Ich habe kleine braune Käfer in der Wohnung. Wer kennt sich damit aus?

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1 Antwort

In der Natur gehören Pelzkäfer zu den Tierarten, die dafür sorgen, dass mumifizierte Kadaver mit Fell beseitigt werden. Zusammen mit anderen Aasfressern spielen sie somit eine wichtige Rolle im Ökosystem.Sobald sie jedoch im Siedlungsbereich des Menschen auftreten und ihre Larven Pelze oder Textilien zerstören, gelten sie als Materialschädlinge. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von Nektar und Pollen. Die Weibchen des Gefleckten Pelzkäfers können gegen Ende Mai zur Eiablage in Wohnungen und Lagerräume einfliegen, wo sie ca. 40 - 50 Eier an einem geeigneten Nahrungssubstrat wie Pelzen, Teppichen, Wolle, bzw. Isoliermaterial aus Wolle oder Haaren ablegen. Dort schlüpfen die gelbbraunen, dicht behaarten Larven, deren Hauptnahrung das Protein Keratin ist, das in Haaren und Wolle enthalten ist. Die Larven halten sich oft abseits vom Fraßort versteckt. Die Entwicklungsdauer vom Ei bis zum Käfer dauert mehr als ein Jahr, häufig vergehen sogar 2 - 3 Jahre. Die Larven des Gefleckten Pelzkäfers können sich in fast allen tierischen Produkten wie Pelze, Leder, Wollstoffe, Teppiche, Polstermöbel, Räucherfleisch und -fisch entwickeln. In pflanzlichen Produkten fressen die Larven des Pelzkäfers größtenteils die Kadaver anderer Schädlinge. Liegt ein Befall mit dem Gefleckten Pelzkäfer vor, so müssen zunächst die Entwicklungsstätten der Larven ausfindig gemacht und beseitigt werden. In Privatwohnungen besteht die optimale Methode zur Bekämpfung des Befalls im Entzug der Nahrungsgrundlage. Dies geschieht, indem sämtliche Vorratsbehälter, Schränke usw. dicht verschlossen werden, Spalten im Holzparkett versiegelt und der Dachboden gegen Befall gesichert wird (Vermeidung von Tierkadavern, Federn usw. auf dem Speicher). Im Wohnbereich können die Käfer mit Hilfe von Kontaktinsektiziden bekämpft werden. Beispielsweise ist der Einsatz von kurzzeitig wirksamen Pyrethroiden möglich. Das Blattanex Spezialspray der Fa. Bayer enthält als Wirkstoffe das Carbamat Propoxur, sowie die synthetischen Pyrethroide Transfluthrin und Cyfluthrin. Alle 3 Substanzen wirken auf das Nervensystem der Insekten. Sehr gut geeignet ist auch das Produkt MC KPS 500. Bei diesem gebrauchsfertigen Insektizid-Spray mit schneller Sofortwirkung baut sich der Wirkstoff (rein pflanzlicher Pyrethrum-Extrakt) unter Lichteinwirkung zügig wieder ab. Pyrethrum wird aus den Blüten von Chrysanthemen-Arten gewonnen und wird seit alters her als natürliches Insektenvernichtungsmittel verwendet. Das Kontaktgift zielt auf das Nervensystem der Pelzkäfer und bewirkt zunächst eine starke Erregung. Später folgen Koordinationsstörungen, Lähmung und schließlich der Tod. Aufgrund der schnellen Anfangswirkung sind die betroffenen Insekten bereits innerhalb weniger Minuten bewegungsunfähig. Eine Bekämpfung des Gefleckten Pelzkäfers im Wohnbereich ist auch mit dem für Menschen und Haustiere völlig ungefährlichen Präparat Bambule Insektenspray der Fa. Aries möglich, das natürliche Öle wie Teebaumöl und Neemöl enthält. Bei Empore RTU (Fa. Neudorff) handelt es sich um ein Kontaktinsektizid mit Langzeitwirkung. Der hier enthaltene Wirkstoff Chlorpyrifos (0,4%) gehört in die Gruppe der organischen Phosphorsäureester und schädigt ebenfalls das Nervensystem der Insekten. Durch die Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase kann der Neurotransmitter Acetylcholin nicht mehr abgebaut werden, was zu einer dauernden Erregung der betroffenen Muskulatur und letztlich zum Tod führt. Der Einsatz von Empore RTU bietet sich v. a. in Speichern oder Dachböden an, in denen ein Befall mit dem Gefleckten Pelzkäfer festgestellt wurde. Generell ist eine Kontamination von Lebensmitteln mit den verwendeten Präparaten zu vermeiden.

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