rasen in der mittagssonne gießen?

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Ich bin seit 15 Jahren Gärtner und habe noch nie einen durch Wassertropfen verbrannten Rasen gesehen, auch keine anderen Pflanzen. Sprengen zur Mittagszeit ist deshalb nicht zu empfehlen, weil ein Großteil des Wassers durch die Hitze direkt wieder verdunstet und gar nicht erst in die Pflanze gelangt. Abends ist die beste Zeit zum Wässern, da kann das Wasser über Nacht in den Boden eindringen und steht dem Rasen den kommenden Tag über zur Verfügung. Und GANZ WICHTIG: Nicht häufig kleine Mengen bewässern, sondern weniger oft, dafür aber stärker wässern. Sonst dringt das Wasser immer nur oberflächlich in den Boden ein und die Wurzeln wachsen nur in der obersten Bodenschicht - der Rasen wird so nie eine Trockenperiode ohne Bewässerung auskommen, da die Wurzeln nicht in tiefere Bodenschichten wachsen. Die Wurzeln wachsen nämlich der Feuchtigkeit regelrecht hinterher.

Die Annahme, dass Wassertropfen auf den Blättern die Sonnenstrahlen so stark bündeln, dass die Blätter der Pflanze verbrannt werden, ist falsch.

Mit elementaren Kenntnissen der geometrischen Optik kann man schon zeigen, dass der Brennpunkt eines Wassertropfens, den man als ideale Halbkugellinse annimmt, weit hinter dem Blatt liegt. Das bedeutet, dass die Strahlen viel zu schwach gebündelt werden, um auf der Pflanze Schaden anzurichten. Außerdem muss man beachten, dass hier schon Annahmen gemacht wurden, die die Blätter-verbrenn-Theorie begünstigen.

In Wirklichkeit ist die Form des Wassertropfens aufgrund des Gleichgewichts zwischen Schwerkraft und Oberflächenspannung flacher als eine Halbkugel (vorausgesetzt, die Oberfläche des Blatts nicht hydrophob, also sind hier Lotusblüten ausgeschlossen), was dafür sorgt, dass der Brennpunkt noch weiter hinten liegt, die Strahlen also noch schwächer gebündelt werden. Außerdem tritt hier auch noch Dispersion auf, da die Sonnenstrahlen parallel einfallen, die Tropfenoberfläche aber nicht parabolisch geformt ist. Das heißt auf deutsch, dass die Strahlen, die weiter außen auf den Tropfen treffen, gar nicht erst in den Brennpunkt gebündelt werden, sondern daran vorbeilaufen.

Jetzt könnte man dagegenhalten, dass ja bei meinem Gegenargument die Strahlen genau senkrecht auf das Blatt und den Tropfen fallen müssten. Sie könnten ja auch genau so schräg darauffallen, dass der Brennpunkt (weiter drüben) auf demselben oder einem anderen Blatt liegt und dort die Pflanze verbrannt wird. Das klingt zuerst plausibel, ist aber auch falsch. Man muss bedenken, dass erstens die Blätter, auf denen Tropfen liegen bleiben können ohne runterzutropfen, keine zu starke Neigung haben dürfen und dass zweitens die Sonnenstrahlen mittags (fast) senkrecht von oben kommen (abhängig davon, wo man wohnt). Deshalb tritt hauptsächlich der Fall auf, den ich oben beschrieben habe. Und um die ganze Pflanze merklich zu verbrennen oder auszutrocknen, sollten die Tropfen, die das anrichten können, schon zahlreich vertreten sein.

Wenn Wassertropfen die Sonne wirklich so bündeln würden, dass es die Blätter verbrennt, würde es uns ja auch die Haut verbrennen, wenn wir aus dem Wasser kommen. Und der Grund, wieso man beim oder nach dem Schwimmen angeblich leichter Sonnenbrand bekommt als sonst, ist, dass dann erstens die Sonnencremeschicht (auch "wasserfeste") teilweise oder ganz weg ist und man zweitens dank der Verdunstungskälte die Temperatur viel eher als angenehm statt als brennend heiß einstuft, deshalb die Sonnenstrahlung unterschätzt und zu spät in den Schatten geht (im Gegensatz zu dem Fall, dass man nicht Schwimmen war und von der Sonne spürbar gebraten wird).

Eine bessere Erklärung für das Vertrocknen von Pflanzen, die man nur mittags gießt, wäre folgende: Die Erde ist viel ausgedörrter und die Luft viel heißer als am Abend. Also verdunstet das Gießwasser viel stärker und schafft es nicht so gut, die Erde um die Wurzeln der Pflanzen nass genug zu halten, dass die Pflanze genug davon abkriegt. Die Verdunstung von innen über die Blätter der Pflanze ist natürlich auch stärker. Das heißt, wenn man mittags statt abends gießt, müsste man schon wesentlich mehr Wasser verwenden, um dasselbe Ergebnis zu erhalten.

Die Aussage,dass die Tropfen dadurch Verbrennungen anrichten, dass sie das Sonnenlicht spiegeln, ist noch falscher, weil die Tropfen wegen ihrer gewölbten Oberfläche die Lichtstrahlen bei der Spiegelung außeinanderlaufen lassen, aber nicht zusammen (auch wieder geometrische Optik)

Nur wenige schreiben hier richtig, dass der Brennpunkt der Wassertropfen weit hinter dem Blatt liegt und hier nichts verbrennen kann. Wenn man nur ein wenig Ahnung von Optik hat kann man sich das leicht selbst herleiten und muss keinen Mist von Spiegeln oder Brennglaseffekt schreiben. Denkt ihr wirklich, euer Rasen wird von einem Gewitter am Mittag verbrannt? Die meisten giesen abends wenige Minuten. Das ist schlecht, weil dann nur wenige mm feucht werden. Die Wurzeln bleiben an der Oberfläche und nach wenigen Sonnenstunden wird der Rasen braun. Ein Rasen muss auch mal leiden, damit die Wurzeln nach unten wachsen. Sieht nicht schön aus, aber bei regen kommt das Gras schon wieder. Es ist geschickter am Abend oder morgens zu giesen wegen Verdunstung. Man kann aber auch mittags giesen. Verbrennen tut da nie was. Wenn es richtig heiß ist lasst den Rasensprenger mal 3 Tage durchlaufen. Dann sehen wir mal, ob der nasse Rasen verbrannt ist, oder da wo nicht bewässert wurde....Mein Rasen war letzte Woche komplett braun, weil ich gar nicht bewässert habe. Jetzt hat es 3 Tage fest geregnet. Ca. 30l/m2. Schon wird er wieder grün. Wenn ich das mit dem Schlauch machen wollte wären das 12qm Wasser. Also kein billiger Spaß.

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