Unterschied- schwerer/leichter Badmintonschläger?

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Woraus besteht dein Schläger bzw. der Schläger deiner Freundin, und wie viel wiegt er?

Eigentlich sind heutzutage selbst billige Schläger aus Carbon, und wiegen nicht mehr als 85-90g (unbespannt wohlgemerkt). Wenn dein Schläger also mehr wiegt, kann es daran liegen, dass er aus sehr billigen Materialien ist, und deshalb einfach mehr wiegt.

Eine Faustformel a'la "je leichter der Schläger, desto besser" gibt es beim Badminton tatsächlich nicht. Wie du bereits erkannt hast: Mit einem schwereren Schläger hast du meistens auch etwas mehr Power und mehr Kontrolle. Ist der Schläger zu leicht, hast du irgendwann kein Gefühl mehr für den Ball (insbesondere bei Überkopf-Schlägen) und dementsprechend auch keine Kontrolle und keine Power. Aus dem Grund wiegen die allermeisten Schläger je nach Griffstärke und Modell ungefähr 75-89g. Teure Schläger sind dabei aber nicht grundsätzlich leichter oder schwerer als billige. Alles darunter ist quasi zu leicht, alles darüber zu schwer.

ich kriege doch sicherlich kräftigere Schläge mit rein mit meinem


Das stimmt nicht unbedingt. Zum einen ist da der Unterschied zwischen flexiblen und steifen Schlägern, den ich unten in nem Kommentar erklärt hab. Dann wird die Balance eine Rolle spielen: Ist der Schläger deiner Freundin kopflastig, hat man damit von vornerein schon einmal mehr Power.

Grundsätzlich stimmt es aber nicht, dass man mit schweren Schlägern automatisch mehr Power hat.  Kraft setzt sich physikalisch  aus zwei Komponenten zusammen, nämlich einmal der Masse mulitpliziert mit der Beschleunigung (F=m*a). Und bei der Beschleunigung haben leichte Schläger meist die Nase vorn, da sie einfach schneller sind. Insofern kann es sein, dass ein paar Gramm weniger (die Variable m ist also etwas kleiner) letztendlich positiv sind, wenn dadurch die Beschleunigung (Variable a) deutlich größer wird.

Welcher Faktor überwiegt, muss man letztendlich selbst rausfinden, da jeder trotz grundlegend gleicher Technik eine leicht individuelle Schlagbewegung hat. Letztendlich ist das ganze also einfach 'ne Sache von Gewöhnung und persönlicher Vorliebe. Die einen kommen mit etwas schwereren Modellen besser klar, die anderen bevorzugen leichte Modelle.

Absolut tolle Aussage ^^ Danke,dass du es so detailliert beschrieben hast ^^

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Der teurere Schläger wird sicherlich flexibler sein. Beim Smash bleibt der Schlägerkopf hinter dem Schaft zurück. Durch den Peitscheneffekt wird mehr Energie auf den Ball übertragen. Mein schläft wiegt mit Saite grade mal 93g und trotzdem wurde damit der noch gültige Weltrekord von 493 km/h aufgestellt.

Bei den  Schlägern kommt es neben Flexibilität auch auf Verwindungssteifigkeit, Kopflastigkeit

Einen Unterschied wirst du als Anfänger zwischen einem 50€ und 150€ teuren Schläger sicherlich nicht merken, aber zwischen 15€ und 50€ sollte ein deutlicher Unterschied zu spüren sein.

Das stimmt leider nicht wirklich.

Eigentlich ist es genau umgekehrt: Ein steifer Schläger hat theoretisch deutlich mehr Power als ein flexibler.Wie du bereits richtig erkannt hast, verbiegt sich der Schläger beim Schlag. Grundsätzlich gilt: Je flexibler der Schläger, desto stärker verbiegt er sich. Ein flexibler Schläger biegt sich bei gleichem Kraftaufwand also deutlich stärker als ein steifer, oder mit anderen Worten: Um einen steifen Schläger beim Schlag entsprechend zu verbiegen, muss man deutlich härter schlagen. Das mit dem Peitscheneffekt stimmt grundsätzlich auch, jedoch muss man folgende Tatsache beachten: Je steifer der Schläger, desto härter, schnellt er anschließend wieder in seine Ausgangsposition zurück. 

