Die 5 Axiome?

1 Antwort

Axiom 1: Nicht-Kommunikation ist unmöglich.

Versuche mal ein Gesicht zu machen, das NICHTS aussagt. Also weder Traurigkeit, noch Wut, noch Freude, ... noch Gleichgültigkeit. ;)

Axiom 2: Kommunikation = Inhalt + Beziehung

  • Inhalt = reine Botschaft der Worte
  • Beziehung = Auslegung beim Empfänger

"Du Idiot" ist ein Titel, den man sich von Fremden weniger leicht gefallen lässt, als beispielsweise von Freunden, weil man weiß, dass Freunde es "nicht so meinen". ;)

(Das dritte Axiom hat Bauingenieur schon genannt.)

Axiom 4: Kommunikation = analog & digital

Das ist genau genommen nur eine Erweiterung von (2).

  • Analoge Kommunikation = Mimik, Gestik, Tonfall, Habitus, etc.
  • Digitale Kommunikation = gesprochenes oder geschriebenes Wort

Ein gesprochenes Wort ist erst mal einfach "da". Man kann es laut und leise aussprechen; man kann aber die gewünschte Interpretation nicht mit aussprechen.

Mimik und Gestik sind hingegen analog: Man kann ein bisschen lächeln, man kann breit bis über beide Ohren grinsen und man kann mit tränenden Augen und nach Luft ringend am Boden liegen vor lauter Lachen.

Beispiel: "Du Idiot" kann ein "freundschaftlicher Klaps auf den Hinterkopf" sein, wenn es mit einem freundlichen Lächeln ausgesprochen wird. Es kann aber auch eine derbe Beschimpfung sein, wenn dazu Zornesröte und laute Stimme kommen. (Zwischenstufen - beispielsweise Ironie oder Sarkasmus - sind natürlich möglich.)

Axiom 5: Kommunikation = symmetrisch | komplementär

  • symmetrisch = Beide Kommunikationspartner tragen "gleich viel" bei
  • komplementär = Beide Kommunikationspartner ergänzen einander

In symmetrischer Kommunikation befinden sich beide Partner auf Augenhöhe. Jeder könnte den anderen ersetzen. (Beispiel: Vertragsverhandlungen)

In komplementärer Kommunikation gibt einer den Ton an, der andere folgt und ergänzt. Wechsel sind jedoch möglich. (Beispiel: hierarchische Kommunikation)

Es sind auch Wechsel zwischen beiden möglich. Niemals kann jedoch beides gleichzeitig auftreten.


VORSICHT: Watzlawicks Axiome stehen heftig in der Kritik, weil sein Modell zu stark simplifiziert. Beispielsweise geht er davon aus, dass Sender und Empfänger grundsätzlich identisch agieren und wahrnehmen; was jedoch in der freien Wildbahn nicht einmal bei eineiigen Zwillingen der Fall ist. Außerdem ignoriert sein Modell die Konnotationen begleitender oder vorangegangener Informationen und Vorfälle (beispielsweise: Voreingenommenheit und daher "andere" Interpretation als erwartet).

Ein einfaches Beispiel des Versagens seiner Axiome:

  • Kommunikation: "Du, ich habe Krebs und nur noch 3 Wochen zu leben."
  • Replik: "Okay. Wie wird das Wetter morgen?"

Sachlich ist alles richtig gelaufen; alle 5 Axiome wurden beherzigt. Die Konnotation der Information wurde allerdings vernachlässigt. Die Folgen sind leicht auszumalen, oder?!

Es geht aber noch weiter: Beispielsweise ist Axiom (1) schlicht trügerisch: Ein Gesprächspartner, der mit einer Information "überfahren" wird, reagiert oft perplex und zieht sich in Schweigen zurück. Das führt allerdings in eine klassische Fehlinterpretation, denn er kommuniziert nicht "Ich rede nicht mehr mit dir." sondern er kommuniziert vielmehr BEISPIELSWEISE "Ich brauche Zeit. Lasse mich in Ruhe.". "Beispielsweise" deshalb, weil es ungefähr 100 Gründe gibt, warum ein Mensch die Kommunikation einstellt; obwohl er scheinbar immer noch kommuniziert; tatsächlich aber nicht mehr. Folglich kommuniziert er nicht mehr - wie Watzlawick annimmt - sachbezogen, sondern - bestenfalls - rein informell; zumeist aber irreführend. Und damit verletzt er die Axiome notwendigerweise.

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