Was ist das dynamisch Erhabene in der Kritik der Urteilskraft von Immanuel Kant?

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1 Antwort

Im Unterschied vom Schönen gefällt (2.) das Erhabene durch seinen Geschmack am Formlosen, Unbegrenzten, Unendlichen, durch seinen Widerstand gegen das Sinneninteresse. Nicht Verstand und Einbildungskraft, wie beim Schönen, sondern Einbildungskraft und Vernunft befinden sich jetzt im »freien Spiele« miteinander. ... Es ist nicht mit Reizen vereinbar, dagegen in höherem Grad als das Schöne mit dem moralischen Gefühle verwandt. Man empfindet in seiner Nähe einen heiligen Schauer. Das Wohlgefallen daran ist mehr Achtung oder Bewunderung als Lust. Das Erhabene liegt noch weniger als das Schöne in den Gegenständen, noch mehr in unserem Gemüte, unseren Ideen. …

Das Dynamisch-Erhabene hat es …zu tun ... mit der Natur als einer unwiderstehlichen Macht, die Furcht erregt, und der wir uns gleichwohl durch unsere Persönlichkeit, nämlich das Gefühl der Erhabenheit unserer eigenen Bestimmung, überlegen fühlen (Mensch als Krone der Schöpfung). Diese Erhabenheit unserer Denkungsart steigert sich einerseits zum Enthusiasmus, anderseits zu der vielleicht noch erhabeneren Affektlosigkeit. Erhaben ist der Heldenmut (»selbst« im Kriege, »wenn er mit Ordnung und Heilighaltung der bürgerlichen Rechte geführt wird«), erhaben die Idee Gottes, erhaben vor allem das Sittengesetz [§ 40, II, 2, wodurch der Zusammenhang der Ästhetik mit der Ethik hergestellt wird].

Karl Vorländer: Geschichte der Philosophie, § 43. Angewandte Ästhetik, 2, Hervorhebungen von mir

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Kommentar von Jeff345
24.02.2016, 07:07

Was ist mit der Natur als unwiderstehliche Macht gemeint?

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Kommentar von berkersheim
24.02.2016, 09:18

Für Kant ist Natur die mächtige kausal verknüpfte Welt um uns (das was wir landläufig als Natur bezeichnen, Berge, Meer, Wiesen und Wälder) das Gegenstück zur "geistigen Vernunft". Gegenstück zur geistigen Vernunft ist aber auch das vegetative in uns, die Gefühle, die Triebkräfte des Körpers. Sich diesen überlegen zu empfinden, das vernunftbasierte Sittengesetz, die "reine" Idee Gottes, die Kant als "vernünftigerweise notwendig" ableitet, das sind für Kant die Quellen des dynamisch-Erhabenen. Nicht die Natur ist letztlich erhaben, sondern das Gefühl, als "Krone der Schöpfung" über ihr zu stehen, macht die Erhabenheit aus. Da entgleitet Kant für mich total in den "überheblichen" Idealismus.

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Kommentar von Jeff345
24.02.2016, 20:44

Danke für die Hilfe, aber ich verstehe es immernoch nicht geschweige wie ich das alles verständlich meinen Mitshülern erklären sollte.


Könntest du bitte mir das alles in einfachen Stichpunkten aufschreiben, so als ob du es jemanden erklären würdest, der sehr wenig von Philosophie versteht?


Danke dir :D

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