Im Prinzip kann man das Ganze sehr gut mit zwei Linealen vergleichen:Es gibt sowohl sehr flexible Lineale aus Gummi, als auch steife aus hartem Plastik. Biegt man ein Gummilineal nach hinten, lässt es sich sehr leicht verbiegen. Lässt man es anschließend los, schnellt es jedoch kaum zurück. Bei den harten Lineal hingegen, braucht man mehr Kraft um sie zu verbiegen, lässt man sie los, schnellen sie jedoch sehr schnell wieder in die Ausgangsposition zurück.

Und genau so ist es auch mit Schlägern: Ein flexibler Schläger, schnellt viel langsamer zurück als ein steifer. Würde man also so schlagen, dass sich beide Schläger gleich stark verbiegen, würde man beim steifen Schläger mehr Kraft brauchen, aber der Schlag wäre letztendlich härter: Der Schläger schnellt mit deutlich mehr Kraft in seine eigentliche Position zurück, und dementsprechend ist auch der Peitscheneffekt stärker. Aber wie bereits angedeutet: Voraussetzung ist, dass man genug Power generieren kann, um einen steifen Schläger entsprechend stark genug zu verbiegen.

Und genau da liegt der Punkt: Ein Anfänger ohne gute Technik, wird einen steifen Schläger kaum verbiegen können, und hat mit einem flexibleren Modell letztendlich mehr Power. Ein Profi, der mit seiner Technik genug Power generieren kann, wird mit dem harten Schläger mehr Power haben.  Und aus dem Grund haben auch Schläger, die für 'ne aggressive Spielweise mit harten Smashes ausgelegt sind wie z.B. Yonex Voltric 80/Z-Force II, Li Ning N90 oder Victor Thruster Serie eigentlich alle nen steifen bis sehr steifen Rahmen. Dein Nanoray Z-Speed hat übrigens auch nen relativ steifen Rahmen ;)

Hat man sehr viel Kraft, kann ein Schläger aufgrund des Peitscheneffekts auch zu flexibel sein: Der Schlägerkopf biegt sich dann so stark nach hinten, dass er nicht schnell genug wieder nach vorne schnellt, bevor man den Ball trifft -Folge ist, das Timing ist im Eimer, man trifft den Ball im falschen Winkel und der Smash geht gerade anstatt schräg nach unten.

Aus den Gründen wirst du auch kaum Profis finden, die mit flexiblen Schlägern spielen oder gute Anfängerschläger mit allzu steifen Rahmen. Anfänger sollten zu flexiblen Schlägern greifen, um leicht Power generieren zu können (und da steife bei schlechter Technik zu Schmerzen führen können), Schläger für Fortgeschrittene/Profis sind dagegen immer deutlich steifer, da man damit bei entsprechender Technik mehr Power hat und sie nebenbei auch präziser sind ;)

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@BlackBanan24

Du hast natürlich Recht. Der teurere ist natürlich steifer und damit hat man letztendlich auch viel bessere Ballkontrolle.

Als Anfängerin wird sie allenfalls bei flexiblen Schläger in den Genuss des Peitscheneffekts kommen. Energetisch wird es so sein, dass die Federenergie, die nach dem Schlag noch im Schläger verbleibt, nutzlos verpufft. Aber wie Du schon schreibst F= m * a. Hier müsste aber der leichtere Schläger bis zu einer gewissen Untergrenze letztendlich doch Vorteile aufweisen:

1. Gehen wir davon aus, dass die Kraft im Arm und die Ausholbewegung  gleich sind, wird jeweils die gleich Energie auf den Schläger übertragen (W = F x s = 1/2 *m * V²), wobei der leichtere Schläger etwas schneller wird.

2. Beim (idealen) Schlag selbst greift die Kombination aus Energieerhalt und Impulserhalt. Ein schwererer Schläger wird nach dem Auftreffen noch einen höheren Impuls und Bewegungsenergie haben als ein leichter (so wie der LKW den Smart wegschiebt). Somit sollte ein leichterer Schläger mehr seiner Gesamtenergie beim Auftreffen abgeben können. Verformungsenergie (z.B. des Korks und verbleibende Federenergie (Schaft, Besaitung) mal nicht betrachtet. Kommt dann noch Körperdrehung, Armrotation, physikalische Umgebungsbedingungen (Temperatur & Luftdruck) hinzu, könnte man darüber sicherlich eine Diplomarbeit schreiben.

Fantastisch, zu welchen komplexen Überlegungen solch eine simple Frage führen kann.

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Man merkt den Unterschied wenn man damit auch viel spielt. Umso schwerer der Schläger desto größer die Schmerzen im Unterarm

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