Wer kann mir bei meinen Chemieproblemen helfen?

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Schwefelwasserstoff (oder neuerdings Dihydrogensulfid): Lewisschreibweise: H-S-H mit zwei zusätzlichen Strichen am S, weil Schwefel 6 Valenzelektronen hat (zwei nichtbindende Paare, die als Strich dargestellt werden und zwei Bindungen zu den beiden Wasserstoffen, die ebenfalls als Striche zwischen den Atomen dargestellt werden, s.o.).

Was die Geometrie angeht: Schwefelwasserstoff ist vom Molekülbau her mit dem Wasser verwandt (Schwefel und Sauerstoff stehen in der gleichen Hauptgruppe des PSE). Daher ist auch die Molekül-Geometrie ähnlich. Du zeichnest ein zentrales "S" hin, malst links und rechts die freien (nichtbindenden) Elektronenpaare als Striche hin und zwar so, dass sie wie ein Dach schräg oben am S sitzen (ohne dass sie sich berühren). Dann malst du von diesem "S" schräg nach links und rechts unten zwei Striche, an deren Ende du die "H"s hinschreibst. Die Geometrie ist also gewinkelt mit zwei freien Elektronenpaaren am Schwefel.

Kohlenstoffdisulfid (oder früher Schwefelkohlenstoff): Lewisformel: S=C=S mit keinem weiteren freien Elektronenpaar am zentralen Kohlenstoff (C ist streng vierbindig!). Aber mit je zwei freien (nichtbindenden) Elektronenpaaren an den Schwefelatomen. Die Molekülgeometrie ist linear (S=C=S) und die Substanz vom Molekülbau her verwandt mit CO2 (O=C=O).

Methan: Also, für die Lewisformel schreibst du ein zentrales "C" hin. Dann malst du einen Strich senkrecht nach oben, einen senkrecht nach unten und einen waagerecht links, einen letzten waagerecht rechts vom C ausgehend. An die vier Enden setzt du jeweils ein "H". So entsteht quasi ein Kreuz mit einem C als Mittelpunkt. An keines der Atome kommt noch ein weitere Strich, denn es gibt hier keine freien Elektronenpaare.

Was die Geometrie angeht, so ist das etwas kompliziert. Die ist nämlich räumlich (tetraedrisch). Bevor ich mir hier jetzt einen Wolf schreibe beim Versuch, das zu beschreiben, schaust du lieber mal unter Wikipedia, Stichwort "Methan" (ich würde ja verlinken, aber dann behauptet das System hier, meine Antwort sei Spam!!!). Und dann unter Strukturformel das Bild!

Ammoniak: Lewisformel: Ein "N" mit einem Strich waagerecht links, einem Strich waagerecht über dem "N" und einem Strich waagerecht rechts davon sowie ein letzter Strich senkrecht nach unten. An die Striche links, rechts und nach unten schreibst du ans Ende je ein "H". Der Strich waagerecht über dem "N" ist ein freies, nichtbindendes Elektronenpaar.

Die Geometrie schaust du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ammoniak

Sie ist prismatisch-pyramidal.

Blausäure: H-C­(drei Striche übereinander)N mit einem Strich senkrecht neben das "N" für ein freies (nichtbindendes) Elektronenpaar.

Die Molekülgeometrie ist linear, wie immer bei einem Kohlenstoffatom mit Dreifachbindung.

Ameisensäure: Das ist kompliziert zu erklären. An einem zentralen "C" malst du schräg nach rechts oben einen parallel verlaufenden Doppelstrich. An dessen Ende schreibst du ein "O". Dieses "O" bekommt jetzt noch zwei Striche wie ein Dach oder eine Pfeilspitze, weil Sauerstoff zwei nichtbindende Elektronenpaare hat. Nach links unten malst du einen Strich, an dessen Ende du wieder ein "O" schreibst. Von diesem zweiten "O" geht nun noch ein waagerechter Strich aus, an dessen Ende ein "H" hingehört. Auch dieses zweite "O" bekommt noch zwei Striche für seine beiden nichtbindenden Elektronenpaare. Nun fehlt nur noch ein weiterer waagerechter Strich, der vom "C" ausgeht und nach links geht. An dessen Ende steht noch einmal ein "H".

Die Geometrie ist etwas kompliziert. Vom zentralen "C" aus gesehen handelt es sich um eine so genannte trigonal-planare Geometrie (drei Ecken in einer ebene), denn eine Ecke bildet das "H", das mit dem "C" verbunden ist, die anderen Ecken bildet das einzelne "O" bzw. die OH-Gruppe. Vom "O" der OH-Gruppe aus gesehen ist die Geometrie aber gewinkelt wie beim Wasser-Molekül.

Phosphorwasserstoff (genauer Monophosphan): siehe Ammoniak (analog genau das gleiche!).

Chloroform (eigentlich Trichlormethan): siehe Methan (analog genau das gleiche, nur dass drei der Wasserstoffe durch "Cl" ersetzt werden und jedes dieser "Cl"s noch drei Striche um sich herum bekommt, da Chlor drei freie (nichtbindende) Elektronenpaare hat.

Phosgen (eigentlich Carbonyldichlorid oder Kohlenmonoxiddichlorid): Lewisformel: Ein zentrales "C". Davon ausgehend ein paralleler Doppelstrich nach oben. Am Ende ein "O" mit einem Dach von zwei Strichen, die sich nicht berühren. Schräg nach links und rechts ein Strich mit jeweils einem "Cl" am Ende. Um jedes dieser "Cl"s drei Striche.

Geometrie: trigonal-planar.

Siliciumterachlorid: wie Methan, nur dass anstelle des zentralen C-Atoms ein "Si" steht und die vier "H"s durch vier "Cl"s ersetzt werden müssen. Um alle "Cl"s gehören außerdem noch jeweils drei Striche.

Ethin: H-C(drei parallele Striche übereinander)C-H. Keine weiteren Striche. Geometrie linear (wie immer, wenn Kohlenstoffatome Dreifachbindungen ausbilden).

Ethen: Du zeichnest zwei "C"s auf einer Waagerechten und malst zwischen sie zwei parallele Striche übereinander (etwa so: "C=C"). Nun malst du vom linken "C" einen Strich schräg nach oben und einen schräg nach unten. An beide Enden kommt jeweils ein "H". Das gleich machst du jetzt auch am rechten "C".

Geometrie: Von beiden "C"s aus gesehen trigonal-planar.

Puuuuh, fertig. Ich hoffe, die Beschreibungen waren Verständlich. LG von der Waterkant.

ohhhhh vielen vielen Dank! Wir mussten genau den gleichen Zettel auch grad machen....vielen dank für deine ausführliche antwort!

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