Goethes Faust: Teufelspakt?

3 Antworten

Im "Prolog im Himmel" gibt es eine Wette zwischen Mephisto und dem Herrn bwz den Erzengeln. Mephisto will das idealistische Menschenbild der Engel ("Es irrt der Mensch solang er strebt") widerlegen und Faust verführen. Gibt Faust sein Streben auf und gibt sich mit irdischen Genüssen zufrieden, ist Mephistos materialistische Weltansicht bestätigt. Mephisto empfindet den Menschen als unvernünftiges Tier und sieht das Leben der Menschen als sinnlos an, da vollkommene Erkenntnis für Menschen ohnehin nicht erreichbar ist. Das bloße streben nach weiterem wissen, ohne Möglichkeit jemals alles wissen zu können (Faust als Gelehrer), ist für Mephisto daher unnütz. Allerdings ist der Herr der Schöpfer von allem, also auch von Mephisto. Sieht man Mephisto als gefallenen Engel an, kann man sagen, dass er Gott eindeutig unterlegen ist und die Wette so gar nicht gewinnen kann. Dieser Prolog dient also eher als eine Art Rahmenhandlung. Die eigentliche Wette zwischen Faust und Mephisto findet im "Studienzimmer" statt. Mephisto bietet Faust an sein Diener im Diesseits, also zu seinen Lebzeiten zu sein. Mephisto will versuchen den Faust mit anderen Genüssen (Liebe, Reichtum & Essen) von seinem Streben abzuhalten. Gelingt ihm dies, gibt Faust sich zufrieden und sagt "zum Augenblicke... Verweile dich du bist so schön", dann hat Mephisto die Wette und damit Fausts Seele gewonnen. Außerdem hätte er damit dem Herrn und den Engeln sein materialistisches Menschenbild bestätigt.

im prolog im himmel spricht nur mephisto von wetten,

gott nicht darauf ein,in besserer kenntnis seiner geschöpfe

also findet hier keine wette statt

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Ja, aber bin mir unsicher was als "vom rechten weg abkommen" so wirklich heißen soll. Alleine durch die Wette Fausts mit Mephisto sollte dieser doch gewonnen haben

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@FlameStreber

Nein: Der Herr hat ja im Prolog im Himmel schon vorentschieden, dass Mephisto nicht gewinnt. Um sein Freiheit zu retten, muss also Faust verlieren wollen. Deshalb bietet er die Wette (und nicht Mephisto, wie dieser irrtümlicherweise glaubt). Faust verliert, wenn er einen bestimmten Satz sagt. Am Ende (Faust II) sagt er den Satz (weil er verlieren will) und sagt es zugleich auch nicht (denn er darf ja nicht verlieren, so hat es der Herr beschlossen) - das ist Goethes Geniestreich: "Jetzt könnte ich sagen: '...'."

Es bleibt in der Schwebe.

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