Gedicht zum Thema "Erinnern"?

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3 Antworten

So etwas selbst zu tun braucht nicht großes dichterisches Talent, sondern vor allem dies: Die Bereitschaft, ein wenig Bewusstsein zu entwickeln, eine Haltung zu einem Thema zu erarbeiten, in sich hinein zu horchen und festzustellen, wie und was man zum Thema überhaupt denkt und fühlt - und wie man das formulieren könnte. Du musst Dich hier nicht einmal an ein steifes Versmaß halten, Du könntest einfach losschreiben.

Wähle Deine Perspektive! Schreibst Du als eine/r, der/die dabei war? Als jemand, der zuschaut? Als Du selbst, für den/die dies alte und unfassbare Geschichten, Erfahrungen einer anderen Zeit sind? Du hast die freie Wahl, alles ist auf seine Weise gut und richtig! Erzähle, was aus Dir heraus kommt, schreibe es auf!

Diese "Übung" ist nicht dazu da, Schüler zu besseren Dichtern zu machen, sondern sie anzuregen, sich auf ganz eigene, persönliche Weise mit diesem oder jenem Thema auseinander zu setzen und hierfür einen Stil, eine eigene "Sprache" zu finden. Wer sowas hier und da mal (selbst!!!) gemacht hat, ist vielleicht als Erwachsener etwas besser in der Lage, aus Anlass und wenn es erforderlich ist, auch später seine Gedanken in persönliche und EIGENE Worte zu fassen und diese zu kommunizieren.

Wenn eine ganze Generation dies kaum kann, nicht zuletzt auch, weil sie den Sinn nicht sieht und mit Anderem beschäftigt ist, sind üble Dinge in der Gesellschaft und auf der Welt möglich. Denn diesen Leuten kann man später alles Mögliche überstülpen, aufnötigen und verkaufen, sie werden keine Worte haben, um ihre Meinung, ihre Stimme irgendwie nach aussen zu bringen - geschweige denn überhaupt eine Meinung oder Stimme zu HABEN.

Wenn ihr nicht sagen könnt, was ihr denkt und fühlt, werden andere, die hierin besser sind als ihr, an eurer Stelle reden - und ihre eigenen Interessen vertreten und sich durchsetzen. Stellungnahmen, Texte, Haltungen formulieren zu können, spontan in Worte zu fassen, was man denkt, ist absolut wichtig und hat mit VERANTWORTUNG zu tun. Wenn ich nicht reden, nicht schreiben kann, kann ich niemals mitreden, wenn es drauf ankommt, kann keine Botschaften an Leute, an die Welt senden und meine Stimme und Meinung wird niemals zählen und berücksichtigt werden.

Jede Gewalt, jede üble Idee (NS!!) kann nur deshalb so groß und negativ wirksam werden, weil es in entscheidenden Momenten nicht genug laute Gegenstimmen und nicht genug Weitsicht und zivile Courage gibt. In unserer Gesellschaft gibt es genug sprachlose und nicht eigenständig denkende Schafe, die deshalb an Zäunen herum stehen, weil ALLE da stehen. In dieser neuen Generation sehe ich diesbezüglich immense Probleme auf uns zukommen, wenn sie erwachsen wird und alle wesentlichen Bereiche unserer Welt einnehmen und prägen wird. Ihrt seid sehr abhängig von der Meinung anderer Leute, der Mode, der Werbung, den einseitigen "Abbildern" dessen, was ihr begehrt und sein wollt -  und ihr seid nicht gut darin, Revolutionen zu initiieren und gegen den Strom zu schwimmen. Es gab selten eine junge Generation, deren großer Kern so bereitwillig anstrebt, nicht aufzufallen mit eigenen Gedanken und eigenständigem Handeln, das sich gegen den "Mainstream" richtet. Solche Eigenschaften verhindern bzw. bremsen aber Entwicklungen, wie sie in den Gedichten beschrieben werden!

Dass Dir hier ein komplettes Gedicht zum Thema geliefert wird, finde ich absolut nicht richtig. Hier hat jemand genauso wenig nachgedacht wie Du. Deiner Generation fehlt bereits in erschreckendem Ausmaß Interesse an wesentlichen und wichtigen Lebens- und Lernthemen, es fehlen persönliche Courage, Kreativität und Eigeninitiative und ein ausreichendes Bewusstsein für die Themen und Probleme dieser Welt und des Lebens - angefangen bei dem eigenen geistigen Zustand, der flexibler und lebendiger sein könnte - und MÜSSTE, wenn er nicht eines Tages ein Schaf unter Schafen am Zaun sein möchte. Wenn hier mehr Zutrauen, geistige Flexibilität und Bewusstheit wäre, würde jeder in Deiner Klasse in irgend einer Form und auf seine Weise diese Aufgabe lösen können - DU AUCH.

Die Zukunft hängt unmittelbar von eurem Bewusstsein, eurer geistigen Weite, eurem Anspruch, Engagement und Interesse ab. Sieh diese Aufgabe nicht als rein "dichterische" Übung, sondern als einen kleinen Versuch, Deinen Geist irgendwie beweglicher zu machen. Den wirst Du Dein Leben lang brauchen. "Kann ich nicht" geht nicht und wird zukünftig viele Situationen gegen jede Wand fahren. Das hat Auswirkungen für alle, immer und grundsätzlich.

Jetzt bist Du dran. Du hast sicher eine Ansicht, Gedanken, Gefühle zum Thema. Schreib einige Sätze darüber und bring sie in eine Form, die Dir gefällt. Um das zu schaffen, musst Du aus der 28. Schafe-Reihe ganz nach vorn, damit Du Dich hör- und sichtbar machen kannst, denn so etwas zu schreiben bedeutet: "Sehr her und hört zu, ich habe Gedanken dazu!" Und keine Angst vor "da vorne": Man hat dort einen erschreckend weiten Blick u. kann sich nicht verstecken, aber man gewöhnt sich daran! ;-)

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Ein Gedicht ist eine lyrische Form des Ausdrucks der Gefühle oder um bestimmte Ereignisse verarbeiten zu können. Es gibt bei einem Gedicht eigentlich keine genauen Vorschriften. Ich selbst hatte auch mal so eine Hausaufgabe auf und habe auch ein Gedicht dazu schreiben müssen.

Ich poste es dir einfach mal:

Stunde um Stunde schwindet meine Kraft

immer schwächer- ich bin geschafft

Die Angst zerrt an meinen Nerven

Ich hab alle verloren- ich bin allein

jeden Tag fühle Schmerzen und große Pein

Ich bin ein Gefangener, ein armer Wicht

ich habe nichts verbrochen

doch das interessiert nicht.

nur weil ich ein Jude bin

meine Zeit die rennt dahin

Arbeit macht frei-

dort thront das Schild

Welch Ironie und Verschleierei.

Ein letzter Aufruf- ein letzter Marsch

Es geht in die Kammer.

es geht alles ganz rasch.

ich erinnere mich, an mein letztes Glas

mit Frau und Kind in guten Tagen

da strömt das Gas.

Ich bin frei.

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Es war einmal vor langer Zeit

da gabs in Deutschland einen Streit

Die Nazis waren an der Macht

Da hat keiner mehr gelacht.

Jetzt leben wir in Gegenwart

und werden beschuldigt ganz schön hart

Wir können schließlich nichts dafür

genießen das Leben und trinken Bier.

Wir können höchstens dafür sorgen

dass sowas nicht passiert am Morgen.

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