Warum gibt es Leute, die nicht in weiss heiraten wollen?

14 Antworten

Da meine Mutter in einem schwarzen, etwa Knielangen rock und dunkelblauem Blazer geheiratet hat, kann ich dir ja mal ihre Erklärung weitergeben. :-)
Da ich ebenfalls das "traumhafte, weiße Brautkleid" bevorzugen würde, führten wir schon einmal so ein Gespräch. Sie erklärte es mir so, dass sie Bereits vor der Ehe ein Kind bekommen hatte und somit das "unschuldige" weiß eben im Endeffekt ein Lüge gewesen wäre, außerdem passt ein weißes Kleid auch vom Stil her überhaupt nicht zu ihr, was ich heute auch so sehe. Sie dachte außerdem ebenfalls praktisch, sodass sie die Kleidung auch später noch tragen kann.

Ihr eigentlicher Grund war jedoch ein anderer, das sagte sie immer so: "Es ist meine Hochzeit, es ging mir nicht darum, dass die Anderen mich schön finden, sondern darum, dass ich mich schön fühle." Und das tat sie eben nicht in einem weißen Kleid! :-)

Ich hoffe meine Antwort ist hilfreich, 
LG! :-)

Zum einen denke ich, daß heutzutage jeder etwas anderes und ganz besonderes und auf keinen Fall das gleiche wie ein anderer machen will. Zum anderen kann man ein farbiges Kleid auch noch zu anderen Anlässen tragen, was bei den heutigen Preisen auch ganz verständlich ist. Und dann wird es ja auch angeboten... Und wer auf Tradition aus ist, der wird auf weiß oder einen ähnlichen farbton zurückgreifen.

Traditionell war das Brautkleid immer weiß, weil die Frau ja eh nur einmal geheiratet hat und auch natürlich jungfräulich in die Ehe gegangen ist. Das haben hier auch schon einige so beantwortet. Da heute die Moralvorstellungen und auch die Vorstellungen von Mode etwas anders sind als noch vor hundert Jahren, haben sich die Farben der Kleider über Cremefarben bis zu knalligen FFarben entwickelt. Eine Braut sieht nahezu immer super aus und "Gott sei Dank" ;-) können heute auch andere Farben gekauft werden. So wird die Hochzeit auch individueller.

Das Brautkleid im Wandel der ZeitGanz in Weiß ... war die Braut nicht immer gekleidet. Seit der Antike hat sich das Brautkleid stark verändert und war vielen Modeströmungen unterworfen.

In vergangenen Jahrhunderten trug die Braut einfach ein festliches Kleid in verschiedensten Farben und Weiß kam erst viel später in Mode.

Die wechselvolle Geschichte des Brautkleids:

Hochzeitstunika im Alten Rom
Im Alten Rom, vor über 2000 Jahren, trug die Braut am Tag ihrer Hochzeit eine spezielle Tunika. Die Taille wurde mit einem Gürtel aus Holz betont, der mit einem speziellen Knoten, dem Herkulesknoten, verschlossen wurde. Über dieser Tunika legte die Braut ein gelbes Gewand an, die Stola, und passend dazu Sandalen und einen Schleier ebenfalls in Gelb. Nach der Trauzeremonie zogen sich die Hochzeitsgäste zurück und der Bräutigam musste sich der Aufgabe stellen, den Herkulesknoten am Hochzeitsgewand zu lösen.

Brautmode als Statussymbol
Im Mittelalter trug die Braut ebenfalls ein möglichst festliches Kleid bei ihrer Hochzeit. Bei Bräuten aus ärmeren Familien, der Bauern und Handwerker, bedeutete dies in der Regel, dass sie in ihrem meist schwarzen Sonntagskleid heirateten. In den oberen Bevölkerungsschichten wurde dem Brautkleid als Indikator für Reichtum und Macht der Familie der Braut große Beachtung geschenkt. Wer es sich leisten konnte, wählte besonders luxuriöse Stoffe wie Samt, Seide oder auch Silber- und Goldbrokat, verziert mit Stickereien und besetzt mit Halbedelsteinen. Und auch die Farben - damals ebenfalls ein Luxusgut - waren äußerst prachtvoll: Die "High Society" des Mittelalters heiratete in blauen, grünen und roten Kleidern, häufig in mantelartigem Stil geschnitten.

