Depersonalisation Erfahrungen?

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3 Antworten

Hallo Dennis, 

ich kenne Depersonalisation aus eigener Erfahrung sehr gut. Ich selbst litt vier Jahre darunter und dies massiv. Die gute Nachricht: Sie ist gut behandelbar, wenn man die richtige Therapie macht. 

Oft ist Depersonalisation verursacht durch eine traumabedingte dissoziative Störung. So war es auch bei mir. Traumatische Erlebnisse müssen einem dabei nicht bewusst sein. Diese sind oftmals dissoziiert, d.h aus dem Bewusstsein abgespalten. 

In einer Therapie geht es dann darum, die dissoziierten Inhalte wieder ins Bewusstsein zu bringen und zu integrieren. Das Symptom Depersonalisation verschwindet dann vom alleine. 

Mehr über dissoziative Störungen findest Du hier:

http://posttraumatische-belastungsstoerung.com/dissoziative-stoerungen-symptome

Es gibt übrigens auch eine Facebook-Gruppe zu Depersonalisation/Derealisation mit circa 1.500 Teilnehmern. 

Wenn Du Fragen hast, melde Dich gerne bei mir. 

Liebe Grüße 

Stephan

Danke für deine überaus nette Antwort. 

Du wirst wohl recht haben, denn ich bin mir tatsächlich keines Traumatischen Erlebnisses bewusst. Ich werde wohl demnächst einen Arzt aufsuchen. Das ist ein wirklich verrücktes Gefühl.. Ich kann mir nicht ausmalen, was es ausgelöst haben könnte.. 

Mit freundlichen Grüßen, Dennis.

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@DennisReallife

Hallo Dennis, danke für die "Blumen" ;) 

Wichtig ist, dass sich der Arzt / Psychiater wirklich mit dissoziativen Störungen auskennt. Viele tun dieses nämlich leider nicht, auch wenn sie meinen, sie würden sich damit auskennen. Dieses ist zumindest meine Erfahrung. Ideal wäre ein Arzt, der Erfahrungen mit der Dissoziativen Identitätsstörung / Multiplen Persönlichkeitsstörung hat. 

Wenn immer ich Dir helfen kann, lass es mich wissen. 

HERZliche Grüße

Stephan 

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Depersonalisation ist eine psychische Krankheit aus der Gruppe der dissoziativen Störungen. Körperteile (insbesondere die Glieder) werden als nicht zugehörig zum Körper empfunden. Manche beschreiben die Krankheit auch so, dass es ist wie ein Roboter zu funktionieren. Man kann sich im Spiegel anschauen und hat das Gefühl eine fremde Person zu sehen.

Im Gegensatz zu Krankheiten aus dem schizophrenen Formkreis sind Menschen mit Depersonalisation völlig bei Sinnen. Sie wissen, dass etwas nicht stimmt und können einwandfrei zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. Aber das weisst du vermutlich schon.

Depersonalisation titt häufig im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen (z.B. Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen oder ferner auch Depressionen) auf. Von dem her solltest du dich auch auf diese Krankheitsbilder untersuchen lassen. Selten ist eine Depersonalisation, welche isoliert auftritt (kann jedoch durchaus vorkommen).

Die Frage ist also, wie man Depersonalisation behandelt, denn das Leben mit dieser Krankheit ist alles andere als lustig.

Bei einer Depersonalisation, welche im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen auftritt behandelt man primär die zugrunde liegende Krankheit. Bei einem isolierten auftreten ist die Behandlung sehr schwierig und meist langwierig.

Es gibt natürlich Depersonalisationen die von alleine wieder verschwinden, doch meist ist eine Psychotherapie das oberste Gebot. Wichtig ist es eine Psychotherapie zu machen, die ein gewisses Konzept hat (z.B. Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse). Ein oberflächliches Gespräch beim Arzt oder Psychologen ist nicht mit einer richtigen Psychotherapie vergleichbar. In einer Psychotherapie lernst du dich Schritt für Schritt deiner Krankheit zu stellen und diese langsam zu überwinden.

Medikamente die gegen Depersonalisation zugelassen sind gibt es nicht. Es gibt jedoch Hinweise, dass Lamotrigin und Aripiprazol dagegen helfen können.

Mehr zu Lamotrigin: http://deprimed.de/lamotrigin/
Mehr zu Aripirazol: http://deprimed.de/aripiprazol/

PS: Ich selbst leide unter Derealisation (die Umfeld kommt einem völlig unreal vor).

Was verstehst unter Depersonalisation ?Wie wirkt sich das bei dir aus ?

(Immerhin schreibst du noch ein klares verständliches und korrektes Deutsch.)

Ich bin auch keineswegs in meinem Verstand gestört. Ich fühle mich nur getrennt von meinem Körper, ich fühle mich als wäre ich meine Gedanken alleine. Blicke ich in den Spiegel, sehe ich einen fremdem Menschen, Bewegungen sind automatisiert, ich kann diese sehr wohl willentlich ausführen, fühle mich aber nicht wie der Ausführende, sondern viel mehr wie ein Beobachter. Bewege ich mich umher, bin ich nicht dort, wo ich physisch bin, sondern im Geiste wo anders. Ich bin nicht das physische ich.

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