen.

Fehlt es an Alternativen, sinkt potenziellen Wählern die Motivation, sich einzubringen. Auch unterschiedliche Parteien sind nicht immer ein Garant für unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Sprich, wenn ich Schokoladeneis bestelle, aber Brokkoli bekomme - oder umgekehrt - dann frage ich mich, warum ich mich überhaupt für eine Bestellung entscheide. 

Gelebte Demokratie lebt vom Wechselspiel aus einem gewissen "Input" durch potenzielle Wähler und einem entsprechenden "Output" durch das System. Das sollte in etwa übereinstimmen.

Gelebte Demokratie bedeutet immer auch aktiv am Geschehen teilzunehmen, sich für seine Interessen einzusetzen. Bei Wahlen, auf Demos, in Gesprächen, in Vereinen, in öffentlichen Medien. Hierfür sollte ich mir auf Grundlage entsprechender Tatsachen eine eigene Meinung bilden, die ich verständlich begründen kann.

Auch systematisch kann zur aktiven Teilnahme motiviert werden.

Ein Beispiel: Zu niedrige Wahlbeteiligung bei einer Kommunalwahl... Wenn man gesetzlich Wahlergebnisse bei einer Wahlbeteiligung von unter 60% für ungültig erklären würde, müssten sich entsprechende Politiker damit auseinandersetzen und überlegen, wie sie die Menschen zur Wahl, also zu einem "Input" in das politische System bewegen. Und dann stünden in einem solchen Fall Neuwahlen an. Als Wähler hätte ich dann die Möglichkeit, deutlich zu signalisieren, ob mich eines der Konzepte überzeugt. Dann wäre also auch die aktive Entscheidung gegen eine persönliche Wahlbeteiligung gelebte Demokratie...

Ganz so kurz habe ich mich jetzt nicht gefasst ;-) Aber auch nicht detailliert und ausführlich genug... Ich hoffe aber, dass deutlich geworden ist, dass weder nur Politiker noch nur Wähler bzw. Nichtwähler die Verantwortung für Abläufe tragen. Es ist wichtig, zu unterscheiden, wann potenzielle Wähler ihrer Verantwortung nicht entsprechen und wann es sich um politisches Versagen handelt. Um letzteres herauszufinden hilft es, sich ehrlich eine Frage zu stellen: Warum war die Wahlbeteiligung so gering? 

Gelebte Demokratie entsteht dort, wo ich Mitgestaltungsmöglichkeiten habe und diese auch nutze :-)

Wenn man sich in der Demokratie einsetzt &' aktiv dabei ist.

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