Warum beherrschen so viele Leute die deutsche Rechtschreibung nicht mehr?

11 Antworten

Durch die Rechtschreibreform sind es, glaube ich, noch mehr Menschen geworden, die nicht mehr die Rechtscheibung beherrschen. Viele ältere Bürger-wie ich- weigern sich, die neue Rechtschreibung zu verwenden. So gab es zu unserer Zeit Rechtschreibhinweise wie: Trenne nie "st", denn es tut ihm weh, oder "gar nicht" schreibt man gar nicht zusammen, leider sind diese Merksätze nicht mehr anwendbar, weil die neue Rechtschreibung etwas anderes verlangt. Mir gefällt auch nicht, wenn ich z. B. Flussschifffahrt so schreiben soll, finde ich unmöglich. Wäre mehr Großschreibung weggefallen wie im Englischen, nur Namen, Städte usw., hätte das sicher viel mehr gebracht. So können die nicht richtig schreiben, denen es sowieso schwerfällt und viele andere auch nicht mehr. Ich fand das Wort "Känguruh" immer so schön, jetzt leider ohne das putzige "h" hinten daran. Für die Schüler ist es auch schwer, ältere Bücher zu lesen, kommen sie dann ja auch mit der Rechtschreibung durcheinander, es gibt sogar jetzt z.T. noch Bücher zu kaufen mit alter Schreibweise, wenn sie von früher nachverlegt werden. Ich hoffe, daß ich Euch nicht zu sehr mit meiner Betrachtung gelangweilt habe. Ich lerne die neue Rechtschreibung bestimmt nicht mehr.

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Einige Merksätze sind immer noch anwendbar. Zum Beispiel wird „gar nicht” nach wie vor getrennt geschrieben. Ich habe ausschließlich die neue Rechtschreibung gelernt, bin also mit der alten nicht sehr vertraut. Trotzdem gibt es – aus meiner Sicht – keine größeren Probleme beim Lesen von Texten in alter Rechtschreibung.

Abgesehen davon halte ich das wegfallen lassen der Großschreibung, wenn auch nur teilweise, für keine gute Idee. Manchmal hilft es wirklich beim besseren und schnelleren Verstehen von Texten. Außerdem gehört es aus meiner Sicht einfach zur deutschen Schriftsprache dazu und ist ein einzigartiges Merkmal, was es so in keiner anderen Sprache gibt.

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Ich denke man muss da unterscheiden. Fehlt nur mal ein Buchstabe, ist das meist ein Flüchtigkeitsfehler. Das würde ich nicht als "Rechtschreibung nicht beherrschen" bewerten, denn das kann jedem mal passieren. Anders sieht es aber bei Sätzen aus wie: Ws hatet ir fohn den schlächt wätta? Übersetzt: Was haltet Ihr von dem schlechten Wetter? Habe ich so tatsächlich mal gelesen! Da fragt man sich, ob es dem Fragenden ernst mit seiner Frage ist. Letzlich antworte ich solange ich die Frage verstehe und meine mit meiner Antwort helfen zu können. Auf "oberlehrerhafte" Verbesserungen verzichte ich dabei ganz bewusst. Vielleicht leidet die fragende Person unter einer Lese-/Rechtschreibschwäche oder kann einfach noch nicht so gut die deutsche Sprache.

Ich finde es auch unmöglich. Es ist ja noch zu verkraften, wenn es junge Menschen in Alter von 6 - 14 Jahren sind, aber selbst in meinem Alter, ich bin 22, werden noch ganz gravierende Fehler reingehauen. Ich habe inzwischen so eine Art Ant-Rechtschreib-Phobie entwickelt (wenn man das so nennen kann ;) ). Dabei ist es eigentlich so einfach. Noch dazu kommt die Komma-setzung. Was ich in der achten Klasse schon perfekt beherrscht habe, können heute selbst 20- bis 32-jährige in meiner Berufsschulklasse nicht mal ansatzweise, da müssen zwei komplette Unterrichtsstunden hergenommen werden, nur um die Kommasetzung zu lernen, die dann ind er darauffolgenden Probe fast jeer vergeigt hat. Es ist echt zum Schreien, wie das deutsche Sprachvermögen leidet.

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