Warum gibt es in den Märchen zwar böse Stiefmütter, aber nie Stiefväter?

11 Antworten

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Weil früher fast alle Märchen aus Männerhand stammen?

Sehr gute Deutung!

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Psychologische Deutung des Stiefmutterbildes

In der Kindheit gibt es große Unterschiede zwischen inneren Erfahrungen und der realen Welt. Das Kind lebt in beiden Welten und vermischt sie manchmal miteinander. Mit Hilfe von Märchen können Kinder die Erfahrungen aus der realen Welt bewältigen, ohne dabei Schaden zu nehmen oder an einem inneren Konflikt zu zerbrechen. Genauso verhält es sich mit der Mutter, die vom Kind in eine „gute“ und in eine „schlechte“ Mutter aufgeteilt wird, damit das gute Bild erhalten bleibt und das Kind mit dem unterschiedlichen Verhalten der Mutter fertig werden kann. Oft ist die „böse“ Mutter eine böse Stiefmutter wie im Märchen. So kann das Kind seine Mutter hassen, ohne an einem inneren Konflikt zu zerbrechen, da es ja nur die böse Stiefmutter haßt. Dieses Aufteilen wird allerdings nicht nur durch Märchen angeregt, wie das Beispiel einer Studentin von Bruno Bettelheim zeigt, die ihre Mutter in eine „gute“ Mutter und in einen Marsmenschen aufteilte, um die Widersprüche im Verhalten ihrer Mutter zu bewältigen.

http://www.referate10.com/referate/Psychologie/4/MARCHEN-reon.php

alte Vorurteile, die sich nicht aus den Köpfen bannen lassen. Überleg doch mal, wie alt die meisten Märchen sind. Da gab es doch noch ein ganz anderes Frauen-/Männerbild.

Weil böse Stiefväter manchmal Dinge tun, die man in einem Märchen nicht richtig verpacken kann. Böse Stiefväter werden totgeschwiegen.

Märchen sind ja nun ohnehin extrem symbolträchtig - und die Figur der Stiefmutter stellt noch dazu sowas wie einen "Archetypus" dar.

Hier steht bisschen mehr: Die Figur der (bösen) Stiefmutter gilt für die Analytische Psychologie in der Tradition Carl Gustav Jungs als Ausprägung eines Mutterarchetyps mit zerstörerischen und verschlingenden Zügen.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Stiefmutter)

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