Trendfarbe Schwarz
Nachdem sich die Farbe Schwarz im 16. Jahrhundert durch den Einfluss des streng katholischen spanischen Königshofs zur Trendfarbe entwickelte, wurden lange, schwarze Brautkleider mit Schleppe und Spitze in ganz Europa äußerst beliebt. Nicht nur die Oberschicht sondern auch die Mittelschicht und Bräute aus ländlichen Gebieten heirateten in Schwarz, da diese Farbe nicht nur die Frömmigkeit der Trägerin unterstrich, sondern vor allem leicht sauber zu halten war und zu verschiedenen Anlässen getragen werden konnte. Ein Kleid nur für einen Anlass zu tragen, war damals noch undenkbar. Kirchgangskleidung, Tracht oder geerbte Festtagskleidung war am Land daher auch weiterhin und noch bis ins 19. Jahrhundert hinein eine gängige Alternative.

Weißes BrautkleidWeiß, Farbe der Unschuld
Brautkleider in Weiß, dem Symbol der Reinheit und der Unschuld, gibt es erst seit dem Ende des 17. Jahrhunderts. Damals sah man die Farbe allerdings nur bei Hochzeiten des reichen Bürgertums und des Adels und weiße Brautkleider entwickelten sich zum Statussymbol.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in Frankreich erstmals ein weißes Kleid vorgestellt, das speziell für die Hochzeit kreiert worden war.

Ausgehend von den Adelshäusern verbreitete sich der Trend zur Hochzeit in Weiß jedoch immer mehr und erreichte schließlich auch ärmere Bevölkerungsschichten.

Und spätestens nach der Märchenhochzeit von Prinzessin Elisabeth von Bayern alias Sisi im Jahr 1854 war klar: Die modische Braut trägt Weiß!

Moderne Brautmode
Brautkleid bleibt Brautkleid -
aber immer anders
Seit dem 20. Jahrhundert ist Weiß nicht mehr aus der Brautmode wegzudenken. Der Stil der Brautkleider unterliegt aber den wechselhaften Launen der Mode:

Von schmalen, kürzeren Kleidern in den 20er-Jahren über ausladende Petticoats in den 50ern und Minikleidern in den 60er Jahren bis hin zur "neuen Romantik" in den 80ern hat das Brautkleid fast jeden Modetrend mitgemacht.

Und spätestens heute gilt:

Eine Braut darf jedes Kleid tragen, das ihr gefällt und das zu ihrem individuellen Stil passt -unabhängig von Form, Länge, Material und Farbe.

0
@tiegerente01

Da ich grad selbst die Frage für mich Stelle bin ich hier gelandet und geb das mal für alle weitere fragenden so weiter 

0
@tiegerente01

Die Promi-Braut mit einem weißen Brautkleid, die maßgeblich zu diesem noch immer anhaltenden Trend beigetragen hat, war jedoch nicht Sisi, sondern Königin Victoria. Auf sie geht diese Modeerscheinung zurück.

Ansonsten: Gut recherchierter Kommentar und sehr ausführlich!

Schliesse mich an. :)


0

Ein weißes zieht man nur an diesem einen Tag an und dann wahrscheinlich nie wieder. Ein anders Farbiges kann man auch noch zu anderen Gelegenheiten anziehen. Ist in dem Fall dann wohl eher Praktisch, als traditionel gedacht. Oder aber die Braut steht extrem auf Tradition... dann darf sie nur weiß tragen wenn sie noch rein ist! (1.Ehe) heiratet sie ein 2x geht das nicht mehr in weiß.

Vielleicht weil heutzutage sich nicht jeder an die althergebrachten Traditionen halten will und daher in z. B. knallrot heiraten möchte.

Was möchtest Du wissen?