Warum gibt es das kastensystem heute noch?

2 Antworten

Das Kastensystem ist eine religiöse Sache, im Hinduismus glaubt man an Wiedergeburt und geht davon aus, dass der soziale Status in dem man wiedergeboren wird davon abhängt, welches Leben man vorher geführt hat. Hat also jemand viele gute Taten in seinem Leben vollbracht, steigt er eine Klasse höher auf, hat man ein schlechtes Leben geführt, wird man in einer niedrigeren Klasse wiedergeboren. Das Kastensytem wird nicht angetastet, weil die Hindus also daran glauben, dass es vorbestimmt ist, in welcher Kaste man wiedergeboren wird, je nach dem, was man im Leben geleistet hat. Die Kaste in der man geboren wird, kann deshalb auch nicht verlassen werden, sonst würde man in das vorbestimmte Schicksal eingreifen. Das führt natürlich zu großer sozialer Ungerechtigkeit, denn es bedeutet ja, dass ein Kind aus armen Verhältnissen immer arm bleiben muss und keine Chance hat, sein Leben zu verändern. In Indien wird das von den gläubigen Hindus aber akzeptiert und zum großen Erstaunen der westlichen Welt, kommt es deshalb dort auch nicht zu Aufständen oder Demonstrationen für mehr soziale Gerechtigkeit, so wie wir das in Europa kennen. Das Kastensystem ist allerdings nicht gesetzlich festgelegt - rein rechtlich darf jeder Inder Ausbildung und Beruf so wählen wie er will, es wird aber aus religiösen Gründen eher nicht gemacht.

Allerdings existiert die "große soziale Ungerechtigkeit" aus unserer Weltsicht. Aus der Weltsicht des Hinduismus (und ähnlicher Religionen mit Karma und Reinkarnation) ist das völlig gerecht.

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Das Kastensystem ist gesetzlich verboten. Natürlich existiert es weiter, weil die Leute dem Glauben nach alles akzeptieren. So ist die Gesellschaft jetzt einfach immernoch total hierarchisch geprägt.   Vielleicht interessiert dich das hier auch: http://geert-hofstede.com/india.html eine mehr theoretische Erklärung der indischen Kultur. Allerdings besteht das Kastensystem in urbanen Gebieten nicht, glaube ich. Sekularisierung

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