Was bedeutet Scheinblüte der guten Jahre?

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2 Antworten

Eine Scheinblüte ist eine nur scheinbare Blüte.

Mit „scheinbar" wird angedeutet: Etwa verhält sich in Wirklichkeit anders. Der Ausdruck „scheinbar" bedeutet: „(nur) zum Schein", „vordergründig", „vorgeblich", „vermeintlich".

Eine Blüte heißt in übertragener Bedeutung ein Gedeihen/ein hoher Entwicklungsstand/ein glanzvoller Zustand.

Gute Jahre sind auf die Wirtschaft bezogen eine Zeit, in der die wirtschaftliche Entwicklung gut verläuft, der Zustand der Wirtschaft ziemlich günstig und angenehm ist, es den Menschen wirtschaftlich gut geht. Die guten Jahre stehen dabei in Gegensatz zu schlechten Jahren.

Wirtschaftliche Blüte wird gewöhnlich mit einer günstigen Konjunktur verbunden (stetiges Wachstum, also Anstieg des Bruttosozialprodukts). Weitere Maßstäbe können z. B. nachhaltig zunehmende Gewinne und Einkommen, verhältnismäßige Preisstabilität (niedrige Inflation/kein starkes Ansteigen der Preise innerhalb kurzer Zeit) ein hoher Beschäftigungsgrad (niedrige Arbeitslosigkeit) oder ein guter Zustand des Staatshaushalts (Ausgaben sind nicht deutlich höher als die Einnahmen) sein.

Eine nähere Erläuterung benötigt einen Zusammenhang.

Ein Beispiel ist die Weimarer Republik. Die Zeit von 1924 – 1929 wird als die Goldenen Zwanziger Jahre bezeichnet. Diese Jahre waren besser als eine Reihe von Jahren davor und danach. Die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse waren stabiler. 1923 war eine Zeit der Hyperinflation (sehr schneller gewaltiger Preisanstieg mit der Folge großer Geldentwertung) und 1929 brach die Weltwirtschaftskrise aus.

Die Zeit 1924 - 1929 war die verhältnismäßig beste Zeit der Weimarer Republik. Schwierigkeiten, Belastungen und ungünstige Umstände sind aber nicht einfach verschwunden oder ganz beseitigt worden.

Eine Bezeichnung als Scheinblüte betont an den verhältnismäßig guten Jahren den täuschenden Anschein. Es wird ausgedrückt, dies sei keine echte Blüte gewesen.

Die Wirtschaftskonjunktur beruhte stark auf Schulden. Nach dem Abkommen über die Reparationen mit dem Dawes-Plan (1924) kamen Auslandskredite (vor allem aus den USA). Die wirtschaftliche Entwicklung blieb in einem hohen Ausmaß davon abhängig. Die Kredite mußten irgendwann auch zurückgezahlt werden und die Wirtschaft war daher anfällig. Bei einem Abziehen der Kredite drohte ein wirtschaftlicher Absturz.

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