Jazz Swing (Vortrag)!

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Der Swing 1. Entstehung und Entwicklung Am so genannten „Schwarzen Freitag“ im Oktober 1929 fand in New York ein Börsenkrach statt. Dieser führte zu einer Weltwirtschaftskrise mit Armut, Not und einer hohen Arbeitslosigkeit. Davon war auch der Jazz betroffen. Die Plattenindustrie war am Boden. Sehr viele kleinere Jazzlokale mussten schließen und die dort arbeitenden Combos verloren ihre Arbeit. Manche schlossen sich als Big Bands zusammen. Auftrittsmöglichkeiten waren nur noch in Großstädten wie New York, Kansas City oder Chicago zu finden, wo die Bands in riesigen Ballsälen spielen mussten. Um diese Räumlichkeiten besser mit Musik ausfüllen zu können, musste die Band vergrößert werden. So entstanden die Big Bands mit mehrfacher Besetzung der Melodieinstrumente (3-4 Trompeten, 4-5 Saxophone, 2-3 Posaunen. Die Klarinette wurde höchstens solistisch verwendet.), aber mit einfacher Besetzung der Rhythmusinstrumente (Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Bass). Das Publikum der Big Bands bestand hauptsächlich aus wohlhabenden Weißen. Sie wünschten sich eine fröhliche, glatte Tanzmusik. Diese entstandene Musik wurde sehr populär, und war vor allem bei jungen Tanzbegeisterten sehr beliebt. Außerdem verhalf das gerade erfundene Radio weiter zu der Verbreitung des Swings. Es gab spezielle Shows, in denen nur Swing gespielt wurde. Sogar am Broadway und beim Film machte man von dieser Musik gebrauch, und so wurde sie ein großer kommerzieller Erfolg. Die Musik war ein Symbol für Erfolg und Jugend. Aus diesem Grund wurde der Name auch für andere Produkte gebraucht, wie zum Beispiel Zigaretten, Kleidung und Getränke. Um die Musiker der berühmten Big Bands baute sich ein noch nie dagewesener Starkult auf. In einigen Big Bands (z.B.: Benny Goodman) spielten Schwarze und Weiße zusammen. Der Swing wurde zu einem Symbol der scheinbar gesellschaftlichen Anerkennung der Schwarzen in der amerikanischen Gesellschaft.

Die Swing-Jugend war eine oppositionelle Jugendkultur in vielen deutschen Großstädten während der NS-Diktatur, besonders in Hamburg, Frankfurt und Berlin. Sie bestand aus Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren, meist aus dem Mittelstand und dem gehobenen Bürgertum, Gymnasiasten aus wohlhabenden Familien, aber auch aus Lehrlingen und Schülern aus Arbeiterfamilien. Die Swing-Jugend suchte im amerikanisch-englischen Lebensstil, vor allem in der Musikrichtung Swing, eine autonome Ausdrucksmöglichkeit und Abgrenzung zur nationalsozialistischen Gesellschaft, hauptsächlich gegen die hi...-Jugend.

Die Geschichte der swing Jugend Die Swing-Jugend ist ein zunächst im Hamburger Bildungs- und Großbürgertum auftretendes Phänomen. Die Anhänger versuchten sich durch eine Gegenkultur und auffällige, dem englischen Stil nachempfundene Kleidung abzusetzen. Zuerst hauptsächlich durch Treffen, wo sie Swing Musik hörten. Sie organisierten Tanzveranstaltungen und engagierten Jazzbands. Auf Swing-Hits dichteten sie Spottverse, in denen sie sich über Nazis, Soldaten und besonders über die ungeliebte Hitlerjugend lustig machten. Sie trugen englische Mäntel und Hüte, lasen ausländische Zeitungen und grüßten sich untereinander „Swing heil!“ statt mit „Sieg Heil!“. Die Swings hatten oft lange Haare, karierte Sakkos, Hut und Regenschirm und trafen sich in Cafés oder Clubs, um Swing zu hören. Mit Absicht verwendeten sie Anglizismen.

Der Begriff Swing-Jugend stammt vermutlich ursprünglich von nationalsozialistischen Strafverfolgungsbehörden zur Kennzeichnung von Jugendlichen, die ihre Begeisterung für amerikanische Swing-Musik offen zeigten. Daneben existierten auch die Begriffe Swings oder Swingheinis. Sie selbst gaben sich Spitznamen wie „Swing-Boy“, „Swing-Girl“ oder „Old-Hot-Boy“. Eine abwertende Benennung in Deutschland war „Tangobubi". In Österreich war der Begriff "Schlurf" verbreitet, eine bis heute gebrauchte abwertende Bezeichnung für einen ungepflegten Mann. In Bezug auf die österreichische Swing-Jugend wurde dieses Schimpfwort allerdings auch wertneutral bzw. als Selbstbezeichnung verwendet. Eine Parallele in Stil und Ausdrucksformen gibt es ebenso zu den Zazous in Frankreich.

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