Sind Kühe eigentlich schwarz/weiss oder weiss/schwarz?

8 Antworten

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Wie die Farbe bei den Wildtieren zustande kommt, steht ja schon da: Evolution.

Bei den Haustieren, Kühen zB, sind die "Flecken" irgendwann mal mutiert, und dann haben die Menschen diese bunten Tiere weitergezüchtet, um sie von den WIldtieren und voneinander besser unterscheiden zu können.

Im Laufe der Jahrhunderte hat man dann zusammen mit den verschiedenen Farben auch auf die verschiedenen Leistungen geachtet, und weil man damals daran geglaubt hat, die Farbe sei mit der Leistung verbunden, hat man auch immer genau die Tiere weitervermehrt, die zB Flecken hatten UND viel Milch gegeben haben, oder die "weiß" (blond) waren, UND viel Fleisch hatten. Und weil man das so lange geglaubt hat, und sozusagen "unabsichtlich" immer solche Tiere weitergezüchtet, haben heute einige Kühe mit den schwarz-weißen Flecken (sind übrigens weiß mit schwarzen Flecken) auch besonders viel Milch, und andere, mit anderen Farben eben andere Eigenschaften. Das nennt man dann Rasse, und die Farbe gehört oft zum Rassemerkmal.

Als man dann herausgefunden hatte, wie Farbe und Form vererbt werden (so ungefähr vor 100 Jahren, als sich die Mendelschen Gesetze allgemein verbreitet hatten als Wissen), gab es bei den Haustieren einen regelrechten "Boom" der Tierzucht, da hat man dann auch reine "Ziertiere" gezüchtet, also solche mit ganz besonders hübschen Farben und Mustern, zB bei den Hühnern welche mit umrahmten Federn, oder bei Rindern und Schweinen "gesattelte" Tiere (mit einem Querstreifen). Für jedes Muster gibt es verschiedene Gene, die man zT auch heute noch weiterzüchtet, aber die meisten "bunten" Rassen sind in diesem "Boom" (ca 1900, 1920) entstanden.

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Sind sie wirklich weiß mit schwarzen Flecken? Bei den Sattelfarben ist doch auch die dunkle Farbe die Grundfarbe.

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@CrazyDaisy

hehe - auch grade gelesen. Siehe unten bei Deiner Antwort.

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Da Weiß das Fehlen von Pigmenten bedeutet und eine pigmentierte Kuh den Normalfall darstellen dürfte, so ist davon auszugehen, dass die Flecken weiß sind und die Grundfarbe eben braun oder schwarz. Gleiches dürfte für Pferde gelten.

Nö,. ist nicht ganz so. Das Gen für "fehlendes Pigment" wird ja nicht anders vererbt als die Gene für Farbe, das hat die selbe Berechtigung und den selben STatus - es ist also nicht so, daß im Genom etwas fehlt. Es gibt zB auch dominantes Weiß bei etlichen Tieren.

Wenn mans ganz genau nimmt, ist die Frage aber auch unbeantwortbar, weil die Gene für "gefleckt" oder "nicht gefleckt" an einer ganz anderen Stelle liegen als die für Farbe oder keine Farbe - es werden also sowieso nicht "braune Flecken" vererbt, sondern vererbt wird "gefleckt" und unabhängig davon "braun" oder eben "keine Farbe": es gibt also auch gefleckte Kühe, die weiße Flecken auf weißem Grund haben.

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@pecudis

Wenn Du von "wildfarben" ausgehst: die haben alle Allele - also auch alle Möglichkeiten. Dazu gehört dann noch ein sog "Verdünnungsfaktor" (liegt wieder woanders)

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@pecudis

"Pferdeartige" zB haben schon vor dem eigentlichen Pferd das Gen für "gestreift" gehabt.

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@pecudis

Auch das eine oder andere gute Przewalski hat ja "Zebrastreifen" an den Beinen.

Andererseits: Gescheckt heißt aber doch letztendlich "an manchen Stellen keine Farbe", ganz unabhängig welche Farbe die Farbe hat. Weiße Flecken auf weißem Grund halte ich jetzt mal für nicht schlüssig - ist das nicht eher ein großer weißer Fleck? Denn wie unterscheidet man die weißen Flecken von dem weißen Grund, beide müssten ja rosafarbene Haut aufweisen.

Bei "eigentlich unbeantwortbare Frage" sind wir uns aber wieder einig.

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@CrazyDaisy

Nein, das ist noch nicht kompliziert genug. "Gefleckt" heißt einfach nur "gefleckt" im Unterschied zu "gepunktet", "gestreift" oder "keine Flecken" (nicht: einfarbig! sondern "keins der Muster")

Dann gibts auf den Flecken Hautfarbe und Haarfarbe (ist auch nicht das selbe!), zB kannst Du helle (verdünnte) Haare auf weißer oder auf pigmentierter Haut haben, oder weiße (wieder anderes Gen, aber selber Phänotyp) Haare auf weißer oder dunkler Haut. Und dann gibts auch noch jede Menge Wechselwirkungen zwischen diesen Genen ...

Eine Kuh mit weißen Flecken auf weißer Haut hat dann zB : das Gen für "Flecken" , das Gen für Verdünnung wechselwirkt mit dem Gen für die Farbe der Haare auf den Flecken (=hell bis weiß) und das Gen für "keine Farbe der Haare" auf dem restlichen Körper. Siehst Du von außen nicht, ist aber eine weiße Kuh mit weißen Flecken und nicht das selbe wie eine "ganz und gar weiße Kuh" (die das Gen für "keine Flecken" trägt)

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@pecudis

Oder noch mal anders ausgedrückt: "gefleckt" heißt eben nicht "an manchen Stellen keine Farbe", sondern "an verschiedenen Stellen unterschiedliche Farben". Das ist das selbe Gen, das auch "bunte" Flecken macht (zB dreifarbige Katzen) - nur das dreifarbig bei Rindern eben nur sehr selten vorkommt (gibts aber auch)

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@pecudis

Ich kapituliere freudig! Wäre es nicht herrlich einfach, wenn Phänotyp gleich Genotyp wäre? Obwohl: Nimmt ja doch zu sehr die Spannung bei der Geburt - wie wird das Fohlen/Kalb/Ferkel/der Welpe wohl aussehen...

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Also, ist zwar schon ein bisschen her als die frage gestellt wurde, aber ich will mal meinen senf trotzdem dazu geben! Die schwarz weissen kuehe und auch die braun weissen kuehe gehoeren zu der rasse der deutschen holsteins! Eine milchbezogene rasse! Fleckviehrinder kann man zu mast und fuer milch einsetzten, wobei sie nicht die milchleistung von den holsteins haben. Die fleckviehrinder erkennt man daran das die einen weissen kopf haben und groessten teils braun weiss sind! Aber es gibt auch andere braune kuehe. Braun bedeutet nicht immer gleich fleckvieh! ;)

Ich finde aber das es eher weisse kuehe mit schwarzen flecken sind, aus dem ganz einfachen grund, wenn ich auf ein blatt papier mit weiss male, kann ich es mit schwarz uebermalen. Male ich aber mit schwarz auf ein blatt papier, kann ich es meistens mit weiss nicht uebermalen. So meine theorie! :D

Und was ist wenn das Blatt schwarz ist und man einen weißen Stift nimmt? ^^

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