Interpretation der Karikatur: Der Edelkommunist im Konzentrationslager?

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2 Antworten

Nach der Behandlung durch die Nazis geht es dem Kommunisten besser, aber er ist kein Kommunist mehr.

In den ersten beiden Bildern ist er noch ungewaschen und mit zu langen Haaren (Das kann man auch als gewollten 1930er-Grunge-Stil deuten) aber! er trägt auch noch keine Brille. Vielleicht hat er einen Sehfehler? Ab dem dritten Bild trägt er die Brille der damals herrschenden Staatsdoktrin und kann nun "besser" sehen. Am Ende ist er aber nicht mehr er selbst. Seine Freunde erkennen ihn kaum noch.

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Das ist eine üble Nazi-Karikatur, die gegen die jüdischen Kommunisten unter den Intellektuellen, den Schriftstellern im bekannten Berliner Cafe Größenwahn gerichtet ist.

Der "Edelkommunist" ist kein Arbeiter, sondern durch seine Kleidung als Bürger gekennzeichnet, der als Kommunist nur so tut, als sei er Proletarier. Er wird als flippiger, verwahrloster Hippie der 30er Jahre, als Nichtstuer lächerlich gemacht, der von den KZ-Wächtern "gereinigt" wird. 

Er ist durch seine Nase als Jude gekennzeichnet, wie auch seine Kumpel im Cafe, also Antisemitismus pur. 

Am Ende wirkt er sauber und ordentlich, gerade deshalb erkennen ihn die Gesinnungsfreunde nicht mehr. Sie sind eben laut Nazi-Ideologie auf Schmutz und Schund gepolt. Die Brille ist nicht die NS-Brille, sondern eine damals ganz normale Brille.

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