Sonett find ich sowas von beschissen - Robert Gernhardt

3 Antworten

Robert Gernhardt ist ein freier Geist, der es sich herausnimmt, etwas zu veralbern, was er durchaus liebt.

Er hat selber Sonette geschrieben, dieses angebliche "Hassgedicht" ist ja selber eines.

Ich kannte R.G. gut, sowie seine ganze Freundesclique, Pit Knorr und die ganze Titanic-Mannschaft. Ottos Ghostwriter war auch meiner, weil er nämlich die Gotik-Grammatikfragen meiner Germanistik-Prüfung in einer Kneipe neben der Uni bearbeitet hat

Es gibt nur eines, was ich R.G. "verüble", dass er gestorben ist, bevor er meine Gedichte veröffentlichen konnte, was er mir schon angekündigt hatte.

Der gute Robert R.I.P. !

Ein Anhänger natürlich, denn dieses "Gedicht" "Materialien zu einer Kritik

der bekanntesten Gedichtform

italienischen Ursprungs" hat Gernhardt ja als Sonett verfasst.

Hallo!

Danke für die schnelle Antwort!

Sie sind also der Meinung, dass er ein Anhänger der Sonettform ist, da er die formalen Aspekte beachtet hat oder wie kann ich das verstehen?:)

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So ein offenes Runterputzen des Sonetts, wenn man das Gedicht wortwörtlich nähme, wäre viel zu platt. Vielmehr spiegelt seine Wortwahl das Herunterputzen des Sonetts, wie es in den 70er/80er Jahren geschehen ist, und er "bekennt" sich gleichzeitig zum Sonett, indem er selbst diese Form wählt.

Die niveaulose Wortwahl kritisiert also die Geringschätzung dieser Dichtform, während die Reinheit und die Kunst des Sonetts durch das Beachten ebendieser Form (11-10-11-10 11-10-11-10  11-10-11 10-11-11; 5hebiger Jambus mir abwechselnd weiblicher (11) und männlicher Kadenz (10)) unterstrichen wird.

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