Dreiklassenwahlrecht?

7 Antworten

Preußisches Dreiklassenwahlrecht Beinhaltete die Einteilung der Wähler in drei Abteilungen gestaffelt nach dem Steueraufkommen. Bei den Wahlen zum preussischen Abgeordnetenhaus (Landtag) und bei Kommunalwahlen wurden die Wähler gestaffelt nach dem individuellen Steueraufkommen in drei Abteilungen eingeordnet, die jeweils getrennt ein Drittel der Wahlmänner für die Abgeordnetenhauswahl bzw. ein Drittel der Gemeinderatsvertreter wählten. Besonderheiten Faustformel: jede Abteilung mit ca. einem Drittel Steueraufkommen I. Abteilung: wenige reiche Wähler (hohe Steuer) In einer höheren Abteilung dürfen niemals mehr Wähler vertreten sein, als in einer niedrigeren. Frauen dürfen nicht wählen, auch nicht als Vormund oder Vertreter. Preußen/ohne Provinz Hannover und der Städte in den Regierungsbezirken Stralsund, Schleswig, der Stadt Frankfurt am Main und Helgoland und Hohenzollersche Lande A. Krupp durfte in Essen allein die erste Abteilung wählen. Die Zuordnung zu den Abteilungen erfolgte relativ zu den Einkommen/Steueraufkommen in der Gemeinde. So konnte ein Einkommen in einem kleinen Ort für die Wahl in der I. Abteilung qualifizieren, während es in einem größeren/wohlhabenderen Ort nur zur Wahl in der III. Abteilung berechtigte. Wer keine Steuern zahlte, konnte nicht in den höheren Abteilungen (I. und II.) wählen. Die Stimmabgabe war öffentlich. Mit den Wahllisten liegen auch die Steueraufkommen aus. "Das Geldsackwahlrecht" Wahlen 1849: Eliten haben mehr Stimmgewicht Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. führte 1849 das Dreiklassenwahlrecht ein, das in Preußen bis 1918 erhalten blieb. An den Abstimmungen durften sich nur Männer mit einem Mindestalter von 24 Jahren beteiligen. Entsprechend ihres Steueraufkommens wurden die Stimmberechtigten drei verschiedenen Abteilungen zugeordnet. Jede von ihnen bestimmte ein Drittel der Wahlmänner. Weil etwa achtzig Prozent der Wähler zur niedrigsten Abteilung gehörten, führte das System zur einem erheblichen Ungleichgewicht der Stimmen. So durfte der Industrielle Alfred Krupp in Essen ein Drittel der Wahlmänner für die Stadtverordneten selbst festlegen, weil er als einziger der ersten Klasse angehörte. Die Wahlmänner wiederum gaben ihre Stimmen öffentlich ab, waren dadurch leicht kontrollierbar und konnten unter Druck gesetzt werden.

Die Quellenangabe fehlt.

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Liebe/r uhellweg,

bitte immer die Quelle angeben.

Danke für Dein Verständnis.

Tim vom gutefrage.net-Support

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Die Menschen wurden in drei Abteilungen sortiert, je nachdem wieviel Steuern sie bezahlen. Paris Hilton wäre Abteilung 1 und ihre Stimme hätte großes Gewicht. Abteilung 2 wäre eine, die weniger Steuern bezahlt. In Abteilund 3 sind dann die gewöhnlichen Arbeitsbienen, die nicht viel verdienen und entsprechend weniger Steuern zahlen.

Dreiklassenwahlrecht, bestand im Gegensatz zum demokratischen Grundsatz der allgemeinen, gleichen und geheimen Wahl vor dem 1. Weltkrieg in einigen deutschen Staaten, besonders. in Preußen, auf Grund der 1849 oktroyierten Verfassung; innenpolitischer heftig umkämpft, aber erst durch die Revolution 1918 beseitigt. Es teilte die Stimmberechtigten (Männer) für die Wahl des Abgeordnetenhauses nach dem Steueraufkommen in drei Klassen, diese wählten in öffentlicher Stimmabgabe die gleiche Anzahl Wahlmänner, diese die Abgeordneten.

Brockhaus- Enzyklopädie

Die Idee dahinter ist, dass diejenigen, die durch ihre Steuern einen finanziell großen Beitrag für den Staat leisten, auch mehr politische Mitbestimmungsrechte eingeräumt bekommen als diejenigen, die nur auf Staatskosten (und somit von anderer Leute Geld) leben.

Sonst bestimmen nämlich die rein zahlenmäßig überlegenen armen Schlucker, wo's politisch lang geht, obwohl sie gar keinen finanziellen Beitrag dazu leisten.