Was bedeutet in Geschichte: Brot & Spiele?

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Im antiken römischen Kaisertum war es üblich geworden, die römische Bevölkerung durch Massenveranstaltungen wie Gladiatorenkämpfe Mensch gegen Mensch oder Mensch gegen Tier in Amphietheatern zu unterhalten. Die Spiele waren an Brutalität und Grausamkeit unübertroffen und je blutiger umso unterhaltsamer für die Bevölkerungsmasse. Diese Spiele, bei denen auch Speisen und Getränke an die Zuschauer ausgegeben wurde hatten die vordringliche Funktion, das Volk ruhigzustellen um ggfs. aufkeimende Unruhen mit der Gefahr von Revolutionen zu unterbinden.

Ein modernes Beispiel bieten auch die allwöchentlichen Bundesligaszenen in den Arenen unserer Republik mit durchaus vergleichbaren Funktionen wie gar eine Art Ablenkungstaktik, um die Gedanken der Unzufriedenheit in eine andere Richtung zu lenken oder Aggressionen schlicht und einfach wie durch eine Art Überdruckventil abzulassen!

Brot und Spiele (lateinisch: panem et circenses) im antiken Rom bedeuten kostenlose oder günstige Verteilung eines Grundnahrungsmittels (Getereidespenden) und Massenunterhaltung. Das eine bezieht sich auf ein materielles Grundbedürfnis, das andere darauf, mit Spektakeln die Bevölkerung zu unterhalten und so für Wohlgefallen zu sorgen. Gladiatorenkämpfe gehören in den Bereich der Massenunterhaltung.

Der lateinische Ausdruck für Brot und Spiele, panem et circenses (Akkusativ von panis et circenses) stammt von dem römischen Dichter Decimus Iunius Iuvenalis (Juvenal). In einer Satire (10, 77 - 81) spießt er ein Verhalten des römischen Volkes auf, einst selbst den Feldherren Macht gegeben und Amtsträger gewählt zu haben, jetzt aber nur noch zwei Dinge ängstlich besorgt zu wünschen, Brot und Zirkusspiele.

Dies legt die Überlegung nahe, ob die römischen Kaiser mit diesen Maßnahmen darauf abzielten, das Volk bei Laune zu halten, es gar zu manipulieren und zu entpolitisieren (Ablenkung von poltischen Fragen und so Verhinderung von Unruhen und Aufständen) .

An Leute auf den Zuschauerrängen wurde kostenlos Brot, Getreide und Fleisch ausgegeben. Die arme Bevölkerung in der Stadt Rom konnte kostenlos oder verbilligt in einer gewissen Menge Getreide erhalten; Regelungsgrundlage konnte ein Getreidesetz [lex frumentaria] sein.

Als Mittel der Herrschaftspolitik konnten Spiele der Selbstdarstellung und Steigerung der Beliebtheit dienen.

Bei den Römern wurden die öffentlichen Spiele, die man dem römischen Volk bot, allgemein mit ludi bezeichnet. Dazu gehörten Zirkusspiele (ludi circenses; vor allem Wagenrennen), Gladiatorenkämpfe (ludi gladiatorii oder munera), Tierhetzen (venationes), Theatervorstellungen (ludi scaenici).

Spiele meint in der Formulierung circenses in erster Linie Wagenrennen. Als Veranstaltungsort gab es dafür in Rom den Circus Maximus. Für Gladiatorenkämpfe wurde das Wort munera verwendet. Gladiatorenkämpfe fanden vor allem in Amphitheatern statt. In Rom wurde ab 80 n. Chr. das Amphitheatrum Flavium (bekannt unter der Bezeichnung Kolosseum) dafür genutzt.

Erhebliche Teile der Bevölkerung mochten anscheinend die spektakulären Darbietungen, bei den Wagenrennen mit Überholmanövern und nicht selten Unfällen, bei Gladiatorenkämpfen ein lebensgefährlicher Kampf, mit Verletzungen und teilweise Tod, eine brutale Art der Unterhaltung.

Weil es zu dem Thema Klischees gibt, ist es für eine Vertiefung günstig, gute Bücher heranzuziehen, die wichtige antike Quellen berücksichtigen. In Bibliotheken gibt es Darstellungen zur römischen Geschichte und besonders zur Kaiserzeit. Es gibt auch Bücher über genau das Thema, z. B.:

Karl-Wilhelm Weeber, Panem et circenses : Massenunterhaltung als Politik im antiken Rom. Erweiterte Neuauflage. Mainz am Rhein : von Zabern, 1999 (Zaberns Bildbände zur Archäologie : Sonderbände der Antiken Welt ; [15]). ISBN 3-8053-1580-5

Paul Veyne, Brot und Spiele : gesellschaftliche Macht und politische Herrschaft in der Antike. Aus dem Französischen von Klaus Laermann (Text) und Hans Richard Brittnacher (Anmerkungen). Frankfurt/Main ; New York : Campus-Verlag; Paris : Edition de la Maison des Sciences de l'Homme, 1988 (Theorie und Gesellschaft ; 11). ISBN 3-593-33964-1 (Campus-Verlag) ; 2-7351-0268-8 (Edition de la Maison des Sciences de l'Homme)

Wolfram Letzner, Der römische Circus : Massenunterhaltung im Römischen Reich. Mainz am Rhein : von Zabern, 2009. ISBN 978-3-8053-3944-5

Marcus Junkelmann, Gladiatoren : das Spiel mit dem Tod. Main : von Zabern, 2008. ISBN 978-3-8053-3797-7

römische kaiser haben zu früheren zeiten gladiatorenkämpfe(spiele) inszeniert und nahrung (brot) verteilt um das volk zu belohnen oder zu besänftigen

Julius Caesar gab seinem Volk Brot (Genügend Nahrungsmittel) und Spiele (Gladiatorenkämpfe).

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