Hydrokultur - für welche Pflanzen geeignet?

7 Antworten

Ich habe mal gelesen, dass grundsätzlich jede Pflanze sich zur Hydrokultur eignet. Deshalb habe ich auch alle meine Pflanzen auf Hydro und bin zufrieden. Auch Kakteen. Man muss eben nur aufpassen, dass sie nicht zu viel und nicht zu wenig gegossen werden.

Hydrokultur ist im Prinzip für jede Pflanze geeignet!

Die drei wichtigen Faktoren für Pflanzen sind: 1: Licht, 2: Nährstoffe, 3: Wasser

zu 2: Ich dünge bei Hydrokultur mit Ionenaustauscher (kleine beige Kügelchen), welchen ich mit "normalem" kalkhaltigen Leitungswasser einsetze. Die Pflanze nimmt sich die Nährstoffe aus der Lösung und wenn die Konzentration dieser Stoffe in der Lösung unter ein bestimmtes Maß sinkt (bzw. die Stoffe in der Lösung nicht vorhanden sind), liefert der Ionenaustauscher neuen Stoff nach, bis wieder eine "Gleichgewichtskonzentration" herrscht und die Pflanze genau so viel braucht, wie der Dünger hergibt. Wichtig ist, daß die geladenen Teilchen (= Ionen), welche vom Ionenaustauscher geliefert werden durch andere Ionen, die sich in der Lösung befinden ersetzt werden können, weil sonst der Austauscher die Ionen nicht liefern kann. Deshalb ist es problematisch, den Ionenaustauscher mit zu weichem Wasser oder gar Regenwasser zu betreiben, weil darin u.U. bzw. ganz sicher (bei Regenwasser) nicht genug Ionen zum Austausch vorhanden sind. Wenn du das berücksichtigst, sollte alles "automatisch" klappen, weil sich das Gleichgewicht durch den Bedarf der Pflanze einstellt. Man kann auf diese Art auch nicht überdüngen - ein wesentlicher Vorteil der Hydrokultur.

zu 3: Eine Hydropflanze zu ersäufen ist nicht schwer, besonders, wenn sie in einem Übertopf steht, was nicht unbedingt sein muß! Gerade Hydrokultur eignet sich jedoch auch für Pflanzen mit wasserempfindlichen Wurzeln, wie Sukkulenten, Kakteen usw.! Solche Pflanzen kultiviere ich ohne Übertopf, also bloß im braunen Kulturtopf, der auf einem Untersetzer steht, in den dann Wasser und Ionenaustauscher gefüllt werden. Die Pflanzen werden immer nur in den Untersetzer, also "von unten" gegossen. Es genügt, wenn bei solchen Pflanzen der Wasserspiegel mit dem Tongranulat gerade eben in Verbindung steht oder der Kulturtopf wenige mm eingetaucht ist. Trotzdem wird die Flüssigkeit die Oberfläche der Tongranulat-Kugeln benetzen und durch Adhäsion in dem Gefäß aufsteigen, bzw. die Wurzeln werden dem Wasser entgegenwachsen. Bei Pflanzen, die unempfindlich gegen Trockenheit sind ist es auch kein Problem, wenn mal für einen oder zwei Tage überhaupt kein Wasser auf dem Boden des Untersatzes ist. Auf diese Weise kann man die Wasserversorgung optimal kontrollieren und auch Kakteen überwintern (dann u.U. für einige Monate ganz ohne Wasser). Bei "normalen" Pflanzen oder "gemäßigten" Sukkulenten benutze ich einen Übertopf, fülle Wasser auf, bis der Wasserstandanzeiger deutlich reagiert und gieße erst wieder neu, wenn die Flüssigkeit auch bei leicht geneigtem Topf (in Richtung des Wasserstandan-Zeigers) diesen nicht mehr bewegt. Die Markierungen am Pegelmesser sind bloß ein Hinweis für wirklich Wasser-saufende Pflanzen!

Das Problem bei Hydropflanzen ist nicht die Kultur, son dern solche Pflanzen überhaupt zu bekommen, bzw. die Umstellung von Erde auf Hydro oder die Anzucht aus Samen (ein anderes Thema!)

Am leichtesten wohl die Efeutute und der Baumfreund. Auch das Zypergras lässt sich gut in Hydrokultur pflegen. Was gar nicht gut geht, sind Pflanzen, die einen geringen Wasserbedarf haben, wie z. B. die Sanseveria. Auch keine Orchideen. Gummibaum habe ich mal probiert, der hat nach einem halben Jahr abgedankt.

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