Guter Mathematikunterricht?

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6 Antworten

Aus meinem Studium hat sich eine Formel ganz besonders in mein Hirn eingebrannt:

A = [Integral von 0 bis b] h dx

Na, weist du, was man damit berechnet?

Genau, den Flächeninhalt eines Rechtecks. Das ist ein korrekter und allgemeiner Weg, der sich auch auf beliebige andere geometrische Figuren übertragen lässt. Allerdings ist das kein Weg, den man Viertklässlern im Unterricht so ohne weiteres vermitteln kann. Denen müsste man weiterhin A = b * h (weil das so ist) erklären. Das könnte man höchstens durch grafische Darstellungen vereinfachen.

Genauso muss man beispielsweise die Mitternachtsformel auswendig lernen, wenn man sich die Herleitung nicht jedes mal durchexerzieren will (wobei die Herleitung der Mitternachtsformel noch harmlos ist, da gibt's extremere Beispiele. Aber es geht um's Prinzip)

Die Geschichte der Mathematik gehört mMn. nicht in den Matheunterricht, weil diese das Fach zu einen Lernfach verkommen lassen würde, Mathe muss man verstehen. Wenn ich auswendig gelernt habe, wann Euler geboren ist, dann heißt das immer noch nicht, dass ich rechnen kann. Allerdings halte ich es ebenso für verkehrt, die Mathematik als komplexes, unverständliches Monster zu unterrichten, denn das ist sie nicht. Und das kann man durch eingestreute praktische Anwendungsfälle - wie z.B. mit einem Maurerdreieck - auflockern. Von daher gehe ich teilweise mit deinen Vorschlägen mit. Immer ist das aber leider nicht machbar.

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Klingt gut, aber rein theoretisch könnte man fast jedes Fach so gestalten. Jedoch ist dies nicht Sinn der normalen Schulen. Du sollst Mathematik für dein Leben lernen, und auch wenn du später davon nichts mehr brauchst lernst du eben das mehr oder minder wichtige in der Schule und musst das ganze 13 Jahre lang in Arbeiten abrufen können, so ist das Prinzip.

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Grundsätzlich hast du natürlich Recht, dennoch muss ich dir in einigen Punkten widersprechen: 

1. 

Man sollte zum Beispiel rausgehen und alltägliche und wichtige Sachen berechnen, die was mit Mathematik zu tun haben

--> Nicht vergessen, dass die Praxis ohne die Theorie nicht möglich ist. So trocken es auch erscheinen mag, ist sie nun mal ein wichtiger Bestandteil der Mathematik. Allerdings gebe ich dir Recht, dass eine praxisnaher Unterricht helfen würde sich Dinge zu merken oder sich Sachaufgaben leichter zu erschließen.

2. 

Also nicht den Schüler irgendwelche Formeln und Ausdrücke auf die Tische klatschen, und nichteinmal den Sinn sagen.

--> Welcher Lehrer nennt denn bitte nicht den Sinn hinter einer Formel? Sagen eure Lehrer einfach "a^2 + b^2 = c^2, lernen & können" Das bezweifle ich doch sehr

Man sollte die Schüler auch mal lassen selber Dinge herauszufinden

Aber hier bin ich voll und ganz deiner Meinung. Das einzige Problem an der ganzen Sache ist: G8

Durch die Verkürzung der Schulzeit um 1 Jahr, geht logischerweise auch viel Zeit verloren, was dazu führt, dass die Theorie im Vordergrund steht und die Praxis etwas zurückgedrängt wird. Man geht davon aus, dass Schüler die sich für Mathematik interessieren, sich selbstständig praktische Dinge damit erschließen.

In (glaube ich) Bayern wird zur Zeit eine neue Methode zur praktischen Erweiterungen des Unterrichts eingeführt. Das ganze nennt sich Lehrplan +.

Davon werden wir leider nichts mehr abbekommen, aber dafür zukünftige Schülerinnen und Schüler. Hier der Link, falls es dich interessiert: https://www.lehrplanplus.bayern.de/

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Das funktioniert bis in die Unterstufe und dann gerätst du an deine Grenzen.

Mathe in der Oberstufe oder erst recht im Studium ist hauptsächlich nur noch Theorie und hat wenig mit Realität zu tun.

Was hat Wahrscheinlichkeit mit Realität zu tun?

Und viele deiner Probleme würdest du eher anders als mathematisch lösen.

Glaubst du wirklich, ich würde einen Apfel auf 5 Kinder teilen? Nein, dann gibt es Apfelmus.

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Kommentar von ThenextMeruem
20.09.2016, 19:35

Wahrscheinlichkeiten sind noch einfach darzustellen, Lotto zahlen oder Würfel. Aber es stimmt, irgendwann ist es nicht mehr möglich

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Du sprichst mir aus der Seele!!!

Der einzige Hintergrund - wenn Ihr mich fragt - ist, dass der Lehrer benotet, wie gut der Schüler bereit ist, -Schwachsinn- aufzunehmen und wieder zu geben. Mehr nicht. Das ist nämlich dem zukünftigen Chef wichtig. Nix anderes. Versteht mich nicht falsch: Nicht Mathe an sich ist Schwachsinn, aber alles das, was man im normalen Leben nicht braucht. Da stimme ich mit Bobbysammy überein. In der Schule lernen wir nicht für das Leben! Wir lernen nur, für die Gesellschaft gut zu funktionieren. Das kann man übrigens auf alle Fächer übertragen.

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Gibt's doch: nennt sich Waldorfschule :D Oder muss man dort auch Mathe tanzen?

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