Klavier, warum gibt es bei gewissen Tasten mehr dazugehörige Saiten?

2 Antworten

Die mittleren/hohen Töne bekommen jeweils 3 Saiten. Das hat folgenden Grund: In der tiefen Lage sind besonders dicke, umwickelte Saiten nötig, um trotz relativ geringer Saitenspannung ( durch das Einstellen der Saitenspannung, werden die Saiten gestimmt. Je höher die Saitenspannung, desto höher der Ton) eine gewisse Festigkeit zu erreichen. Ansonsten würden die Saiten einfach nur lose rumflattern. Für hhöhere Töne ist eine höhere Saitenspannung nötig. Um die mit dicken Saiten zu erreichen, wäre eine enorm hohe Zugkraft nötig, die der Rahmen, bzw. auch die Stimmmechaniken nicht aushalten würden. Deswegen werden die Saiten immer dünner, je höher der Ton wird. Da dünnere Saiten aber, wegen der geringeren Masse, nicht so laut sind und auch die Obertöne nicht so ausgeprägt sind, braucht man eine Lösung, damit das Klavier trotzdem im ganzen Register eine homogene Lautstärke und Klangfarbe hat. Und diese Lösung ist eben, für höhere Töne mehrere dünne Saiten pro Ton zu verwenden (die dann natürlich exakt gleich gestimmt werden).

Im Laufe der Geschichte des Klaviers hat sich herausgestellt, dass es günstig für den Klang ist, wenn man die tiefsten Töne - etwa eine Oktave - einchörig (= eine Saite pro Ton), dann etwa 1 1/2 Oktaven zweichörig (= zwei Saiten pro Ton) und die restlichen Töne dreichörig ausführt. Wieviele Töne ein- zwei- bzw. dreichörig sind, hängt im Wesentlichen mit der Länge (Flügel) bzw. Höhe (Pianino) des Klaviers zusammen. Je größer das Instrument, desto mehr dreichörige Töne. Fast immer sind die ein- und zweichörigen umsponnen, das heisst, über den stählernen Kerndraht wird eine Umspinnung - meist aus Kupferdraht - angebracht. Die tiefsten dreichörigen Töne können auch manchmal umsponnen sein. Die nicht umsponnenen Saiten bestehen aus speziellem Stahldraht, diese Saiten nennt man glatten Bezug.

Eine umsponnene Saite klingt nie zu 100% rein, das hängt damit zusammen, dass die Umspinnung nie ganz gleichmäßig ist. Das hat klanglich einen gewissen Vorteil, der Ton klingt dadurch etwas voller. Bei zweichörigen umsponnenen Tönen ist dieser Effekt stärker, bei dreichörigen umsponnenen kann er schon so stark sein, dass der Klavierstimmer Mühe hat, so einen Saitenchor reinzustimmen. Natürlich darf dieser Effekt der "Unreinheit" nicht zu stark sein. Das kommt aber bei billigen (=schlechten) Instrumenten manchmal vor.

Beim glatten Bezug - also den nichtumsponnenen Saiten - ist es nun so, dass eine einzelne Saite fast etwas zu "sauber" und damit dünn klingt. Daher nimmt man hier mehr als eine Saite. Es ist ein Unterschied deutlich hörbar, ob man nur eine Saite hat oder zwei, ob es zwei oder drei Saiten sind hört man hingegen kaum. Das kommt daher, da es nicht möglich ist, zwei Saiten 100%ig rein zusammen zu stimmen. (Natürlich darf dieser Effekt nur ganz minimal sein.) Vergleichbar ist beispielsweise damit: Eine einzelne (Solo-)Violine klingt anders als zum Beispiel 8 Geigen im Orchester, die alle den gleichen Ton spielen. Die 8 Geiger spielen eben nicht alle exakt den gleichen Ton, das wäre unmöglich. Diese ganz kleinen "Unreinheiten" machen den satteren, dickeren Klang des Geigen-Orchesterklanges aus.

Zudem ist der Saitenbezug eines Klaviers genau berechnet. Hierbei spielt auch die Saitenmasse eines Saitenchores eine wesentliche Rolle, drei Saiten haben die dreifache Masse einer Saite. Diese Masse muss auch mit der Masse der Hammerköpfe (die auf die Saiten schlagen) harmonieren. Umsponnene Saiten haben von Haus aus natürlich mehr Masse als glatte Saiten.

Es gibt auch (billige) Klaviere, da sind die sonst dreichörigen Töne nur zweichörig ausgeführt. Auch gab es Versuche mit vierchörigem Bezug. Hier ist aber das Reinstimmen deutlich erschwert, von einem besseren oder auch nur lauterem Klang kann man dabei aber kaum sprechen, also hat sich das nicht durchgesetzt.

Schließlich hat ein mehrchöriger Bezug auch Vorteile, wenn einmal eine Saite reisst. Sind statt drei Saiten nur mehr zwei da, so ist das nicht schlimm. Ist nur mehr eine da, dann ist es schon deutlich hörbar. Ist gar keine mehr da, dann, naja....

Die Saiten die sich links befinden haben mehr Saiten als die, die rechts liegen - das liegt daran, dass das Klavier mit Hämmerchen arbeitet - sprich: je mehr gebündelte Saiten, desto länger und tiefer ist der Ton. Folglich befinden sich auf der linken Seite mehr Saiten als auf der rechten.

Hoffe ich/glaube ich/ denke ich :D So hat es mir jedenfalls mein Klavierlehrer erzählt :)

Die Töne, die mehr Saiten abbekommen, sind aber die hohen Töne und nicht die tiefen... ;)

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@TheStone

Upsi, dann abe cih wohl nicht aufgepasst - ich dachte die Saiten links wären viel Dicker? ._.

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