"Notturno" von Max Herrmann-Neiße?

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2 Antworten

Das Gedicht:

Notturno

Wind würgt den Wald. Wie totgeschlagen liegt
ein dunkler Teich. Ins Sterngeflacker fliegt
aus Abendrot der irre Mond. Gewölk schlägt schwer
wie nasse Segel auf das Wipfel-Meer.

.. Und zwischen mich und Dich ist Finsternis
und Feld und Giebel und Gebirg gestellt,
und Sehnsucht blutet so wie Natternbiß,
und wie in Feuersbrunst ist alles Land von unsrer Liebesnot weit überhellt.

Traum trägt mich hoch, daß meine Hände wie zwei Hunde
verbissen sind an Dir. Flammen flackern von Mund zu Munde.
Wind würgt den Wald. Sterne verströmen ihr Blut.
Mond fließt in Mond. Giebel, Gebirg vergeht. Gott ist mir gut.

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Meine Interpretation sehr kurzgefasst:

1. Strophe -> Lyrisches Ich verzweifelt --> spiegelt Natur wieder, dementsprechend viele negative Wörter

2. Strophe -> Lyrisches Ich und Lyrisches Du beieinander -> Viel Leidenschaft -> zuviel da diese schon schmerzhaft ist, von Lust überströmt ->
"und Sehnsucht blutet so wie Natternbiß,
und wie in Feuersbrunst ist alles Land von unsrer Liebesnot weit überhellt."

3. Strophe -> lyr. Ich und Du haben offenbar Sex, so wie im Traum -> Wind würgt den Wald. Sterne verströmen ihr Blut. -> Blut kann als Jungfernhäutchen Interpretiert werden, da "Sterne verströmen" sich positiv, gut anhört, Oxymoron im Gegensatz zur Strophe 1

"Mond fließt in Mond. Giebel, Gebirg vergeht. Gott ist mir gut." --> Man sagt das Seelen sich beim Geschlechtsverkehr "verschmelzen", zusammen kommen wodurch Mond fließt in Mond durchaus als dieses gewertet werden kann + Mond -> geheimnisvoll / positiv

"und Feld und Giebel und Gebirg gestellt" wird zu "Giebel, Gebirg vergeht" -> Eine Grunddistanz ist vergangen, dennoch ist das Feld zwischen den lyrischen Ich und lyrischen Du -> obwohl die Seelen zum größten Teil verbunden sind, sich vertraut sind, ist dennoch eine Entfernung vorhanden, stört das lyrische Ich aber nicht da er meint: "Gott ist mir gut"

ergo habe ich es so interpretiert, als ob das lyrische in der 1. Strophe, bevor es bei seiner Geliebten ist, traurig, selbst der Mond ist "irre" -> das lyrische Ich weiß nicht was es tun soll, ist unsicher
Bei seiner Geliebten dann verspürt es eine unglaubliche Lust, Leidenschaft und "Liebesnot" -> so stark das es alles um die beiden herum erhellt -> positiv an sich, wird dennoch als schmerzlich stark empfunden.
Dritte Strophe -> sie haben endlich Sex, die Seelen verbinden sich, dennoch ist eine Grunddistanz vorhanden, stört dem lyrischen Ich nicht sehr.

typische Epochenmerkmale: Lust & Liebe -> meist negativ empfunden + da Frau Jungfräulich war -> positiv das er der erste war (Epochen typisch sind ja prostituierte ergo wäre das mal eine gute Sache ) , Allgemeine Melancholische Stimme, striktes Reimschema, Übertragung der Stimmung auf die Natur

Untypisch: Keine Theodize Frage, Er spricht Gott direkt an

Also habe ne 50/50 Chance das meine Lehrerin meine Interpretation akzeptieren wird oder nicht x)
Habe halt mega anders Gedacht in der Arbeit, hätte möglicherweise offensichtlicher drauf gucken sollen.

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Lass mich raten...Leistungskurs Vorschlag A?:-D Ich suche auch schon vergeblich...:/

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